Esslingen bereitet sich auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder vor. Ein „Markt der Möglichkeiten“ soll Schulen und mögliche Partner vernetzen.
Vom kommenden Schuljahr an gilt ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Darauf bereitet sich die Stadt Esslingen unter anderem mit einem sogenannten „Markt der Möglichkeiten“ vor. Dort sollen Grundschulen und außerschulische Bildungspartner die Gelegenheit bekommen, sich kennenzulernen und sich über mögliche Kooperationen auszutauschen. Ziel der Stadt ist es, den Bedarf an Ganztagsbetreuung weiterhin decken zu können.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 19. März, in der Schickhardt-Halle im Alten Rathaus statt. Sie richtet sich zum einen an Esslinger Schulen, die ihr Angebot ausweiten und mit außerschulischen Bildungspartnern zusammenarbeiten möchten. Zum anderen seien Vereine, Initiativen und Organisationen eingeladen, die in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen tätig sind. Auch Einzelpersonen, die an Angeboten für Schülerinnen und Schüler mitwirken wollten, könnten teilnehmen.
Interessierte können sich in zwangloser Atmosphäre austauschen
Bildungsplanerin Rebecca Kenner vom Amt für Bildung, Erziehung und Betreuung erklärt: „In zwangloser Atmosphäre können Schulen und außerschulische Bildungspartner ihre Vorstellungen miteinander abgleichen und erste Pläne machen.“ Ziel sei es, das Bildungsangebot an Esslingens Schulen weiter auszubauen und neue Kooperationen ins Leben zu rufen. Interessierte können sich an Rebecca Kenner unter der E-Mail rebecca.kenner@esslingen.de wenden.
Laut Bernd Berroth, Leiter des Amts für Bildung, Erziehung und Betreuung, verfolgt die Stadt Esslingen seit Jahren erfolgreich das Ziel, ein bedarfsgerechtes Angebot vorzuhalten. Zum aktuellen Schuljahr habe für alle bis April 2025 angemeldeten Kinder in ihrem Schulbezirk ein Betreuungsplatz zur Verfügung gestellt werden können. Ob der Bedarf auch für das kommende Schuljahr gedeckt werden könne, sei noch unklar. Die Eltern könnten bis Mitte März ihren Bedarf anmelden.
70 Prozent der Esslinger Grundschulkinder nutzen Betreuungsangebote
Derzeit nehmen laut Berroth an den acht Ganztagsgrundschulen in Esslingen 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler ein Betreuungsangebot im Rahmen des Ganztagsbetriebs oder der Grundschulbetreuung wahr. An den sechs Halbtagsgrundschulen nähmen 59 Prozent der Kinder die kommunalen Angebote der Grundschulbetreuung in Anspruch. Das bedeute, dass bereits 70 Prozent aller Grundschulkinder in Esslingen entweder ein kommunales Angebot der Schulkindbetreuung oder den Ganztag in Anspruch nähmen.
Berroth betont: „Die Stadt Esslingen ist infolge des langjährigen konsequenten Ausbaus der Betreuungsangebote an den Esslinger Grundschulen sehr gut aufgestellt, um den gesetzlichen Rechtsanspruch der Eltern auf ganztägige Betreuung auch gewährleisten zu können.“ Allerdings bleibe abzuwarten, wie angesichts der prekären Haushaltslage der Stadt die notwendigen räumlichen Kapazitäten geschaffen und das zusätzlich erforderliche Personal bereitgestellt werden könnten. Die Einrichtung zusätzlicher Betreuungsgruppen sei für 2026 und 2027 jedenfalls nicht vorgesehen.
Neue Mensa und Erweiterungen: Esslingen plant für die Zukunft
Sollte der Bedarf an einzelnen Standorten dennoch weiter steigen, werde den Eltern – sofern möglich – ein Betreuungsplatz an einem anderen Schulstandort angeboten. Zudem sei an der Grundschule St.Bernhardt jüngst die neue Mensa fertig geworden, auch die Erweiterung der Mensa an der Grundschule Mettingen werde bis zum Frühjahr fertiggestellt. Darüber hinaus seien an den Grundschulen Pliensauschule und Eichendorffschule Erweiterungen in Planung, um ab dem Schuljahr 2028/2029 beziehungsweise 2029/2030 zusätzliche Ganztagsplätze anbieten zu können.