Die Sitzung des Gemeinderats in Waldenbuch ging einträchtig über die Bühne. Foto: Leonie Schüler

Schwungvoll durch die Tagesordnung: Gut eingespielt und recht einträchtig ging in Waldenbuch die erste Gemeinderatssitzung des neuen Jahres über die Bühne.

Neues Jahr, neue Sitzungen im Gemeinderat! Und die erste im Großen Sitzungssaal des Alten Rathauses in Waldenbuch ging so harmonisch wie strukturiert über die Bühne.

 

Die acht Tagesordnungspunkte – inklusive Einwohnerfragestunde zu Beginn und Mitgliederanfragen am Ende – schienen im Vergleich zu den pickepackevollen Haushaltsverhandlungen vor Weihnachten geradezu bescheiden. Bürgermeister Chris Nathan (CDU) gab zunächst unter anderem bekannt, dass noch vor der Vegetationsperiode 21 Bäume am Friedhof Steinenberg aus Verkehrssicherheitsgründen gefällt würden, darunter auch die beliebte Birkenallee. Das Gehölz sei teilweise abgestorben. Nachgepflanzt würden Ambergewächse. Eine Gemeinderätin der Freien Wähler bedauerte das, Birken seien schöne, tröstliche Bäume, man möge sich das nochmals überlegen.

Postfiliale soll wiedereröffnet werden

Froh hörten die Räte freilich die Kunde, dass die Postfiliale noch im Januar wiedereröffnet werden soll, im September war sie geschlossen worden. Die Deutsche Post betreibe diese zunächst selbst, bis wieder ein gewerblicher Partner gefunden sei. „Interessierte Einzelhändler oder Gewerbetreibende können sich für weitere Informationen bei Steffen Bosch von der Stadtbau Waldenbuch melden.“

Weitere gute Nachrichten gab es vom Polizeirevier: Polizeihauptkommissar Marcel Mohring leitet seit 21. Januar den örtlichen Polizeiposten. Und er hat viel zu tun: Bauamtsleiter Heiko Böttcher präsentierte die Details der Einbrüche in drei städtischen Einrichtungen in der Weihnachtszeit: Oskar-Schwenk-Schule, Kindergarten Tilsiter Weg sowie Kleinkindhaus Pestalozziweg wurden heimgesucht. „Sie kamen über das sanierte Dach, durch das Fenster, Klassenzimmer, Lehrerzimmer und ins Rektorat“, so Böttcher, Fotos der Schule zeigend. Die Bilder der Kinderhäuser zeigten große Verwüstungen. „Es wurden nur 100 Euro erbeutet. Vor allem Sachschaden ist entstanden, jenseits der Tatsache und des Gefühls, dass eingebrochen wurde. Die Ermittlungen dauern an.“

Blockheizkraftwerk und „SB-Pavillon“

Auch die Erneuerung des Blockheizkraftwerks an der Kläranlage Waldenbuch dauert an. Einstimmig waren die Rätinnen und Räte dafür, den Auftrag an die Firma Comuna-metall GmbH zu vergeben. Kostenpunkt: netto 237 089 Euro respektive brutto 282 136 Euro. Der Stuttgarter Ingenieur Ulrich Korb, seit Ende 2023 mit Daten und Fakten dazu für die Kommune befasst, hatte erläutert, dieses Angebot sei nicht das günstigste, aber insgesamt und vorausschauend das wirtschaftlichste.

In Eintracht angenommen wurde denn auch der „SB-Pavillon“ auf dem Hallenbadparkplatz – in der Hoffnung, wie Räte von SPD und CDU ironisch betonten, dass dort kein „Bankenviertel“ aus Geldautomaten entstehen möge. Es sei ein Unding, dass die Banken nicht kooperierten und Gebühren verlangten, wenn man am Automat des Mitbewerbers abheben müsse.

Neues Konzept fürs Gartenhallenbad gefällt den Räten

Nicht gut an kam indes ein anderer Bauantrag: Mit großer Mehrheit abgelehnt wurde eine Sitzplatzüberdachung mit Photovoltaik in der Marktstraße. Schließlich gebe es eine Altstadt-Satzung, in der PV-Anlagen nicht erlaubt seien. Außerdem gehe es nicht an, dass dort schon vor Beschluss Fakten geschaffen worden seien.

Gut gefiel den Allermeisten das Farb- und Materialkonzept des Gartenhallenbads, das just saniert wird. Das Team des Hallenbads hatte es mit Fritz Planung erarbeitet, gemeinsam wurde vorgestellt: Vorverwittertes Holz und Faserzement an der Fassade, Holzdecke in der Halle, Fliesen in Weiß-, Braun- und vielerlei Grüntönen, passend zur Stadt und deren Logo, dazu tierische Spielmöglichkeiten für die Kleinen sowie satinierte Fensterscheiben im unteren Bereich, damit dort niemand von außen fotografieren könne. Der Gemeinderat gab das vorgestellte Farb- und Materialkonzept sowie die Fassadenplanung für die weitere Vorgehensweise frei. Zur Kenntnis genommen wurde zu guter Letzt der Abschlussbericht der Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg. Deren Mitarbeiter nahm die „Bauausgaben in den Haushaltsjahren 2019-2024 unter die Lupe und „stellte nichts Wesentliches fest“.