Die Außenfläche der S-Bahn ist mit einem „Stuttgart“-Schriftzug versehen. Foto: Privat

VfB-Fans sollen eine S-Bahn in Leonberg großflächig mit Graffiti besprüht haben. Was die Polizei dazu sagt und welche Konsequenzen die Aktion hat.

Zum Graffiti‑Vorfall an einer abgestellten S‑Bahn in Leonberg am Karfreitag hat die Bundespolizei gegenüber unserer Redaktion neue Details bekanntgegeben. Bei den vier Tatverdächtigen handelt es sich demnach mutmaßlich um Fans des VfB Stuttgart. Zu weiteren Einzelheiten äußern sich die Ermittler derzeit jedoch nur zurückhaltend.

 

Fest steht bislang, dass die Männer im Alter zwischen 20 und 23 Jahren gegen 14.15 Uhr eine S‑Bahn in einer Abstellanlage in Leonberg großflächig mit Farbe besprüht haben sollen. Nach Angaben der Bundespolizei erstreckt sich die beschädigte Fläche auf rund 210 Quadratmeter. Am Dienstag fuhr eine S-Bahn der Linie S4 durch die Region, auf dessen Außenfläche der Schriftzug „Stuttgart“ zu lesen war. Ob es sich dabei um die am Freitag besprühte Bahn handelte, wollte die Polizei derweil aber nicht bestätigen.

Auf frischer Tat ertappt

Was war passiert? Als das Quartett das Gelände nach der Tat verlassen wollte, wurde eine Streife auf die Männer aufmerksam und kontrollierte sie. Bei der anschließenden Durchsuchung stellten die Einsatzkräfte dabei mehrere Sprühutensilien sicher. Zu den weiteren Hintergründen der Tat macht die Polizei derzeit keine Angaben.

Vielmehr geht es laut Polizei darum, die individuelle Beteiligung der einzelnen Tatverdächtigen zu klären und zuzuordnen, wem welche konkreten Handlungen nachgewiesen werden können. Nach Abschluss der Ermittlungen sollen die gesicherten Beweise an die Staatsanwaltschaft übergeben werden, die über das weitere Vorgehen entscheidet. Gegen die Männer wird wegen des Verdachts der Sachbeschädigung ermittelt.

Bahn wird gereinigt

Sicher ist hingegen, dass die Aktion der Tatverdächtigen wenig nachhaltig bleibt. „Die betroffene Bahn wird aus dem Verkehr gezogen und so schnell wie möglich gereinigt“, klärt ein Sprecher der Deutschen Bahn über die nächsten Schritte auf.

Ob eine einfache Reinigung ausreicht oder gar eine komplette Neulackierung notwendig wird, lasse sich derzeit allerdings noch nicht sagen. Dies sei erst möglich, wenn die Bahn in der Werkstatt in Plochingen begutachtet wurde. Entsprechend ließen sich auch noch keine Aussagen zum entstandenen Schaden und den entsprechenden Kosten treffen. Bei ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit lag der Sachschaden jedoch im vierstelligen Bereich.

Auswirkungen auf den Bahnverkehr wird der Vorfall indes nicht haben. So seien laut Bahnsprecher genügend Züge verfügbar, um den Betrieb auch während der Zeit der Reinigung wie gewohnt fortführen zu können.