Fast 26 Millionen Euro beträgt das Gesamtvolumen, das die Schleglerstadt in diesem Jahr bewirtschaften und bewegen will.
Wie in anderen Gemeinden auch sieht die Stadt Heimsheim ihren finanziellen Spielraum im laufenden Jahr ebenfalls weiter schrumpfen. Vor allem die steigenden Umlagen, die die Kommune zu zahlen hat, seien eine Herausforderung, erklärte der Kämmerer Johannes Schaber bei der Vorstellung des Entwurfs für den Haushaltsplan. Fast 26 Millionen Euro beträgt das Gesamtvolumen, das die Schleglerstadt in diesem Jahr bewirtschaften und bewegen will. Der Kämmerer rechnet zum Jahresende mit einem Defizit von 2,8 Millionen, das durch Grundstücksverkäufe auf 1,9 Millionen verringert werden könne. Zwar plant die Stadt keine Kreditaufnahme, aber die Rücklagen sinken wohl weiter auf rund 2,5 Millionen Euro.
Heimsheim muss 4,4 Millionen Euro an den Enzkreis abdrücken
Besonders stark steigt der Betrag, den Heimsheim an den Enzkreis abführen muss. Lag die Kreisumlage im Jahr 2024 noch bei 2,4 Millionen, so sind für dieses Jahr 4,4 Millionen eingeplant. Der Grund dafür ist nicht nur das für Heimsheim steuerstarke Jahr 2024, sondern auch eine Erhöhung der Kreisumlage um über zwei Prozentpunkte. Die gesamten Transferaufwendungen (8,9 Millionen) übersteigen in diesem Jahr sogar die voraussichtlich um 5,6 Prozent steigenden Personalkosten (8,3 Millionen) als größten Ausgabenposten, so der Kämmerer.
Auf der Einnahmenseite sind die Gewerbe- und die Einkommensteuer die größten Posten. Weil die in 2025 eingegangenen Gewerbesteuern deutlich höher waren als die veranschlagten 4,5 Millionen, rechnet die Stadt für dieses Jahr mit 5,3 Millionen Euro. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer wird mit 4,3 Millionen angesetzt. Für andere Einnahmeposten wie die Grund- und die Gewerbesteuer stehen die Hebesätze aufgrund der angespannten Haushaltslage jetzt auf dem Prüfstand. Die Verwaltung schlägt vor, für die Grundsteuer B den Hebesatz von derzeit 143 Punkte um 15 Prozent auf 170 Punkte zu erhöhen. Der Hebesatz für die Gewerbesteuer soll von 340 auf 360 Punkte steigen.
Rund 2,7 Millionen Euro will die Stadt für eine Reihe von Investitionen in die Hand nehmen. Diese reichen von der Sanierung des Schlosshofs, Tief- und Straßenbauarbeiten am Dickenberg über Investitionen in Schule und Kindergärten, eine Bushaltestelle am See bis zum Ersatz des Spielgeräts am Schlehenweg und die Fertigstellung des gärtnergepflegten Grabfeldes. Die Beschaffung von zwei Feuerwehrfahrzeugen steht ebenso auf dem Programm wie die Fortführung der Stadtkernsanierung.
Für das Rathaus im Graevenitz’schem Schloss ist die Schaffung einer provisorischen Außentreppe angedacht. Diese soll ermöglichen, dass der derzeit aus Brandschutzgründen für Gemeinderatssitzungen nicht mehr zugelassene Ratssaal wieder genutzt werden kann. Das Vorhaben muss allerdings noch vom Landratsamt genehmigt werden. „Ein komplexes Thema“, so der Kommentar von Bürgermeister Jürgen Troll dazu.
Ob die von der Verwaltung vorgeschlagene neue 50-Prozent-Stelle zur Unterstützung des Bürgermeisters „aufgrund des steigenden Aufwands für die Gemeinderatstätigkeit“, so Johannes Schaber, jedoch vom Gemeinderat genehmigt wird, ist fraglich. Dieses Thema stand bereits früher in der Diskussion. Im März wird der Gemeinderat den Haushalt beraten und beschließen.