Die 17-jährige Handballerin vom HC Schmiden/Oeffingen arbeitet nach ihrem Sprunggelenksbruch an ihrem Comeback.
Anni Horn muss sich weiterhin in Geduld üben. Auch wenn dies der 17-Jährigen nicht immer leicht fällt. Doch der Bruch im rechten Sprunggelenk, den sich das Handball-Talent Ende Oktober im Training zugezogen hat, ist immer noch nicht verheilt. „Ich will aber auf jeden Fall in dieser Saison noch einmal angreifen“, sagt die Rückraumspielerin, die sich seit dieser Runde das Trikot der Regionalliga-Handballerinnen des HC Schmiden/Oeffingen überstreift – wenn sie denn nicht mit den A-Jugendlichen des SV Kornwestheim, die auch in der Regionalliga spielen, gefordert ist und die bei den Spielen am Wochenende Vorrang haben. Auch am Samstag, 20 Uhr, wenn der HC in der Schmidener Sporthalle den TSV Rintheim empfängt, ist Anni Horn einmal mehr zum Zuschauen verdammt.
Beim HC im Training am wohlsten gefühlt
Dass der Teenager, der im März 18 Jahre alt wird und kurz darauf am Lichtenstern-Gymnasium in Sachsenheim das Abitur in den Leistungsfächern Englisch, Deutsch und Sport ablegen wird, im vergangenen Sommer bei den HC-Frauen angeheuert hat, liegt vor allem am eigenen Ehrgeiz. „Ich will mich weiterentwickeln, und beim HC habe ich mich im Training am wohlsten gefühlt“, sagt die 1,75 Meter große Rechtshänderin, die, wenn sie nicht verletzt ist, viermal in der Woche trainiert. Außerdem kannte sie bereits die HC-Torfrau Chantal Schmid, die früher ebenfalls in Kornwestheim gespielt hat.
Xeni Smits ist das große Vorbild
Ihr Können hat Anni Horn in den drei Spielen, die sie bisher lediglich für den HC absolvieren konnte, gleich aufblitzen lassen – nicht nur im Angriff mit insgesamt neun Toren, sondern auch in der Abwehr, in der sie gern im Innenblock spielt. Wie ihr großes Vorbild Xenia Smits, die Abwehrchefin der deutschen Nationalmannschaft. „Abwehrarbeit macht mir echt viel Spaß“, sagt die in Bietigheim wohnende Handballerin über ihre vielleicht sogar größte Stärke.
Von den Minis bis in die Nationalmannschaft
Angefangen hat Anni Horn mit dem Handballspielen bei den Minis der SG BBM Bietigheim. Im zweiten C-Jugend-Jahr wechselte sie dann zur HABO Bottwar SG, ehe sie sich schließlich zwei Jahre später – mittlerweile längst württembergische Auswahlspielerin – dem SV Kornwestheim anschloss. Bei dem schaffte sie schließlich den Sprung in den erweiterten Nationalkader ihrer Altersklasse. „Ich bin keine Stammspielerin, werde aber immer mal wieder zu Lehrgängen eingeladen“, sagt Anni Horn. Trotzdem zählt sie im vergangenen Juli zum 15-köpfigen deutschen U-17-Aufgebot beim European Youth Olympic Festival (EYOF) im nordmazedonischen Skopje. Und dort durfte sie dann auch ganz unerwartet ihren bisher größten sportlichen Erfolg feiern. Denn das deutsche Team gewann die Goldmedaille. Und die hängt nun mit dem Nationaltrikot in ihrem Zimmer an der Wand. „Das war schon ein tolles Erlebnis“, sagt Anni Horn, der nachgesagt wird, dass sie der Ruhepol auf dem Spielfeld sei und Situationen mit Köpfchen zu nutzen weiß. Besonders eindrücklich sei das Singen der Nationalhymne gewesen – mal nicht als Zuschauerin auf der Tribüne, sondern als Spielerin auf dem Feld. „Das setzt schon noch mal zusätzliche Energie frei“, sagt die Gymnasiastin, die vielleicht selbst einmal an einem Gymnasium als Lehrerin unterrichten möchte.
Es kribbelt schon in den Fingern
Der sportliche Traum der Spielerin mit der Nummer 77 auf dem Rücken – ihre Lieblingszahl sieben war in Kornwestheim schon vergeben, weshalb sie sich für die 77 entschied – ist derweil, einmal den Sprung in die zweite oder erste Liga zu schaffen. Noch hat sie Zeit, sich dafür auch beim HC Schmiden/Oeffingen weiterzuentwickeln – wenn denn die Verletzung vollends auskuriert ist. So lange muss sie sich noch in Geduld üben. Aber in den Fingern, gibt sie zu, „ kribbelt es schon gewaltig“.