Welche Bedeutung hat Samhain? Foto: n.k.junky

Ist Samhain wirklich der Ursprung Halloweens? Wir betrachten die Geschichte, Bräuche und Bedeutung des keltischen Festes.

Was ist Samhain und welche Bedeutung hat es?

Samhain ist ein Fest keltisch-heidnischen Ursprungs zum Ende der Erntezeit und zu Beginn des Winters. Es wurde bzw. wird jedes Jahr am 31. Oktober gefeiert. Neben Samhain kannten die Kelten wohl noch drei weitere Feste im Laufe des Jahres:

  • Imbolc am 1. Februar
  • Beltane am 1. Mai
  • Lughnasadh am 1. August

Samhain wird bereits in sehr alten irischen Schriften erwähnt, was darauf schließen lässt, dass es schon seit der Antike ein wichtiger Feiertag war. Einerseits wurde zu dieser Zeit die Ernte beendet, andererseits wurde das Vieh von den Weiden zurückgebracht und für den Winter geschlachtet.

Die Legende besagt, dass an Samhain (sowie auch an den anderen drei Feiertagen) die sogenannte „Andere Welt“ offensteht. Das heißt, die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten wurde geöffnet und die Seelen der Toten konnten ihre Häuser wieder aufsuchen – ähnlich wie beim mexikanischen Día de Muertos . In den Häusern wurde dann beispielsweise ein Platz für die Verstorbenen freigehalten.

An Samhain konnten aber durch die geöffneten Tore der Anderswelt auch Geister und Feen („Aos Sí“) die menschliche Welt betreten. Der traditionelle Glaube besagt, dass diese Wesen besänftigt werden mussten, damit Mensch und Vieh den Winter überstanden. Deswegen wurden beispielsweise Speisen und Getränke vor die Tür gestellt. Manche Quellen besagen auch, dass bereits vor hunderten von Jahren das Verkleiden und Vermummen zum Brauch gehörte und dass Menschen von Tür zu Tür zogen, um Essen zu sammeln. Als Tausch wurden oft Gedichte und Verse vorgetragen, was stark an den heutigen Halloween-Brauch amerikanischer Kinder erinnert.

Seit etwa den 1950er Jahren wurde Samhain durch den Wicca-Kult und den Neopaganismus wieder populärer und eigene Samhain-Rituale haben sich herausgebildet.

Welche Verbindung haben Samhain und Halloween?

So wie die Kelten, kannte auch die christliche Kirche bereits Feiertage zum Ende der Erntezeit sowie Totenfeste. Bis heute das bekannteste Beispiel ist Allerheiligen, das im Laufe des 8. Jahrhunderts auf den 1. November festgelegt wurde.

Lesen Sie dazu auch: Totensonntag - Was bedeutet der evangelische Feiertag?

Irland wurde als eines der ersten Länder christianisiert. Es ist anzunehmen, dass Traditionen rund um Samhain und Allerheiligen im Laufe der Zeit in Irland miteinander verschmolzen. Das heißt, das Totenfest, das irische Einwanderer in die USA brachten, war nicht mehr das traditionelle Samhain der Kelten.

Aus dem Vorabend von Allerheiligen wurde der „All Hallow’s Eve“ – und im Laufe der Zeit daraus eben „Halloween“. Weil es heutzutage schwer zu belegen ist, welche Traditionen es zum ursprünglichen Samhain tatsächlich gab, lässt sich auch nur schwer sagen, inwiefern Halloween, Allerheiligen und Samhain zusammenhängen.

Samhain feiern: Rituale und Bräuche

Traditionell wurden zu Samhain von den Kelten spezielle Lagerfeuer entfacht. Diese gab es auch zum Feiertag Beltane. Auch sollen Verkleidungen und Weissagungen zu den alten Traditionen gehört haben.

Da Samhain seit den 1950ern durch Neopaganismus und Wicca-Kult wieder bekannter wurde, haben sich neue Samhain-Rituale und -Bräuche herausgebildet. Diese zeichnen sich aus durch ihre Naturverbundenheit, haben aber auch Gemeinsamkeiten mit christlichen Traditionen zu Allerheiligen oder anderen Totenfesten aus verschiedenen Kulturen.

Möchten Sie Samhain feiern, können Sie sich beispielsweise an diesen Ritualen orientieren:

  • Einen Samhain-Altar einrichten mit Symbolen der Ernte und des Herbstes (Kürbisse, Wurzelgemüse, Nüsse, Beeren, Blätter, Eicheln, Wein usw.) sowie mit Symbolen der Vergänglichkeit (Federn, Schädel, Papier-Geister)
  • Der Samhain-Altar kann auch als Ahnen-Altar dienen, indem Fotos, Erb- und Erinnerungsstücke von Verstorbenen darauf platziert werden. An Samhain können Sie sich bewusst Zeit nehmen, Ihren Ahnen zu gedenken, mit ihnen zu sprechen und gute Wünsche auszusenden.
  • Eine Alternative zum Altar ist der Friedhofsbesuch, so wie er auch zu Allerheiligen üblich ist. Nehmen Sie sich Zeit zum Gedenken und Trauern sowie für die Grabpflege. Bringen Sie Grabschmuck mit, um das Grab zu verschönern.
  • Ein Samhain-Abendessen zubereiten: Der Fokus sollte dabei auf saisonalen und regionalen Produkten liegen, also beispielsweise Wildfleisch, Kürbis, Kartoffel, Rüben usw. Auch dunkles Brot und Wein gehören dazu.

Für viele Wiccans und Neuheiden stehen auch heute noch Weissagungen im Zentrum von Samhain. Wer also Interesse daran hat, kann eine Séance durchführen oder Tarotkarten legen.

Wie wird „Samhain“ richtig ausgesprochen?

Die irisch-gälische Sprache ist für viele ungewohnt, da sich Schreibweise und Aussprache zum Teil stark von dem unterscheiden, was wir gewohnt sind. Das gilt auch beim Wort „Samhain“. Laut internationalem phonetischen Alphabet wird es [ˈsawəɲ] ausgesprochen. Sehr vereinfacht ausgedrückt, werden das m und h in „Samhain“ nicht so ausgesprochen, wie wir es gewohnt sind, sondern eher wie ein englisches „w“ wie in wind. „Samhain“ klingt also in etwa wie „sa-wuein“.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: