Maike Kienzlen von den Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen spricht über die abgelaufene Saison und den abermals verpassten Aufstieg.
Für die Regionalliga-Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen ist am vergangenen Samstag eine lange Saison zu Ende gegangen – zwar mit einem finalen Heimerfolg in der Aufstiegsrunde gegen den TuS Schutterwald, aber eben nicht mit dem erhofften Sprung in die dritte Liga. Warum das Team wie schon in der vergangenen Runde am Aufstieg gescheitert ist, darüber spricht die Kapitänin und Kreisläuferin Maike Kienzlen, 28, im Interview.
Frau Kienzlen, eine lange Saison – mit Verlängerung – ist endlich vorbei. Wie fühlen Sie sich?
Ehrlich gesagt bin ich froh über die Pause – körperlich wie mental. Die Saison war nicht nur lang, sondern auch intensiv. Gerade weil sie dieses Spieljahr sogar noch länger ging als gewohnt, tut es jetzt gut, einmal durchzuatmen.
Wie schon in der vergangenen Saison haben Sie mit Ihren Mitspielerinnen in der Aufstiegsrunde den Sprung in die dritte Liga verpasst. Wie sehr schmerzt Sie das?
Es schmerzt sehr. Wenn man die ganze Saison betrachtet, sieht man, wie stark wir uns als Team weiterentwickelt haben. Wir haben viele gute Spiele gezeigt und waren auf einem richtig guten Weg. Umso mehr tut es weh, weil wir wissen, dass wir es eigentlich besser können – und auch besser hätten machen müssen.
Und welcher verpassten Chance trauern Sie mehr nach – der im vergangenen Jahr oder jener in dieser Runde?
Beides tut weh, aber auf unterschiedliche Weise. Im vergangenen Jahr war es die sprichwörtlich letzte Sekunde, in der uns der Aufstieg entglitten ist – das war emotional brutal. Dieses Jahr bleibt eher ein Gefühl von Ratlosigkeit zurück. Besonders schwer ist es, dass wir in der Relegation noch Spiele bestreiten mussten, obwohl schon klar war, dass es nicht mehr für den Aufstieg reicht.
Waren die anderen drei Teams in der Aufstiegsrunde einfach besser oder müssen Sie und Ihre Mitspielerinnen sich an die eigene Nase fassen?
Ich denke, wir müssen ehrlich zu uns selbst sein: Es lag vor allem an uns. Natürlich stehen in der Aufstiegsrunde starke Gegner – keine Frage. Aber ich bin überzeugt, dass wir gegen alle drei Teams hätten gewinnen können. Es lag nicht an deren Stärke, sondern daran, dass wir unser eigenes Potenzial nicht abgerufen haben.
Haben Sie sich angesichts mancher deutlicher Erfolge in der Liga zu sicher gefühlt? Waren die Gegner – mit Ausnahme vom TuS Schutterwald – bis zur Aufstiegsrunde zu schwach?
Der Start in die Saison war alles andere als leicht, vor allem nach dem bitteren Ende in der vergangenen Saison. Aber wir haben uns reingekämpft, stetig gesteigert und auch gegen Mannschaften, gegen die wir uns vergangene Saison noch schwergetan haben, starke Leistungen gezeigt. Zum Beispiel das Spiel gegen Schutterwald in der Hinrunde, das wir mit zehn Toren gewonnen haben. Zu sicher waren wir sicher nicht – dazu war die Enttäuschung aus dem vergangenen Jahr noch zu präsent.
Auffällig war, dass es vor allem im Angriff nicht rund lief. Rückraumspielerinnen wie Sara Kuhrt oder Larissa Bürkle haben in der Aufstiegsrunde weniger Durchschlagskraft gezeigt. Wie erklären Sie sich das?
Ich würde das nicht auf einzelne Spielerinnen reduzieren. Wir haben es als Mannschaft in der Relegation nicht geschafft, unsere offensive Leistung auf die Platte zu bringen. Natürlich spielen Faktoren wie Druck und eine lange Saison eine Rolle. Aber wäre die Erklärung so einfach gewesen, hätten wir es spätestens im zweiten Spiel besser gemacht.
Ihr Trainer Sven Bühler hat in den vergangenen Spielen gefehlt. Wie sehr hat sich das ausgewirkt?
Er hat uns definitiv gefehlt – sowohl im Training als auch am Spielfeldrand. Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass unsere Co-Trainerin Anja Itternheim einen großartigen Job gemacht hat. Sie hat Verantwortung übernommen und uns viel Sicherheit gegeben. Dafür sind wir ihr sehr dankbar.
Bis Ende Juli ist jetzt Pause, dann beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison. Wird die Motivation groß genug sein, den nächsten Anlauf Richtung Aufstieg zu nehmen?
Ganz klar: ja. Ich finde es beeindruckend, wie wir uns nach der Enttäuschung vom vergangenen Jahr in diese Saison zurückgekämpft haben. Woche für Woche haben wir uns neu motiviert und uns den Platz in der Aufstiegsrunde erneut verdient. Deshalb bin ich mir sicher: Wir werden nächstes Jahr wieder angreifen.
Sollte der Aufstieg dann endlich gelingen, wären Sie in der dritten Liga noch dabei?
Ich habe für die kommende Spielzeit noch einmal zugesagt. Danach werde ich schauen, ob mein Körper und mein Beruf noch weitere Jahre zulassen.
Handball und andere Hobbys
Handball
Die Kreisläuferin Maike Kienzlen kam im Herbst 2021 zum HC Schmiden/Oeffingen. Zuvor hatte sie beim TV Reichenbach gespielt, bei dem sie schon bei den Minis aufs Tor geworfen hat. Seit der Saison 2023/2024 ist sie Kapitänin der HC-Regionalliga-Handballerinnen.
Hobbys
Die 28-Jährige besucht oft Festivals und Konzerte, geht regelmäßig ins Fitnessstudio, liest gerne und verbringt viel Zeit mit ihren Freunden.