Gleiche Sportart, gleiche Position, gleicher Verein: Das Handball-Paar Daniel Rebmann und Jasmina Jankovic von Frisch Auf Göppingen verbindet nicht nur die Liebe. Foto: Baumann

Spiel, Sport und jede Menge Liebe: Jasmina Jankovic und Daniel Rebmann spielen für Frisch Auf Göppingen, stehen beide im Handball-Tor und sind ein Paar. Es ist kein Zufall, dass viele Sportler im Gleichschritt durchs Leben gehen.

Göppingen - Eine liebevolle Umarmung zum Abschied, dann ist Daniel Rebmann weg: Den Torwart von Frisch Auf Göppingen zieht es nach dem Auftakttraining gleich weiter zum gemeinsamen Mannschaftsessen. Seine Freundin Jasmina Jankovic hat mit dem Frauenteam von Frisch Auf gerade den Laktattest hinter sich gebracht. An ihrem gemeinsamen Arbeitsplatz EWS-Arena werden sich künftig öfters ihre Wege kreuzen. Meistens trainieren die Männer vor den Frauen. Und Jasmina Jankovic kehrte vor dieser Saison vom französischen Club Toulon Saint-Cyr Var Handball zum Bundesligisten nach Göppingen zurück.

 

Partner Grund für den Wechsel

„Daniel war schon ein ganz entscheidender Grund für den Wechsel zu Frisch Auf“, sagt die 32-Jährige und blickt ihrem gegenüber sitzenden Liebsten in Reihe eins auf der Tribüne tief in die Augen. Vor zwei Jahren haben sie sich kennen gelernt. Natürlich beim Handball. Jasmina Jankovic stand damals noch bei der TuS Metzingen zwischen den Pfosten, Daniel Rebmann mittels Zweitspielrecht beim TV Neuhausen/Erms. Die Handballer der Nachbarclubs besuchten gegenseitig die Spiele. „Einmal blieb man in der Nachspielzeit länger hängen, da hat’s gefunkt“, erinnert sich Jasmina mit einem Lächeln.

Viele Handball-Paare

Seitdem heißt es für das Torwart-Paar: Spiel, Sport und jede Menge Liebe. Und die beiden sind in bester Gesellschaft. Auch der frühere Bietigheimer Domenico Ebner (TSV Hannover-Burgdorf) und Nicole Roth (TuS Metzigen) stehen bei Bundesligisten im Handball-Tor und sind ein Paar. Handball und die Liebe verbinden auch viele andere: Marco Rentschler (Frisch Auf Göppingen) und Ann-Cathrin Giegerich (Thüringer HC), Isabell Roch (Borussia Dortmund) und Valentin Schmid (Eintracht Hagen), Christian Dissinger (Kielce KC) und Alicia Stolle (Thüringer HC), Jogi Bitter (TVB Stuttgart) und Anna Loerper (TuS Metzingen), Rune Dahmke (THW Kiel) und die norwegische Starspielerin Stine Bredal Oftedal, Antje Lauenroth und Jan Döll (beide SG BBM Bietigheim), Fie Woller (SG BBM) und Paco Barth (früher SG BBM/jetzt in Frankreich aktiv), Kelly Vollebregt (TuS Metzingen) und Marian Orlowski (früher TVB Stuttgart/jetzt TuS N-Lübbecke), Iker Romero (Co-Trainer TSV Hannover-Burgdorf) und Laura Steinbach (Teammanagerin des deutschen Frauen-Nationalteams), Weltmeister Dominik Klein und Ex-Nationalspielerin Isabel Klein, und in Susann Müller (Silkeborg/Dänemark) und Nina Müller (Thüringer HC) gibt es auch ein verheiratetes, gleichgeschlechtliches Paar.

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Gegenseitiges Verständnis

Woran dieser ausgeprägte Pärchenbetrieb liegt? „Bei Sportler-Beziehungen allgemein sicher am gegenseitigen Verständnis“, glaubt Daniel Rebmann. „Man kann sich in den anderen hineinversetzen und weiß aus eigener Erfahrung, dass man zum Beispiel sehr viel unterwegs ist“, ergänzt Jasmina Jankovic. Viele Sportler-Paare gehen im Gleichschritt durchs Leben. Die früheren Ski-Asse Rosi Mittermaier und Christian Neureuther sind seit 1980 verheiratet, skandalfrei und dem Augenschein nach glücklich. Ihr Sohnemann Felix tut es seinen Eltern gleich: Er ist mit Biathletin Miriam Gössner zusammen. Das große Los gezogen haben auch die Tennis-Ikonen Steffi Graf und Andre Agassi, die Pferdefreunde Meredith Michaels-Beerbaum und Markus Beerbaum, der Fußballer Bastian Schweinsteiger und die Tennis-Schönheit Ana Ivanovic, Ex-HSV-Star Rafael van der Vaart und die niederländische Handball-Nationalspielerin Estavana Polman.

Spielanalyse auf dem Sofa

Diese Art von Volltreffer sind im Sport also nichts Außergewöhnliches. Das Besondere bei den Duos Jankovic/Rebmann und Roth/Ebner ist, dass sie in derselben Sportart auch noch auf derselben Position im Einsatz sind. Die geteilte Leidenschaft bleibt nicht ohne Folgen: Schaut der eine beim Spiel des andern zu, wird später daheim bis tief in die Nacht auf dem Sofa noch analysiert. Am nächsten Morgen geht’s oft schon nach dem Frühstück mittels Bewegtbild weiter. Dann gibt’s gegenseitig Tipps für die bessere Hälfte. „Man bespricht, was man besser machen kann. Man puscht sich dann gegenseitig“, verrät Jasmina Jankovic. Die beiden sind unterschiedliche Torwarttypen. Die 32-Jährige mit niederländischem Pass ist nur 1,68 Meter groß und braucht deshalb ein gutes Positionsspiel. Sie muss ein Spiel lesen können. Der sieben Jahre jüngere, 1,90 Meter große Rebmann gehört zur Kategorie Instinkthandballer, er lebt von seiner Intuition. So unterschiedlich ihre Spielweise ist, so unterschiedlich ist auch ihr Temperament. Jasmina Jankovic ist mit ihren bosnischen Wurzeln ein wahres Energiebündel. Der aus Echterdingen stammende Rebmann ein eher ruhiger Zeitgenosse. „Krass wie viel Geduld er aufbringt“, sagt die Torhüterin und nennt ein Bespiel aus der Zeit, als beide noch 1000 Kilometer voneinander getrennt Handball spielten: „Bei der Suche nach Flügen habe ich das Handy gegen die Wand gedonnert, Daniel blieb ganz gelassen und hat die richtige Verbindung gefunden.“

Wie im richtigen Leben. Ganz nach dem Motto: Glück im Spiel, Glück in der Liebe.

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