Ostfilderns Luis Foege (am Ball) versucht, sich durch die TVN-Abwehr durchzusetzen. Foto:  

Die Regionalliga-Handballer der HSG Ostfildern unterliegen dem Drittletzten TV Neuhausen/Erms mit 39:40 – und stecken in der Negativspirale fest.

Fassungslosigkeit machte sich in der Körschtalhalle breit, als die Schlusssirene die Regionalliga-Partie zwischen der HSG Ostfildern und dem TV Neuhausen/Erms beendete. Bis zur 59. Minute führten die Ostfildern mit 39:38, ehe die Neuhausener im Gegenzug ausglichen und vier Sekunden vor der Schlusssirene doch noch den 40:39 (17:19)-Sieg feierten. Während die Neuhausener jubelten, blieben die HSG-Verantwortlichen und-Spieler frustriert auf der Platte zurück.

 

HSG kassiert „einfach viel zu viele Gegentore“

Durch den Sieg hat der Drittletzte TVN nun einen Sechs-Pluspunkte-Abstand auf den Vorletzten TV Plochingen, die HSG verlor dagegen den Anschluss an das Mittelfeld und rangiert mit 17:21 Punkten auf Rang zwölf. „Wir sind einfach sehr enttäuscht. Rückblickend sind es keine guten Wochen für uns gewesen, denn es ist nun unsere dritte Niederlage in Serie“, ärgerte sich HSG-Coach Marco Gaßmann und ergänzte: „Wir werfen 39 Treffer – das ist ein Top-Wert, aber bekommen dafür auch 40. Das sind dann einfach zu viele Gegentore.“ Und Ostfilderns Teammanager Matthias Dunz, der für den privat verhinderten Co-Trainer Marc Schwöbel auf der Bank saß, brachte es auf den Punkt: „Es war sicherlich keine Abwehrschlacht, aber ein Offensivspektakel.“

Die Neuhausener gingen zwar nach zwei Minuten durch Matthias Götz in Führung, danach übernahm aber die HSG die Kontrolle über die Partie, führte nach fünf Minuten durch den Treffer des stark aufspielenden Ben van der Mei mit 5:3 – und erarbeitete sich bis zur 10. Minute einen Vier-Tore-Vorsprung (8:4). Zu diesem Zeitpunkt hatten die Ostfilderner Fans noch wenig Sorge, dass die Partie überhaupt noch mal kippen könnte.

Das Blatt wendete sich aber, als der Ex-Plochinger Felix Stahl den 5:8-Anschlusstreffer erzielte, die Neuhausener einen 3:0-Lauf hatten – und die HSG nach 15 Minuten den 11:11-Ausgleich kassierte. „Wir kamen eigentlich gut rein ins Spiel, haben die Neuhausener, die unter anderem in Stahl, Patrik Letzgus und Valentin Mosdzien Qualität nach vorne haben, aber wieder zurückkommen lassen. Da mussten wir dann selbst viele Tore werfen, um mitzuhalten“, resümierte Coach Gaßmann. Aber auch bis zur Pause sah die Ostfilderner Welt noch in Ordnung aus, denn die HSG verabschiedete sich mit einer 19:17-Führung in die Kabine.

Eine „zerfahrene“ zweite Hälfte

„In der zweiten Hälfte hat die Partie komplett den Faden verloren und das Spiel wurde unruhig. Das lag zum einen an uns, zum anderen aber auch an Entscheidungen, die von den Schiedsrichtern getroffen wurden, aber auf beiden Seiten“, sagte Gaßmann – und Teammanager Dunz fügte hinzu: „Unser Spiel war dann zu zerfahren und wir haben zu viele Fehler gemacht.“

Der zweite Spielabschnitt war von Spannung, aber auch von vielen Nickligkeiten auf beiden Seiten geprägt. Denn es ging hin und her: Die Ostfilderner führten zwar immer wieder mit einem Treffer, den Neuhausenern gelang es aber auch schnell, das Ergebnis wieder zu egalisieren. Erst ab der 37. Minute erarbeiteten sich die HSG-Handballer einen Zwei-Tore-Abstand durch die Treffer von Florian Distel und van der Mei. Diesen Vorsprung hielten die Ostfilderner bis sechs Minuten vor dem Ende, ehe die Partie noch einmal hektischer wurde – und der TVN eine Minute später zum 36:36-Ausgleich durch Max Streubel kam.

Fassungslosigkeit auf der Platte

Dass die Ostfilderner vier Sekunden vor der Schlusssirene aber dann doch noch das 40. Gegentor kassieren und ohne Punkte aus der Halle gehen würden, hätten in der Körschtallhalle wohl die wenigsten Zuschauer gedacht. Während Neuhausens Siegtorschütze Nadim Brockhaus sich feiern ließ, beklatschten die HSG-Fans zwar die Leistung ihres Teams – waren aber genauso wie die Spieler auf der Platte immer noch fassungslos über das Geschehene.

„Es ist echt schwer, diese Partie in Worte zu fassen. Es wäre ein wichtiger Sieg für uns gewesen“, haderte Gaßmann, der den Blick nach vorne richtete: „Wir müssen die vergangenen Spiele über die Faschingspause aufarbeiten und dann geht es weiter.“ Für die HSG steht dann am Samstagabend, 21. Februar, das Auswärtsspiel beim Neunten SG Heddesheim an. Für die Ostfilderner ist es nun an der Zeit, die Kurve zu kriegen, um nicht weiter nach unten abzurutschen.

HSG Ostfildern: Breuning, Arnold; Distel (1), Gehrung (9/5), van der Mei (9), Böhm (7), Keim (5), Foege (5), Steinfath, Lehmkühler (2), Piskureck (1), Aichele, Zacherl.

TV Neuhausen/Erms: Hauptvogel (1), Vogel; Streubel (2), Pohr (2), Brockhaus (2), Stahl (6), Symanzik, Patrick Bauer (1), Manuel Bauer, Mosdzien, Böhm, Letzgus (10/7).

Schiedsrichter: Markus Kolb / Samuel Wilhelm (Karlsruhe/Neudorf).

Zuschauer: 250.

Zeitstrafen: 14:10 – zwei Mal zwei Minuten für Keim, Aichele (Ostfildern), Brockhaus (Neuhausen/Erms) und zwei Minuten für Distel, Böhm, Foege (Ostfildern), Pohr, Patrick Bauer, Mosdzien (Neuhausen/Erms).

Beste Spieler: Van der Mei, Foege, Gehrung / Stahl, Letzgus.