Bei einer Wanderurlaub ist es besonders bedeutend, dass nichts Wichtiges vergessen wird. Foto: Shutterstock/ Zakirov Aleksey

Wandern ist eine besonders beliebte Aktivität bei Aktivurlaubern. Ob nur eine Tagestour oder doch ein ganzer Wanderurlaub mit mehrtägiger Wanderung – die richtige Vorbereitung und das richtige Gepäck ist besonders wichtig. Alles Wissenswerte und zahlreiche Tipps zum Wanderrucksack, Wanderkleidung und der richtigen Wanderausrüstung.

Stuttgart – Naturfreunde und Aktivurlauber finden ihr Urlaubsglück im Wanderurlaub. Dieser kann individuell gestaltet und geplant werden oder aber auch bei einem Reiseanbieter gebucht werden. Die verschiedensten Formen des Wanderurlaubs haben sich etabliert. Von individuellen Wanderurlauben über geführte Wandertouren und Schneeschuh- oder Winterwandern, über Alpenüberquerungen und Fernwanderungen bis hin zum Genusswandern, Wandern mit Kindern oder dem Hund.

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Wanderurlaub: Deutschland auf Wanderwegen entdecken

Individueller Wanderurlaub

Bei dieser Art des Wanderurlaubs können Urlaubende individuell nach Lust und Laune entscheiden, wohin sie welche Route führen soll. Das Ziel, die Strecke, die Zwischenstopps und Unterkünfte können ganz nach eigenem Belieben geplant werden. Das Tempo wird selbst bestimmt und auch spontane Planänderungen sind kein Problem.

Geführter Wanderurlaub

Bei verschiedensten Reiseanbietern kann man geführte Wanderurlaube buchen. In kleineren Gruppen mit anderen Wanderbegeisterten wird die Tour von einem erfahrenen Reiseleiter begleitet. Bei dieser Sorte Angebot kann sich der Urlaubende die vorausgehende Planung sparen und sich ganz auf die Kompetenz des Reiseführers verlassen. Außerdem bietet sich in einer Urlaubsgruppe die Möglichkeit an, neue Leute mit gleichen Interessen kennen zu lernen. Zusätzlich profitiert man vom umfangreichen Wissen der Reiseführer. Unterkünfte, sowie Gepäcktransfers sind keine Themen, über die man sich Gedanken machen muss, da dies in den meisten Angeboten inbegriffen ist.

Fernwanderwege: weiter geht’s kaum

Auf Fernwanderrouten ist man zwischen sieben und 30 Tagesetappen unterwegs. Auf diesen Routen legt man auch gerne hunderte Kilometer zurück. Diese Königsdisziplin des Wanderns ist besonders für erfahrene Wanderer geeignet. Eine Tour mit einem Reiseführer bietet sich trotzdem an. Das Wandern eines Fernwanderwegs ist eine Challenge, auf die man am Ende des Urlaubs stolz zurückblicken kann.

Genusswandern: Schlemmen, wandern und erholen

Beim Genusswandern werden bevorzugt einfache Wanderrouten gewählt, die sich perfekt mit kulturellen und kulinarischen Erlebnissen verbinden lassen. Die Wanderwege sind gut ausgebaut und ermöglichen auch Einsteigern oder Familien mit Kindern das Erreichen des Tagesziels in nur wenigen Stunden. Die Zwischenstopps werden auf beeindruckende, schöne Orte und Gasthöfe gelegt, sodass Genuss und Wandern zueinander finden.

Wanderrucksack: Auf was sollte man beim Kauf achten?

Der richtige Rucksack ist bei einer Wanderung das A und O. Wer sich nicht mit Rückenschmerzen und anderen lästigen Nebenerscheinungen quälen möchte, sollte beim Kauf des Wanderrucksacks genau hinsehen. Je nach Vorhaben eignen sich unterschiedliche Modelle – so kommt es vor allem auf die Dauer der Wanderung an.

Wanderrucksack für Tagestouren

Für eine eintägige Wanderung genügt meist leichtes Gepäck und somit auch ein einfacher Wanderrucksack. Hierbei empfiehlt sich ein Rucksack mit 20 bis 35 Litern Fassungsvermögen und einem Ventilationsrücken.

Rucksäcke für Mehrtagestouren

Deutlich mehr Platz bieten Rücksäcke mit 30 bis 50 Litern Fassungsvermögen. Auch hier sollte der Rücken atmungsaktiv gestaltet sein. Mehrere Außentaschen ermöglichen es, Dinge griffbereit zu verstauen.

Trekkingrucksack

Wer länger als nur wenige Tage unterwegs ist, sollte zu einem Trekkingrucksack greifen. Das Fassungsvolumen von rund 50 bis 70 Litern bietet genug Platz für Gepäck und zusätzliches Wanderzubehör.

Worauf man beim Kauf eines Wanderrucksacks achten sollte

Das wichtigste bei einem Rucksack fürs Wandern ist, dass er bequem zu tragen ist. Deshalb sollte der Rucksack auch vollgepackt noch immer angenehm zu tragen sein, nirgends drücken oder scheuern. Die meisten Rücksacke sind aus leichten Materialien gefertigt, damit der Rucksack selbst kein zusätzliches Gewicht mit sich bringt. Da ein Wanderrucksack für Unternehmungen in der freien Natur gedacht ist, sollte man auf das Material achten. Ein witterungsbeständiges Material hält auch Regen und Wind stand. Zudem bieten einige Wanderrucksäcke eine zusätzliche Regenschutzhülle. Idealerweise hält ein Wanderrucksack den Rücken frei. Durch sogenannte Ventilationsrücken vermeidet man übermäßiges Schwitzen am Rücken.

Auch die Aufteilung eines Rucksacks qualifiziert ihn für eine Wanderung. Neben einem großen Hauptfach sollte er mindestens ein weiteres Innenfach aufweisen. Auch Außentaschen, wie für die Aufbewahrung der Trinkflasche, sind besonders nützlich. Rucksäcke für mehrtägige Wanderungen sollten außerdem ein Bodenfach haben und Möglichkeiten zur Befestigung von Regenjacken oder Wanderstöcken.

Wanderrucksack für Damen: auf die weibliche Anatomie angepasst

Zahlreiche Hersteller bieten speziell Wanderrucksäcke für Frauen an. Diese sind optimal auf den weiblichen Körper angepasst und lassen sich wesentlich bequemer tragen.

Wie viel Volumen sollte ein Wanderrucksack für zwei Wochen haben?

Ist man zwei Wochen unterwegs, benötigt man viel Platz für Ausrüstung und Verpflegung. Hierfür wird ein Wanderrucksack mit rund 60 bis 70 Litern Fassungsvermögen benötigt. Ist man länger als zwei Wochen unterwegs sollte man zu einem Modell mit mehr Volumen greifen. Zusätzlich spielt es eine Rolle, ob man im Sommer oder Winter wandert. Muss man zusätzlich Winterklamotten und einen Schlafsack einpacken, sollte man etwa zehn Liter Extravolumen einplanen. Diese Menge an Volumen bieten nur Trekkingrucksäcke. Diese verfügen meist auch über einen festen Rahmen, der Stabilität verleiht.

Wanderkleidung: Was kann man zum Wandern anziehen?

Beschäftigt man sich mit dem Thema Packliste für den Wanderurlaub kommt man an der passenden Kleidung nicht vorbei. Gerade fürs Wandern gibt es extra Wanderkleidung. Doch was für eine Hose eignet sich zum Wandern, welche Kleidung eignet sich zum Wandern im Winter oder im Sommer und zu welchem Schuhwerk sollte man beim Wandern greifen?

Auf Materialien achten

Bei der Wahl der Wanderkleidung sollte man vor allem auf die Materialien achten. Hierfür sollten Hosen, Oberteile und Co aus leichten, atmungsaktiven und schnelltrocknenden Materialien bestehen. Besonders geeignet ist Merinowolle oder auch synthetische Stoffe wie Polyamid oder Polyester. Verzichten sollte man auf Kleider aus Baumwolle, da diese Feuchtigkeit aufsaugt.

Gute Wanderschuhe sind das A und O

Sowohl in Design als auch Funktion variieren Wanderschuhe stark. Für jedes Terrain gibt es den passenden Schuh. Bei schnellen Wanderungen auf einfachem Terrain eignen sich leichte Multisportschuhe mit luftdurchlässigem Gewebe. Bei anspruchsvolleren Wanderungen auf schwierigerem Terrain finden Wanderer in hohen Wanderschuhen die wichtige Stabilität um die Knöchel. Möchte man sich Wanderschuhe kaufen, sollte man diese idealerweise am Nachmittag oder Abend anprobieren, da die Füße zu diesen Tageszeiten meist etwas geschwollen sind. Einlaufen sollte man die neuen Schuhe vorerst auf leichtem Terrain, bevor man sich auf felsige Wege begibt.

Die passenden Wandersocken zum Schuh

Je nach Wanderschuh und Terrain sollte man die passenden Socken wählen. Wichtig ist, dass die Socken immer höher reichen als der Schaft des Schuhs. Für hohe Wanderschuhe eignen sich also auch höhere Socken, idealerweise mit Verstärkungen an den Zehen, dem Schaft und der Ferse. Das perfekte Material für Wandersocken ist Merinowolle. Sie sorgt nicht nur für ein angenehmes Fußklima, sondern gilt auch als geruchshemmend. Das wichtigste: Wandersocken sollten weder rutschen, noch zwicken oder drücken.

Was für eine Hose zum Wandern?

Es gibt verschiedenste Arten von Wanderhosen, die extra für das ultimative Outdoor-Erlebnis entworfen werden. Eine funktionelle Wanderhose überzeugt vor allem durch eine gute Passform und strapazierfähige Materialien, die besonders schnell trocknend sind. Es gibt extra elastische Wanderhosen oder auch besonders stabile Modelle. Besonders beliebt bei Wanderern sind die allseits bekannten Zip-Off- Hosen. Durch die abnehmbaren Hosenbeine erlauben diese Hosen Wanderern eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an die Witterungsbedingungen. Trotzdem lohnt es sich an heißen Sommertagen direkt zur kurzen Hose zu greifen.

Verwöhnt das Wetter die Wanderer nicht mit genug Sonnenschein, gibt es zahlreiche Wanderhosen, die eine besondere Beschichtung aufweisen. Diese sorgt dafür, dass Wassertropfen an der Oberfläche der Hosen einfach abperlen. Regnet es jedoch durchgängig, sollte man zu einer wasserdichten Outdoorhose greifen.

Wanderhemden und Oberbekleidung

Besonders beliebt als Oberteile beim Wandern sind Hemden aus schnelltrocknendem Funktionsmaterial oder auch T-Shirts aus Merinowolle oder synthetischen Materialien. Ist es etwas kühler, sollte man auf jeden Fall eine Jacke dabeihaben. Hierfür eignen sich besonders Softshelljacken oder -Westen. Viele dieser Jacken sind zusätzlich mit einer wasserabweisenden Behandlung geschützt.

Regnet es anhaltend oder stärker, sollten Wanderer zu einer Hardshelljacke greifen. Beim Tragen dieser, speziell fürs Wandern angefertigten Jacken, kann Wasserdampf entweichen, während der Regen nicht durch die Jacke dringen kann. Erprobte Wanderer greifen auch gerne statt zu einer klassischen Regenjacke, zu Regenponchos oder Trekkingschirmen. Hierbei wird auch die Rückenpartie, der Wanderrucksack und seine Träger geschützt.

Reicht eine Regenjacke nicht aus, da es zu kühl ist, bietet sich zusätzlich eine Fleecejacke an. Diese Jacken können sowohl einzeln als auch als zweite Schicht unter der Regenjacke getragen werden.

Der Zwiebel-Look: mehrere Schichten halten warm

Beim Wandern sollte man darauf achten, lieber mehrere dünne Schichten Kleidung zu tragen als nur eine oder zwei dicke Schichten. Jedoch sollte die eigene Bewegungsfreiheit nicht durch zu viele Schichten eingeschränkt werden. Das Zwiebelschichtenprinzip kann ich drei Lagen unterteilt werden: die Basis-Schicht, die Mittel-Schicht und die Schale.

Die Basis-Schicht bilden Funktionsunterwäsche und Funktionsshirts und -hemden. Die Kleidung der Basis-Schicht sollte eng am Körper anliegen und aus atmungsaktivem und Schnelltrocknenden Materialien bestehen. Als Mittel-Schicht dienen Fleecejacken und -pullover, die besonders warmhalten sollen. Die äußerste Schicht, die sogenannte Shell-Schicht, also Schale, besteht aus Regenjacken und Regenhosen, die vor Wind, Regen und Schnee schützen sollen. Diese Kleidungsstücke sollten eher locker sitzen, damit sie die Bewegungsfreiheit nicht einschränken.

Lieber etwas zu kalt: beim Loslaufen nicht zu viel anziehen!

Besonders wenn man sich für eine bevorstehende Wanderung anzieht, sollte man darauf achten, dass es nicht zu warm wird. Man sollte lieber vor Beginn der Wanderung etwas frieren, als dass es bereits ohne Bewegung mollig warm ist. Sobald die Wanderung beginnt, wird einem sowieso warm und wer viel schwitzt, verliert Energie.