Das neue Grabfeld in Heimsheim bietet 124 Plätze, deren Gestaltung und Pflege für 15 Jahre von Gärtnern übernommen wird. Wir zeigen die Kosten und Vorteile.
Zahlreiche verschiedenfarbige Granitsteine schaffen Struktur, blühende Farbtupfer dienen als Blickfang: Der Heimsheimer Friedhof hat ein neues Grabfeld. Und nicht irgendeines. Die 124 Grabplätze werden nicht von Angehörigen, sondern von Friedhofsgärtner gepflegt. Der Bürgermeister Jürgen Troll stellte der Öffentlichkeit jetzt ein neues Grabfeld auf dem Heimsheimer Friedhof vor, wo ein „würdevoller Ort der Erinnerung“ entstanden sei.
„Die Bedürfnisse haben sich verändert, viele Angehörige wohnen nicht mehr am Ort oder können aus gesundheitlichen Gründen die Grabpflege nicht übernehmen“, erklärt Jürgen Troll. In der komplett von Gärtnern gestalteten und gepflegten Anlage müssen Angehörige bei der Grabpflege künftig nicht mehr selbst Hand anlegen.
Immer mehr Kommunen setzen auf diesen Trend
Heimsheim reiht sich damit ein in die immer länger werdende Liste von Kommunen, die auf ihren Friedhöfen solche gärtnergepflegten Grabfelder zur Bestattung anbieten. In den Heimsheimer Nachbarkommunen Mönsheim, Wimsheim und Friolzheim gibt es Vergleichbares, ebenso in größeren Städten wie beispielsweise in Renningen.
Vom Friedhofsamt in Mönsheim, wo es diese Möglichkeit schon eine Weile gibt, ist zu erfahren, dass das dortige gärtnergepflegte Grabfeld gut nachgefragt werde. „Es ist eine Erleichterung für die Angehörigen“, so die Erfahrung der für das Friedhofswesen zuständigen Mitarbeiterin Amelie Aschekowski. Auch hier ist die Idee nicht neu. Der Geschäftsführer der Württembergischen Friedhofsgärtner-Genossenschaft, Thorsten Baege, stellte diese Form der Grabpflege vor einiger Zeit im Gemeinderat vor. Bei der Präsentation des neuen Bereichs auf dem Friedhof sagte er jetzt, dass dies auch eine Alternative etwa zur Waldbestattung sei, wo man nach einiger Zeit das Grab des Angehörigen womöglich nicht mehr finden könne.
Die Genossenschaft, der rund 400 Gärtnereien angehören, hat die Anlage geplant, drei ihrer Mitgliedsbetriebe aus Heimsheim, Wurmberg und Pforzheim haben sie gestaltet und pflegen sie. Die Stadt hat 18 000 Euro investiert, um etwa die Wege auf dem Grabfeld herzustellen. Der Genossenschafts-Geschäftsführer Baege dankte besonders dem Heimsheimer Wassermeister Achim Gompper. Er habe selten erlebt, dass jemand mit so viel Herzblut solche Arbeiten auf dem Friedhof begleitet.
Die Grabpflege läuft 15 Jahre lang
Das neue Grabfeld bietet Platz für 40 Urnenreihengräber mit einem Gemeinschaftsgrabmal und für 84 Urnen in Wahlgräbern, in denen auch zwei Bestattungen möglich sind. Die Grabpflege gibt es nicht zum Null-Tarif. Die Angehörigen schließen mit der Genossenschaft einen Pflegevertrag über 15 Jahre ab. Die Kosten dafür liegen zwischen 2200 und 5200 Euro für die gesamte Laufzeit. Dazu kommen noch die Bestattungs- und Grabnutzungsgebühren, die die Stadt erhebt. Diese sind in der Friedhofssatzung geregelt, die auf der Homepage der Stadt zu finden ist.