Das bekannte VfB-Maskottchen stattete dem inklusiven Abschlusstraining auf dem Kunstrasenplatz des SV Rot einen Besuch ab.
Schlechtes Wetter, gute Laune – beim VfB-Fußballprojekt „Pfiff“ trainieren und spielen Jugendliche mit und ohne Behinderung zusammen. Zum Abschlusstraining dieses Schuljahres mit Jugendlichen des Stuttgarter Porsche-Gymnasiums und der Gustav-Werner-Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung schaute am Freitagvormittag auch das VfB-Maskottchen „Fritzle“ auf dem Kunstrasenplatz des SV Rot vorbei.
Sie sind sich einig. „Es macht einfach Spaß“, erklären Nagy (17), Adrian (16) und Aris (15). „Und man lernt neue Leute kennen“, ergänzt Adrian. Ob sich die drei Schüler ohne das Fußballprojekt kennengelernt hätten, ist zweifelhaft. Sie besuchen nicht nur unterschiedliche Schulen, sie haben auch unterschiedliche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Beim VfB-Projekt steht das Zusammenspiel im Vordergrund. „Jeder gibt sein Bestes. Wir verstehen uns gut“, so fasst es Aris zusammen.
Acht Schulen nehmen teil
Auf dem Programm steht Aufwärmen, Dribbling, Passspiel und Torschüsse, erklärt Trainer Manuel Bierig. Ihm ist aber nicht allein das Sportliche wichtig. Die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren sollen vielmehr etwas gemeinsam erleben. „Es zählt das Miteinander“, sagt er. Es gebe für Menschen mit Behinderung nach wie vor Barrieren beim Sport, weiß er. Dass die Inklusion auf dem Fußballplatz „spielend“ gelingt, könne bei „Pfiff“ jeder sehen.
„Pfiff“, das steht für „Projekt für inklusive Fußball-Förderung“, die von der VfB-Stiftung unterstützt wird, und beschreibt, worum es im Kern geht. Mehrmals über das Schuljahr verteilt laden die VfB-Mitarbeiter die Schüler der beiden genannten Schulen zum Training ein. Es wird aber nicht allein beim SV Rot trainiert. Inzwischen nehmen acht Schulen aus Stuttgart und Ludwigsburg an dem Projekt teil.
Berührungsängste werden abgebaut
„Wir sind im dritten Jahr mit Pfiff“, sagt die Schulsozialarbeiterin Melanie Kraut von der Gustav-Werner-Schule. Zwischen den Trainingseinheiten gebe es auch immer wieder Highlights wie der Besuch eines Heimspiels des VfB oder – wie diesen Freitag – ein Treffen mit „Fritzle“. „Das ist für die Schülerinnen und Schüler immer toll. Es ist ein Erlebnis“, sagt sie.
Nicht für alle Schüler der Gustav-Werner-Schule sei der Austausch mit Jugendlichen, die nicht dieselbe Schule besuchten, eine Selbstverständlichkeit, weiß die Schulsozialarbeiterin. Es gebe wenig Berührungspunkte. Die Schüler der Gustav-Werner-Schule hätten verschiedene Formen des Autismus, das Downsyndrom oder eine Lernbehinderung. Mit „Pfiff“ lernten sich die Jugendlichen kennen, und Berührungsängste würden abgebaut, hat Kraut beobachtet. „Ich habe selten erlebt, dass Inklusion so gut funktioniert wie beim Fußball“, sagt sie. Das gemeinsame Training des Porsche-Gymnasiums und der Gustav-Werner-Schule soll im nächsten Schuljahr fortgesetzt werden.