Der Weihestein mit dem römischen Namen für Cannstatt, der als Replik an einem geschichtsträchtigen Ort aufgebaut werden soll. Foto: privat

Eberhard Köngeter vom Maibaumverein hat Hinweise darauf, dass Cannstatt einst einen römischen Namen hatte und dazu eine Schrift verfasst.

Eberhard Köngeter, der Vorsitzende des Maibaumvereins, forscht seit Jahren über römische Spuren in Bad Cannstatt. Nun hat er festgestellt, dass die meisten Kastellorte einen römischen Namen hatten. Für das römische Cannstatt und den Verwaltungsbezirk, dessen Mittelpunkt Cannstatt war, liegen bislang keine Namensbezeichnungen vor.

 

Ein einziger Hinweis ist ein römischer Weihestein, den der Archäologe Andreas Thiel im Februar 2023 im Landesmuseum Stuttgart und im Oktober 2023 im Generationenhaus Hallschlag vorgestellt hat. Der original erhaltene Weihestein wird im Lapidarium des Landesmuseums Württemberg aufbewahrt. Er wurde im Dezember 1932 als Teil einer aus elf Bestattungen bestehenden Grabkammer in der Waiblinger Straße 103 in Bad Cannstatt entdeckt. Dabei handelt es sich um alemannische Gräberfunde, wie Köngeter bei seiner Recherche im „Stuttgarter Neuen Tageblatt“ vom 8. Dezember 1932 entdeckt hat. Das Landesamt für Denkmalpflege teilte damals mit, dass die alemannischen Vorfahren für die Gräber ihrer Toten die von den Römern hinterlassenen Steinplatten verarbeitet haben.

Auch in der östlichen Friedhofsmauer des Uff-Kirchhofs gibt es Steinplatten aus der nahe gelegenen, ehemaligen Römerstraße, berichtet Köngeter. Mit Hilfe des Historikers Matthias Busch vom Verein Pro Alt-Cannstatt hat er herausfinden können, dass die Aufschrift auf dem römischen Weihestein, die nicht vollständig lesbar ist, auf das römische Cannstatt verweist.

Steinreplik des Weihesteins in Vorbereitung

Die ersten drei Worte des Weihesteins lauten „Genio. . . Da. . . Sag“. Mit der Formel beschwören die beiden Stifter des Weihesteins Magiatus und Flavius den Genio, den Geist ihres Truppenstandorts. „Sag“ steht für den Namen des römischen Cannstatt oder den Namen der Civitas. „Sag“ war also Teil des römischen Namens von Cannstatt. Nach dem Beweis für den Namen der Civitas wird noch gesucht. Eine Steinreplik des Weihesteins jedenfalls will Köngeter an einem geschichtsträchtigen Ort in Bad Cannstatt aufstellen, eine Infotafel soll die Öffentlichkeit darüber informieren.

Weitere Erläuterungen gibt Eberhard Köngeter in seiner 30-seitigen Schrift „Di ala i subulorum – Die Geschichte einer im römischen Cannstatt und im römischen Welzheim stationierten Reitereinheit“, erhältlich bei der Buchhandlung Osiander in Bad Cannstatt und im Stadtmuseum in Bad Cannstatt oder beim Herausgeber per E-Mail unter verwaltung@immoterra.de.