Die Stadt Filderstadt stellt dem Förderverein Hospiz auf den Fildern ein Grundstück für den Bau eines Hospizes zur Verfügung.
Es ist zwar noch nicht der endgültige Durchbruch, aber ein riesengroßer Schritt in die richtige Richtung: Das Filder-Hospiz hat jetzt eine Heimat. Kurz vor der Sommerpause hat der Filderstädter Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass die Stadt dem Förderverein Hospiz auf den Fildern ein 1062 Quadratmeter großes Grundstück in Bonlanden im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrags überlassen soll. Es ist nun bis Ende 2030 für den Verein reserviert. Das Grundstück liegt südlich des Match-Centers am Kreisel der Osttangente in Bonlanden. Dort ist der Fildorado-Ausweichparkplatz, und dessen hinterstes eingeschottertes Eck ist gemeint. Darüber hinaus übernimmt die Stadt zur finanziellen Unterstützung des Vorhabens den jährlichen Erbbauzins als Freiwilligkeitsleistung.
Freude über hohe Spendenbereitschaft
Eine Einrichtung, in der Menschen auf ihrem letzten Lebensweg bis in den Tod begleitet werden, gibt es auf der Filderebene nicht. Die Idee, die Versorgungslücke mit einem Filder-Hospiz zu schließen, gibt es seit einigen Jahren. 2019 hat sich hierzu der Förderverein Hospiz auf den Fildern gebildet. Und der freut sich seither über Zulauf und eine hohe Spendenbereitschaft. Stefan Hiller, Vorstandsmitglied des Vereins und Chefarzt integrative Onkologie und Palliativabteilung in der Filderklinik, spricht von mehr mehr als 250 Mitgliedern, „das ist viel für so einen Verein“.
Geld wird auch dringend benötigt. Mittlerweile geht man von Kosten in Höhe von 9,5 Millionen Euro aus. Etwa 2,5 Millionen Euro habe der Verein bereits durch viele große und kleine Spenden oder auch feste Zusagen sammeln können, sagt Stefan Hiller, der Vorstand habe sich aber zum Ziel gesetzt, 40 Prozent der Kosten über Eigenkapital stemmen zu wollen. Während die laufenden Kosten später mal zu 95 Prozent von den Krankenkassen übernommen werden, muss der Verein selbst für die Errichtung des Gebäudes aufkommen. Angedacht sind acht stationäre Hospizbetten plus acht ambulante Tageshospizplätze. Das Einzugsgebiet soll sich später mal über Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen bis nach Ostfildern, Aichtal und Waldenbuch erstrecken.
Auftrag für ein Architektenbüro
Der Vorstand hofft, dass durch das Grundstück in Sichtweite der Filderklinik nun in vielerlei Hinsicht der Knoten platzt. Stefan Hiller spricht von einem Meilenstein, denn jetzt könne man ganz anders auf potenzielle Geldgeber zugehen. „Den Großspendern war es bisher zu unkonkret“, nun aber könne man Unterstützungswilligen und auch der Bank etwas Habhaftes vorlegen. Die Planungen können ebenfalls voranschreiten. Ein Architektenbüro sei bereits beauftragt, drei Vorentwürfe zu erstellen, auch um Fragen des Baurechts könne man sich kümmern. „Aus dem Luftschloss können wir jetzt was auf den Boden bringen“, sagt Elke Kaschdailewitsch, Fachkrankenschwester in der Filderklinik und Vorstandsmitglied im Förderverein.
Die Stadt hat das Grundstück bis 2030 reserviert
Die Nachricht, dass es jetzt ein fixes Grundstück gibt, hat die Vorstandsmitglieder sichtlich beflügelt. „Jetzt geht es los“, sagt Elke Kaschdailewitsch freudig. Das angestrebte Ziel, 2028 das Filder-Hospiz zu eröffnen, ist zwar mittlerweile mehr als sportlich, doch den Beteiligten ist auch klar, dass die Zeit nun von hinten drückt, da die Stadt das Grundstück nur bis 2030 reserviert.
Vom Vorhaben sind alle Beteiligten aber nach wie vor vollkommen überzeugt. „Der Bedarf ist da“, betont Katrin Schlegel. Sie ist sowohl im Vereinsvorstand als auch im ambulanten Hospizdienst Leinfelden-Echterdingen aktiv. Und sie sagt: „Wir machen es für die Menschen.“