Der 1. Stuttgarter Futsal Club ist deutscher Meister und nimmt an der Champions-League-Qualifikationsrunde teil. Allerdings liegt der Verein mit der Stadt im Clinch um bessere Trainingszeiten.
Bis zum Saisonauftakt ist noch etwas Zeit: Am 4. September (18 Uhr/Scharrena) startet der amtierende Deutsche Futsal-Meister 1. Stuttgarter Futsal Club mit dem Derby gegen den TSV Weilimdorf in die neue Saison der Futsal-Bundesliga. Zuvor kämpft die Mannschaft von Trainer Vojkan Vukmirovic in der Qualifikationsrunde der Champions League um die Teilnahme an der Hauptrunde in der Königsklasse. Gegner sind zwischen dem 23. und 27. August die Teams Örebro SK Futsalklubb (Schweden), Istanbul Sisli (Türkei) und das georgische Team Georgians. Nur der Gruppensieger kommt weiter, der Austragungsort für das Turnier ist noch offen.
Sportlich läuft also vor dem Trainingsstart am 1. August alles nach Plan, was den Machern Kopfzerbrechen bereitet, sind die Rahmenbedingungen. „Wir werden schon wahrgenommen, und es gibt auch eine gewisse Anerkennung für unsere Arbeit und die Leistungen“, sagt der Sportliche Leiter Tomislav Anic, „aber wir bekommen von der Stadt einfach keine vernünftigen Trainingszeiten.“ Montags, dienstags und donnerstags wird von 21.45 Uhr bis 23.15 Uhr, freitags von 21 Uhr bis 22.30 Uhr trainiert – entweder in der Sporthalle Obertürkheim oder in der Flatowhalle in Wangen. „Das sind Uhrzeiten, die für Hochleistungssportler nicht geeignet sind“, kritisiert Anic und fordert ein Umdenken von der Stadt: „Wir vertreten Stuttgart national und international, werden aber mit Kreisligafußballern, Breiten- und Hobbysportlern gleichgestellt. Es gibt keinerlei Priorisierung.“
Nopper bittet um Verständnis
Bei Oberbürgermeister Frank Nopper finden die Sorgen und Nöte des Deutschen Futsal-Meisters durchaus Gehör: „Wir begleiten diesen jungen Verein mit Sympathie, doch der 1. Stuttgarter Futsal Club ist nicht der einzige Verein, der in der Warteschleife steckt. Es fehlt in allen Stadtteilen an Hallenkapazitäten“, sagte das Stadtoberhaupt gegenüber unserer Redaktion. Die sehr späten Trainingszeiten würden normalerweise gar nicht vergeben, sie seien zusätzlich angeboten worden, um dem SFC entgegenzukommen. Nopper: „Sobald Hallenkapazitäten frei werden, hat der Futsal Club gute Chancen, welche zu bekommen, mittelfristig hoffen wir alle durch eine neue Halle im Neckarpark auf bessere Perspektiven für unsere Sportvereine.“
Tomislav Anic hilft dies kurzfristig aber nicht weiter. „Ich sehe unser Projekt akut gefährdet“, sagt der Sportliche Leiter. Zumal ihm vor allem beim Aufbau einer geplanten Jugend- und Talentförderung die Hände gebunden sind. „Wir wollen nicht irgendwelche Profis nur zu unseren Bundesligaspielen einfliegen lassen, sondern verstärkt auf eigenen, deutschen Futsal-Nachwuchs setzen, doch es gibt eben keine geeigneten Trainingsmöglichkeiten. Ich kann keinem Jugendlichen zumuten, dass er irgendwann nach Mitternacht nach Hause kommt“, sagt Anic.