Niko Henke und sein Torwart-Kollege Jan Tinti waren mit ihren starken Paraden entscheidend am Derbysieg beteiligt. Foto: Andreas Essig

Die Lurchis siegen im wie erwartet torreichen Derby gegen den TV Neuhausen/Filder 1898 mit 40:37 und bleiben souveräner Spitzenreiter in der 3. Liga Süd.

Die Drittliga- Lurchis haben sich am Sonntagabend im Derby gegen den TV Neuhausen/Filder den nächsten Sieg gesichert und bleiben im 13. Spiel in Folge ungeschlagen. Wie erwartet entwickelte sich in der Sporthalle Ost beim 40:37 eine äußerst torreiche Begegnung. „Es war ein typisches Derby: fair, spannend, aber nicht unbedingt hochklassig“, sagte Cheftrainer Alexander Schurr nach der Partie.

 

Die Anfangsphase verlief auf beiden Seiten hektisch. SVK-Keeper Jan Tinti wurde früh zu einem wichtigen Rückhalt und entschärfte einige Würfe. Die Gäste aus Neuhausen nahmen in der Offensive häufig das Tempo heraus, um ihre Angriffe strukturiert aufzubauen, meist über Tobias Haag und vor allem Lukas Fischer. Nach zehn Minuten leuchtete ein 6:6 auf.

Rote Karte schwächt die Maddogs nur bedingt

Während des Treffers zum 6:6 erfolgte eine Schlüsselszene: Tobias Haag sah nach einem Foul, einem Gesichtstreffer an SVK-Spieler Felix Kazmeier die Rote Karte. Geschwächt wurden die Neuhauser-Maddogs durch diesen Verlust keineswegs. TV-Vereinslegende Hannes Grundler kam ins Spiel und erzielte umgehend die 7:6-Führung für die Gäste. Auch im weiteren Verlauf machte sich Haags Fehlen für die Kornwestheimer nicht bemerkbar: So lagen die Gäste in der 14. Minute mit 10:8 vorne.

Finn Joneleit glich wenig später im Alleingang zum 11:11 aus (17.). Insgesamt zeigte sich Kornwestheim in der ersten Halbzeit in der Defensive viel zu zurückhaltend. Die Abstimmung fehlte häufig, konsequentes und frühzeitiges Zupacken ebenso. Kapitän Christopher Tinti ging in diesem Punkt aber immer wieder voran und erzielte in der 20. Minute auch die 14:13-Führung. Trotzdem blieb das Spiel eng umkämpft: Beide Teams leisteten sich zu viele Fehler, seitens der Hausherren waren es vor allem die Fehlwürfe die Probleme machten. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Mit 19:19 ging es in die Pause.

Felix Kazmeier war beim Torfestival gleich zwölf Mal erfolgreich. Foto: Peter Mann

Auch in der zweiten Halbzeit blieb die Partie spannend, wenn auch spielerisch weiterhin kein Leckerbissen. Neuhausen setzte weiterhin stark auf Fischer, doch die Schurr-Sieben war nun besser vorbereitet und deutlich stabiler in der Abwehr. „Ich habe das in der Pause gesagt: Wir haben anfangs nicht im Kollektiv gedacht“, erklärte Schurr. In der zweiten Hälfte arbeiteten die Lurchis defensiv geschlossener und traten insgesamt kämpferischer auf. Vor allem die Ballgewinne - mit fünf Steals - häuften sich. Bereits in der 35. Minute hatten sich die Gastgeber auf 23:20 abgesetzt, bis zur 44. Minute auf 29:25. Neuhausens Trainer Daniel Brack stoppte den Lauf mit einer Auszeit, doch näher als auf zwei Tore kamen die Gäste nicht mehr heran. Großen Anteil daran hatten erneut die SVK-Torhüter Jan Tinti und Niko Henke. Henke war es, der in der Schlussphase gleich drei äußerst wichtige Paraden lieferte.

Für Coach Schurr war Luka Kaysen der Spieler des Spiels

Mit einer 34:32-Führung für Kornwestheim ging es in die Schlussphase. Diese eröffnete Luke Kaysen mit einem seiner wuchtigen Schlagwürfe. Drei der letzten sechs Treffer gingen auf sein Konto – Schurr ernannte ihn, nicht nur deshalb, zum Spieler des Spiels. Insgesamt entschieden die Lurchis die zweite Halbzeit klar für sich. Neuhausen konnte das Spiel nicht mehr selbst in die Hand nehmen. So holte sich der SVK den 40:37-Derbysieg. „Das war nicht nur ein verdienter Sieg, sondern einer, über den wir uns sehr freuen, weil wir wussten, wie schwer es werden würde“, sagte Schurr, dessen Team weiter unangefochtener Tabellenführer in der 3. Liga Süd bleibt.

SVK: Henke, J. Tinti – Reu, Luithardt, Keil, Zeppmeisel (2), Kazmeier (12/4), C. Tinti (1), Lanig (4), Lantella (4), Kaysen (7), Döll (1), Kägler (1), Joneleit (8).