Wernau hat sich im Laufe der Zeit stark verändert. Luftaufnahmen aus dem Kreisarchiv Esslingen bezeugen den drastischen Wandel.
Wernau im Jahr 1957: Eine stark wachsende Bevölkerung, Industrie siedelt sich an, zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene sind vor Ort. Die Stadt im Neckartal befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Liegt die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner Wernaus im Jahr 1950 noch bei 4352, klettert sie im Jahr 1962 auf 10 124, teilt Vanessa Schach vom Kreisarchiv Esslingen mit.
Zum Vergleich: Heute hat Wernau rund 12 300 Einwohner (Stand: 20. Juni 2023). Damals entstanden neue Wohngebiete wie Katzenstein und Braige, „und die Ansiedlung der Firma Junkers prägte den Wandel zur Industriestadt entscheidend mit“. Ein Foto des Kreisarchivs Esslingen aus dem Jahr 1957 liefert einen Einblick in diese prägende Zeit.
„Links oben im Bild ist die katholische Kirche St. Erasmus zu erkennen, wie sie bis 1960 bestand“, erklärt Schach. 1963 wurde ein Neubau fertiggestellt, Turm und Chor der Vorgängerkirche blieben bis heute erhalten. Eine evangelische Kirche entstand 1952 auf dem Katzenstein. Genau 30 Jahre nach der Gemeindefusion von Steinbach und Pfauhausen bekam Wernau am 1. April 1968 offiziell den Status einer Stadt.
Wernau früher – Wernau heute
Wie deutlich sich Wernau seit dieser Zeit entwickelt hat, lässt sich anhand einer Luftaufnahme aus dem Jahr 2023 nachvollziehen.
„Im Vordergrund, unten im Bild, ist die Firma Bosch Thermotechnik GmbH zu sehen, die 1974 den Geschäftsbereich von Junkers übernahm“, beschreibt Schach. Prägend für das Stadtbild ist heute das Quadrium Wernau, das 2004 eröffnet wurde. Das Gebäude dient nicht nur als Hallen- und Wellnessbad, sondern auch als Rathaus mitsamt Gewerbeflächen, Tagungs- und Kongressbereich.
Auf dem Bild von 1957 fehlen zudem die später auf der gegenüberliegenden Neckarseite errichteten Sportanlagen im Neckartal. Sie entstanden erst 1966. Auch das Gewerbegebiet Neckartal zwischen B 313 und der Esslinger Straße ist auf dem alten Bild noch nicht zu sehen.
Auffindbar sind die beiden Fotos über die Online-Plattform Smapshot. Seit rund zwei Jahren zeigt das Kreisarchiv Esslingen online Bilder, die den Kreis vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart porträtieren. Etwa 1000 Luftbilder sind online – viele davon wurden bereits identifiziert. Fragen beantwortet das Kreisarchiv per E-Mail an: SmapES@lra-es.de.