Die neue Filiale der Bäckerei Treiber im Neckarpark (links). Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Der Cannstatter Neckarpark wandelt sich von einer Baustelle langsam zum echten Quartier: Unter anderem mit Sony und einer neuen Bäckerei zieht Leben in das Viertel ein.

Über Jahre hinweg bestimmten Bauarbeiten, Handwerker und schwere Maschinen das Bild rund um den Veielbrunnenpark. Auch wenn weiterhin gebaut wird, verändert sich der Cannstatter Neckarpark zunehmend: Nach und nach zieht Leben in das Quartier ein. Erste Unternehmen haben sich angesiedelt, und im Spätsommer eröffnete die Bäckerei Treiber dort eine Filiale. Hier gibt es nicht nur an sieben Tagen die Woche Brote und Brötchen, sondern auch einen kleinen Café-Bereich. Junge Mütter, Schüler und die ersten Büroangestellten treffen sich hier zum Mittagessen oder auf einen Kaffee und geben einen ersten Eindruck davon, wie nach und nach der Alltag in die Neubauten einzieht.

 

Nun kommt außerdem mit Sony ein großer Wirtschaftsakteur hinzu. Der japanische Technologiekonzern hat am Donnerstag als erster großer Mieter der „Stuttgarter Höfe“, die zwischen Sportbad und dem großen Park liegen, sein „Stuttgart Technology Center“ eröffnet. Rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen künftig an dem neuen Standort tätig sein. Zuletzt war das Unternehmen in Wangen vertreten, nun erfolgte der Umzug in das neue Gebäude.

„Neu ist besser“, bringt es Standortleiter Dietmar Schill bei der Eröffnungsfeier auf den Punkt. Nun habe man mit dem Neubau einen Standort gefunden, mit dem man für die Zukunft gut aufgestellt sei. Einst angefangen hatte es mit Wega, der Württembergischen Radio-Gesellschaft in Fellbach. Diese wurde in den 70er Jahren ein Teil von Sony, erinnert Schill. Auf eine entsprechend lange Zusammenarbeit dürfe man zurückblicken.

Auch Atsuki Matsuzawa, Europa-Chef von Sony, betont bei der Feier die Bedeutung der Landeshauptstadt für das Unternehmen: „Stuttgart ist für uns ein wichtiger Standort in Sachen Innovation.“ Man habe lange auf diesen Moment gewartet, sagt er, und freue sich umso mehr über die Eröffnung. Besonders erfreut zeigt er sich über den hohen Besuch: Auch der japanische Generalkonsul Kenichi Bessho ist gekommen.

Dietmar Schill (Zweiter von links) mit den beteiligten Partnern Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Bessho betont die große Bedeutung von Sony für Japan und die enge Partnerschaft mit Deutschland. „Das ist ein gutes Beispiel erfolgreicher Zusammenarbeit“, sagt der Konsul. Auch, weil beide Länder viele gemeinsame Werte teilen. Als Beitrag des kulturellen Austausch eröffnen Matsuzawa, Schill und Bessho den neuen Standort gleich zweimal: einmal mit dem klassischen Durchtrennen eines Bandes und einmal – typisch japanisch – mit dem gemeinsamen Trinken von Sake, einem japanischen Reiswein.

Für den japanischen Konzern Sony ist Stuttgart nicht irgendein Standort

Teil der multikulturellen Feier: japanischer Sake-Wein. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart sei für den Konzern dabei nicht irgendein Standort in Europa, macht Chefingenieur Andreas Schwager im Gespräch am Rande der internationalen Feier deutlich. „Das ist der größte Forschungsstandort außerhalb Japans“, sagt er. Schwerpunkte seien vor allem Anwendungen für den Automobilbereich, etwa das Entertainment im Auto, aber auch die Weiterentwicklung des selbstfahrenden Autos.

Nach wie vor viel Leerstand in dem neuen Gewerbegebiet in Stuttgart

Stolz tritt bei der Feier auch Selcuk Ulu, Vorstandsmitglied der Bülow AG, Eigentümer und Bauherr der „Stuttgarter Höfe“, ans Mikrofon. „Wir haben mit Sony den idealen Partner gefunden“, sagt er. Für ihn dürfte der Konzern ein wichtiges Aushängeschild sein, das man im Neckarpark gerne zeigt. Nicht zuletzt, weil auf dem Gelände noch viele Büroflächen leer stehen. Allein die Bülow AG soll momentan noch 4500 Quadratmeter leere Flächen zur Verfügung haben.

Weitere Aufnahmen von den Neubauten im Neckarpark in unserer Bildergalerie.