Die Handballer des TSV Schmiden verlieren die Heimpartie in der Oberliga gegen die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen am Samstagabend mit 28:32 (13:16). Und der Trainer Benjamin Koch fragt sich einmal mehr, warum sein Team das eigene Leistungsvermögen nicht abrufen kann.
Benjamin Koch war nach der Schlusssirene einmal mehr ratlos – und enttäuscht. Soeben haben die Handballer des TSV Schmiden die Heimpartie in der Oberliga gegen die SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen mit 28:32 (13:16) verloren. Und der TSV-Coach wusste nicht so wirklich, warum die Seinen einmal mehr ihr Leistungsvermögen nicht konstant abrufen konnten. „Wir spielen phasenweise gut und dann lassen wir uns in der Abwehr wieder durch einfache Kreuzbewegungen aushebeln“, sagte er.
Beim 17:17 nah dran, das Spiel zu drehen
Dabei hatte es kurz nach dem Seitenwechsel so ausgesehen, als ob der TSV die Partie in der heimischen Sporthalle zu seinen Gunsten würde drehen können, nachdem er im ersten Durchgang kein einziges Mal in Führung gelegen hatte. Nur einmal, beim 7:7 (12. Minute), war es Remis gestanden. Doch nach dem zweiten Ausgleichstreffer an diesem Abend zum 17:17, erzielt vom A-Jugendlichen Lino Klein (36.), war es schnell wieder vorbei mit der Herrlichkeit. Sechs Minuten später führten die Gäste mit 23:19 und ließen sich in der Folge auch nicht mehr von der Siegerstraße drängen. Die Schmidener kamen nur noch zweimal auf zwei Tore heran (25:27, 27:29).
Schlechte Anspiele an den eigenen Kreisläufer
Es war schlicht ein gebrauchter Tag für die Gastgeber. Und das hatte gleich mehrere Gründe. Zum einen leisteten sich die Protagonisten 20 technische Fehler. „Das sind einfach viel zu viele“, sagte Benjamin Koch. Vor allem das Anspiel an den eigenen Kreisläufer war katastrophal, brachte die junge Gästemannschaft (Durchschnittsalter 21,8 Jahre) in Ballbesitz und zu schnellen Toren. So auch in der Schlussphase, als der TSV nach zwei Rückraumtoren von Matthias Fischer noch einmal auf 27:29 herangekommen war (58.). Es folgten zwei völlig misslungene Anspielversuche an den Kreisläufer – und die SG führte 25 Sekunden vor Schluss wieder mit vier Toren (31:27).
15 Fehlwürfe aufseiten des TSV
Zum anderen warteten die Gastgeber mit zehn Fehlwürfen in der ersten Hälfte auf, darunter auch zwei vergebene Siebenmeter, sowie mit fünf weiteren im zweiten Durchgang. Das machte die Sache nicht einfacher. Einzig auf die Außenspieler war Verlass, sie hatten eine recht gute Trefferquote. Und auch Eric Geßwein, der zweitjüngste im TSV-Trikot, machte im rechten Rückraum ein gutes Spiel, nahm den Kampf gut an.
SG-Trainer macht Schwachstelle im TSV-Abwehrverbund aus
Allerdings gab es am Samstag nur einen, der sich beim TSV die Note eins verdiente: Magnus Riegel. Der Torwart hatte einen starken Tag erwischt und glänzte mit 18 Paraden. „Hätten wir ihn heute nicht zwischen den Pfosten gehabt, wäre die Niederlage noch deutlicher ausgefallen“, sagte Benjamin Koch. Zumal Riegel auch einige freie Würfe gekonnt parierte. Denn immer wieder schafften es die Gäste große Lücken in der TSV-Abwehr aufzureißen – insbesondere auf ihrer rechten Angriffsseite. SG-Trainer Jörg Ebermann hatte nach dem Videostudium genau da eine Schwachstelle im TSV-Verbund ausgemacht. „Unser Konzept hat gut funktioniert, die Schmidener haben es nicht verteidigt bekommen.“
In den entscheidenden Phasen waren die Gegner voll da
Indes: Frei von Fehlern war auch das Spiel der Gäste, die mit dem Erfolg in der Tabelle am TSV vorbeigezogen sind, bei Weitem nicht. Auch sie spielten mitunter fahrig und leisteten sich zahlreiche technische Fehler. Oder wie es Ebermann sagte: „Wir haben unseren Flow zwischendurch verloren.“ Aber in den entscheidenden Phasen waren seine Spieler, angeführt von Mittelmann Luk Bartsch (fünf Tore), eben wieder konzentriert und voll da.
Die Schmidener hingegen müssen die eigenen Unkonzentriertheiten endlich abstellen, cleverer spielen und wieder mehr an sich selbst glauben – wenn sie denn das nächste Heimspiel gewinnen wollen. Das steht bereits am kommenden Samstag, 18 Uhr, an. Zu Gast ist dann der TSV Deizisau.
TSV Schmiden: Riegel, Scheiner – Fischer (6/1), Bühler (5), Klein (5), Geßwein (4), Feirabend (3/1), Pichler (2), Ehlers (2), König (1), Manuel Koch, Hirning, Züfle, Hellmann.