Hautkrankheit Woran erkennt man, dass es Krätze ist?

Von the/dpa 

In Deutschland war Krätze praktisch verschwunden. Jetzt ist die Hautkrankheit wieder auf dem Vormarsch. Woran man Skabies erkennt – und was man tun kann, um sie wieder loszuwerden.

Stuttgart - Es juckt, dass man aus der Haut fahren könnte: Krätze, unter Fachleuten Skabies genannt, kann jeden treffen. Die Hautkrankheit war in Deutschland praktisch verschwunden. Jetzt ist sie wieder auf dem Vormarsch – auch in Stuttgart. Woher die Krankheit kommt, wie man sie diagnostiziert und was man tun kann, um sie wieder loszuwerden – hier finden Sie Antworten:

Woher kommt die Krätze?

Milben sind der Auslöser für die Krätze. Sie werden durch engen Hautkontakt weitergegeben. Übertragen wird die Krätze daher meist zwischen Kindern und ihren Eltern, Partnern oder auch pflegebedürftigen Personen und ihren Betreuern. Während Menschen mit einer gewöhnlichen Skabies oft nur von einigen Dutzend Milben befallen sind, können es bei der schwereren Krustenskabies Millionen dieser Tiere sein.

Die an manchen Körperarealen dünne, warme Haut wie etwa an Fingerzwischenräumen und Knöchelregionen oder am Nabel und am Gesäß, wird von den kaum erkennbaren Spinnentieren bevorzugt. Sie bohren sich in die obere Schicht der Haut. Die Weibchen legen dort Gänge an und ihre Eier oder auch Kot ab.

Welche Symptome macht die Krätze?

Die Immunreaktion des Körpers gegen die Milbenattacke löst den starken Juckreiz aus. Bläschen, gerötete Knötchen und die typischen Muster der Gänge der Tiere gelten als weitere Anzeichen. Patienten mit schwachem oder unterdrücktem Immunsystem verspüren oft keinen Juckreiz, die Krankheit kann sich daher lange unbemerkt ausbreiten.

Was kann man tun?

Bereits bei den ersten Krätze-Anzeichen wie gerötete Papeln im Intimbereich, zwischen den Fingern oder in den Achseln und vor allem nächtlichem Juckreiz solle man zügig den Arzt aufsuchen. Keine falsche Scham: „Eine Ansteckung mit Krätze kann jeden treffen und hat nicht automatisch etwas mit Hygiene zu tun“, erklärt Utta Petzold, Hautärztin bei der Krankenkasse Barmer. Besonders leicht könne sich die Krätzmilbe in Kitas verbreiten.

Da Krätzmilben außerhalb des menschlichen Körpers einige Tage überleben könnten, rät die Expertin den Betroffenen und ihren Kontaktpersonen, Kleidung und Bettwäsche täglich zu wechseln und bei mindestens 60 Grad zu waschen. Handtücher solle man direkt nach Gebrauch erneuern. Nicht waschbare Dinge sollten 7 bis 14 Tage lang luftdicht verpackt werden.

Ist Krätze meldepflichtig?

Nach Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 300 Millionen Menschen an Krätze erkrankt. Wie viele es in Deutschland sind, weiß niemand. Eine landes- oder bundesweite Meldepflicht gibt es nicht. Nur Einrichtungen, in denen sich die Krätze schnell ausbreiten kann, müssen Ausbrüche an die Gesundheitsämter melden: Kitas, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Flüchtlingsheime oder auch Gefängnisse.

Weil diese ihre Daten aber nicht an Landesbehörden oder das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) weiterleiten müssen, ist selbst hier unklar, wie die bundesweite Lage aussieht. Das RKI spricht von einer “sehr lückenhaften Datenlage“.

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