Kein Durchkommen für Sara Kuhrt und den HC Schmiden/Oeffingen im Spitzenspiel gegen den TuS Schutterwald. Foto: /Günter Schmid

Die Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen verlieren nicht nur das Spitzenspiel in der Regionalliga gegen den TuS Schutterwald mit 23:27, sondern auch die Tabellenführung.

Hätte der Trainer Sven Bühler das Drehbuch für das Spitzenspiel in der Regionalliga zwischen den Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen und des TuS Schutterwald schreiben dürfen, dann wäre das Ende sicherlich ein erfreulicheres aus Sicht der Gastgeberinnen gewesen. Nicht sein Team hätte am Ende in der Schmidener Sporthalle vor gut 300 Zuschauern mit 23:27 (13:15) das Nachsehen gehabt, sondern die Gäste. Und auch die wohl schwere Knieverletzung von Linda Leukert, die sich die Rückraumspielerin zweieinhalb Minuten vor der Schlusssirene ohne Gegnereinwirkung zugezogen hatte, wäre nicht vorgekommen.

 

Linda Leukert wird wohl länger fehlen

Nach dem deutlichen 31:21-Hinspielerfolg Mitte vergangenen November hatte der HC-Trainer mit einem neuerlichen Sieg – wenn auch nicht so deutlich – und der erfolgreichen Verteidigung der Tabellenführung geliebäugelt. Entsprechend wortkarg war er nach der Partie. „Ich bin einfach nur leer“, sagte Bühler. Und, dass der Frust über die unnötige Niederlage deutlich größer wäre, hätte sich Linda Leukert nicht verletzt. Eine Diagnose stand zwar auch gestern noch aus, dass die Rückraumspielerin, die durchaus auch mal ein Spiel allein entscheiden kann, länger fehlen wird, dürfte außer Frage stehen – auch wenn nach minutenlanger Behandlung auf dem Feld das Lächeln langsam zurück ins Gesicht kehrte.

Beim HC hat es an allem gehakt

Die 23:27-Niederlage, es war erst die zweite in dieser Saison, hatten sich die Gastgeberinnen derweil selbst zuzuschreiben. Viele technische Fehler, viele Fehlwürfe, ein mitunter schlechtes Rückzugsverhalten, ein oftmals viel zu passives Abwehrverhalten, Ideenlosigkeit im Angriff und ein klares Torwart-Plus beim Gegner – kurz: es hat an allem gehakt.

Im Hinspiel den HC deutlich unterschätzt

Nur dreimal, beim 7:6 (16. Spielminute), 16:15 (33.) und 17:16 (35.), lag der HC-Verbund am Samstagabend vorn. Nach dem Treffer zum 18:17 (37.) von Schutterwalds erfolgreichster Werferin Nadja Kaufmann (acht Tore), gaben die Gäste die Führung nicht mehr ab. „Ich denke, dass wir verdient gewonnen haben“, sagte der 2,02 Meter große TuS-Trainer Michael Bohn, der zugab, dass er den HC im Hinspiel deutlich unterschätzt hatte. Entsprechend sei für das Rückspiel klar gewesen, „dass wir an unsere Grenzen gehen müssen, wenn wir gewinnen wollen“. Das haben seine Spielerinnen sicherlich nicht gemacht, weil auch sie etliche technische Fehler sowie zahlreiche Fehlwürfe verbuchten. Gereicht hat es aber gegen ein schwaches HC-Team allemal. „Wir waren heute sehr beweglich, haben Tempo gemacht und sind in die Lücken gegangen“, sagte Bohn, der kein Geheimnis daraus macht, dass der Drittliga-Absteiger schnellstmöglich wieder in die dritte Liga zurück möchte.

Der Aufstieg hat oberste Priorität

So sei ihm der Aufstieg viel lieber als der Meisterwimpel, den sein Team, sollte es sich in den noch vier ausstehenden Spielen keinen Ausrutscher mehr erlauben, sicher hat. Allerdings wartet auf den neuen Tabellenführer am 29. März auch noch der TSV Bönnigheim, der dem HC Schmiden/Oeffingen erst vor drei Wochen die erste Niederlage beigebracht hatte und seit nunmehr acht Spielen ungeschlagen ist. Bei Punktgleichheit hätte der HC dank des direkten Vergleichs wieder die Nase vorn.

Das Spiel schnell abhaken, auf die nächsten Aufgaben blicken und es dann wieder besser machen – nur so kann das Motto von Coach Bühler und seiner Entourage lauten. Für die Aufstiegsrunde ist der HC ja ebenso wie der TuS längst qualifiziert. Und in dieser kommt es dann zu zwei neuerlichen Duellen der Spitzenteams.

HC Schmiden/Oeffingen: Schmid, Hoffrichter – Kuhrt (4), Leukert (4), Gaiser (3), Ehrhardt (3), Lutz (3), Baur (2), Bürkle (2/1), David (1), Hojczyk (1), Kienzlen, Weckerlein, Kirr, Haase.