Keeper Thomas Bromma stand sinnbildlich für die insgesamt schwache Leistung der Freiberger beim 0:1 gegen Mainz II. Foto: Baumann

Ersatzkeeper Thomas Bromma spielt beim 0:1 gegen den FSV Mainz 05 II eine tragische Rolle, aber auch Coach Kushtrim Lushtaku verzockt sich.

Es dauerte lange, bis der Freiberger Keeper Thomas Bromma den Platz verließ. Seine Kollegen waren schon längst in der Kabine, als der Schlussmann sich auf den Weg machte. Auch wenn es von den Mitspielern keiner direkt ansprach wusste der Keeper, dass er den entscheidenden Fehler gemacht hatte, der seinem Team die 0:1-Pleite gegen den FSV Mainz 05 II bescherte.

 

Nach 16 ungeschlagenen Spielen in Serie gingen die Freiberger erstmals wieder als Verlierer vom Platz. Pikanterweise datierte die letzte Niederlage ebenfalls gegen die Reserve des Karnevalsvereins im vergangenen Oktober. Dem Tor des Tages ging ein Fauxpas von Bromma voraus. Der Torwart konnte in der 83. Minute einen Distanzschuss von Marc Richter nicht festhalten, Lovis Bierschenk eroberte den Ball und legte für Nadjombe auf. Dessen Hereingabe fand den Kopf von Richter, der die Kugel in Mittelstürmermanier problemlos einköpfte. Es war der negative Höhepunkt einer ganz schwachen Torwartleistung, die sich auch Freibergs Trainer Kushtrim Lushtaku nicht erklären konnte. „Im Training hatte er überzeugt, ich versteh das nicht, zumal er keinen Druck hatte“, sagte der Coach, der sogar zugab, überlegt zu haben, Stammkeeper Michael Gelt einzuwechseln. „Aber da hatte ich mein Kontingent schon ausgeschöpft“, sagte Lushtaku. Brommas Abschläge landeten meist im Aus, da sei es schwer gewesen „für meine Jungs, mutigen Fußball zu spielen“, analysierte Lushtaku.

Eine Aktion entscheidet Partie gegen Freiberg

Insgesamt agierte sein Team nicht mutig genug, kam zu selten in die gefährlichen Räume. Es war eine äußerst chancenarme Partie für die Zuschauer, die vor allem in der ersten Hälfte extrem ereignislos war. „Es hat sich abgezeichnet, dass eine Aktion das Spiel entscheiden kann“, sagte der Mainzer Trainer Benjamin Hoffmann. Die Freiberger hatten zwei gute Möglichkeiten, das Spiel in ihre Richtung zu lenken. In der 53. Minute setzte sich der eingewechselte Domenico Alberico gegen zwei Mainzer durch und schoss vom Strafraumrand knapp über die Latte. Zehn Minuten später bot sich die nächste Chance für das Wasen-Team, doch Frederik Rahns Kopfball ging wenige Meter am Kasten vom Keeper Maximilian Kinzig vorbei. Die Mainzer machten es dann in der 83. Minute besser.

Coach Kushtrim Lushtaku hat gegen Mainz die Rotation übertrieben. Foto: Baumann

Aber nicht nur der unglückliche Torwart Thomas Bromma hatte einen schlechten Tag. Auch der Trainer selbst räumte ein, bei der Aufstellung nicht alles richtig gemacht, sich vielleicht doch verzockt zu haben. Vor dem Hintergrund, dass sieben Spieler vor dem wichtigen Derby am kommenden Mittwoch bei den Stuttgarter Kickers gefährdet waren, die fünfte Gelbe Karte zu kassieren, schickte er nur fünf Akteure aus der Stammelf auf den Platz. Auch um wegen der zweiten englischen Woche in Folge die Belastung zu steuern. Unglücklicherweise mussten dann auch noch der zuletzt so starke Leon Petö und auch Mike Manegold nach muskulären Problemen verletzt raus. „Ich bin ein junger Trainer und werde daraus lernen“, sagte Kushtrim Lushtaku und schob noch hinterher: „Am Mittwoch werden wir mit der bestmöglichen Elf auftreten.“

SGV Freiberg: Bromma – Manegold (44. Bradara), Moos, Osee, Rahn – Berisha, Koca (65. El Helwe), Maroudis, Petö (46. Alberico), Pietzsch (46. Kehl-Gomez), Grobelnik (72.) Qenaj