Echterdinger Jubel: Der Führungstorschütze Giuseppe Pirracchio freut sich mit dem Trainer Daniel Heisig. Foto: Tom Bloch

Dem Landesligisten TV Echterdingen gelingt unter seinem neuen Trainer der dritte Sieg in Folge. Beim 3:1 gegen Waldstetten „schwächelt“ die Mannschaft am Ende nur in einem Punkt.

Ja, das mit dem „Humba“ muss noch geübt werden. Trotz allergrößter Feierstimmung holperte es nach der Abschlussbesprechung auf dem Rasen plötzlich bei den Freudengesängen. „Ich hab’ wohl ausgerechnet den schüchternsten Spieler fürs Singen ausgesucht“, witzelte der Trainer Daniel Heisig. Aber egal. Auch so alles bestens bei den Landesliga-Fußballern des TV Echterdingen. Schließlich holt Heisig jene gerade Spiel für Spiel aus den Abstiegsrängen heraus. Die Kalenderjahresbilanz seit diesem Sonntag: neun Punkte aus drei Begegnungen. Mehr war nicht möglich. Das aktuelle 3:1 gegen den bisherigen Tabellenzweiten und Titelfavoriten TSGV Waldstetten bedeutete den nächsten Streich.

 

„Ja, es läuft. Wir haben eine sehr gute Rückrunden-Vorbereitung gehabt, und jetzt fahren wir die Siege ein, und zwar gegen die Topteams der Liga“, sagte Heisig. Erst Bernhausen (2:0), dann Ehningen (2:1), nun der Kontrahent von der Ostalb, der mit der besten Abwehr der Staffel angereist war. Nach dem Schlusspfiff klatschte Heisig jeden einzelnen seiner Spieler ab, während die Sonne über den Fildern immer flacher stand.

Die Partie startete mit einem giftig auftretenden Gastgeber, der seinem Gegner schnell deutlich machen wollte, wer Herr auf dem Goldäcker-Kunstrasen ist. Ein paar Chancen später drückte Waldstetten dagegen, fand das richtige Rezept und hatte bis zur Halbzeitpause vielleicht sogar die größeren Spielanteile. „Ich habe schon ein, zwei gute Möglichkeiten bei uns gesehen, die wir hätten besser nutzen können“, sagte Heisig über Durchgang eins. Jedoch, immerhin mit der Erkenntnis, dass durchaus etwas drin liegt, begann sein Team die zweite Halbzeit und erspielte sich Spielzug für die Spielzug die Platzhoheit. Vor allem Flon Ajvazi hatte mehrere Chancen, denen nur ein wenig Präzision fehlte – von den guten Reaktionen des Waldstettener Keepers Nick Schairer mal ganz abgesehen.

Dann kam in der 60. Minute der Lauf von Giuseppe Pirracchio. Der Stürmer eroberte knapp nach der Mittellinie den Ball und kämpfte sich im linken Korridor nach vorne, wo er keine passende Anspielstation fand. Die Lösung? Er tänzelte einfach in den gegnerischen Strafraum hinein und schloss kurzerhand selbst aus der Drehung ab – dies war die ersehnte Führung.

Wer nun dachte, dieser Vorsprung müsste von den Echterdingern über die Zeit gezittert werden, lag komplett falsch. Die Gelb-Schwarzen drückten weiter, und gleichzeitig war hinten auf den Torwart Marko Gaspar absolut Verlass. Die Entscheidung fiel dann in der 89. Minute. Dieses Mal war es der eingewechselte Laurenziu Biemel, der mit einem längeren Lauf in den Strafraum eindrang und Florian Dölker bediente. Jener vollstreckte zum 2:0.

Und der Torjubel war noch nicht richtig verstummt, als Waldstettens Kapitän Tim Schraml, sonst eigentlich den Abwehrriegel souverän steuernd, den Ball vor die Füße von Ajvazi verstolperte, der nicht lange fackelte und zum 3:0 traf. Zuletzt folgte nur noch ein wenig Waldstettener Ergebniskosmetik. Während die Echterdinger mit dem Kopf schon beim Feiern waren, wurde die Abwehr löchrig. Can-Luca Groiß ließ Gaspar in der Nachspielzeit keine Chance und markierte den Treffer zum Endstand – was auf Echterdinger Seite allerdings keine mehr groß interessierte. „Die Jungs liefern ab“, sagte der Coach Heisig voller Freude. Scheint so, dass der bereits dritte Echterdinger Trainer in dieser Saison die richtige Wahl war. Es läuft derzeit. Nur das Humba-Tätärä muss noch besser werden.

Echterdinger „Spieler des Spiels“

Giuseppe Pirracchio (Nominierungen: 2). Mit seinem beeindruckenden Lauf direkt vor den Zuschauerrängen zur 1:0-Führung sorgte Pirracchio für Staunen unter den rund 200 Zuschauern. Er ebnete damit den Weg zum nächsten Echterdinger Sieg und krönte eine insgesamt gute persönliche Leistung.

TV Echterdingen: Gaspar – Milutinovic, Kuhn, Heinrich – Handanagic (87. Theobaldt), Deutsche (79. Herderich), Schmidt, Pirracchio (77. Babatas) – Oguz (75. Biemel), Ajvazi, Celiktas (70. Dölker).

TSGV Waldstetten: Schairer – Kurfess, Schraml, Eisele, Bäumel – Szenk – Waldraff (41. Nagler), Pfeifer (36. Yücel), Groiß – Zenen (68. Podilczak), Vasic.