Marcel Held (li.) beackerte in der Hinrunde das Mittelfeld der SKV, nun lauert Rückkehrer Maxim Russ (re.) auf den Platz im Zentrum. Foto: IMAGO/Pressefoto Baumann

Zum Rückrundenstart der SKV Rutesheim ergänzen starke Rückkehrer das Angebot im Mittelfeldzentrum des Landesligisten. Trainer Christopher Baake hat die Qual der Wahl.

Die SKV Rutesheim spielte in der Landesliga eine überzeugende Hinrunde mit zwei gesetzten Stammkräften auf der Doppelsechs. Nach der Winterpause kehren der ehemalige Spielführer Tobias Gebbert und der aktuelle Vize-Kapitän Maxim Russ zurück und erhöhen das Angebot im Mittelfeldzentrum. Ist das ein Luxusproblem?

 

„Das würde ich nicht sagen, nein“, meint Christopher Baake. Der Trainer der SKV Rutesheim hat vor dem Jahresauftakt am Freitagabend (19.30 Uhr) beim SV Leonberg/Eltingen die Qual der Wahl. In Baakes favorisierter 1-3-4-1-2-Formation setzte der Trainer während der Hinrunde auf klares Stammpersonal, sieben Spieler kamen in jedem Spiel zum Einsatz. Auf der Doppelsechs vertraute Baake vor allem Marcel Held und Hannes Obert, beide Akteure zählen zu den zehn Spieler mit den meisten Spielminuten für Rutesheim. Held (1331 Minuten/Platz 5 im Team) und Obert (845/9) beackerten verlässlich das Mittelfeld, nun naht allerdings starke Konkurrenz.

Hannes Obert (hi.) und Marcel Held (re.) kämpfen mit Löchgaus Liam Neupert (li.) um den Ball – und in der Rückrunde um die Stammplätze. Foto: Baumann/Alexander Keppler

In Tobias Gebbert kehrt der langjährige SKV-Kapitän in die Mannschaft zurück. Der 31-Jährige kam in den ersten drei Saisonspielen noch zum Einsatz, startete zweimal und spielte einmal durch, bevor es ihn beruflich nach Barcelona und Lissabon zog.

Hier passiert das Unglück: Maxim Russ (li.) verletzt sich gegen Pleidelsheim schwer am Fuß. Foto: Pressefoto Baumann/Alexander Keppler

Neuer Spielführer ist seit Saisonbeginn Tim Rudloff, sein Stellvertreter ist Maxim Russ, der zudem im Sommer die prestigeträchtige Rückennummer zehn von Markus Wellert übernahm. Russ startete in den ersten drei Saisonspielen, ging zweimal über die volle Distanz und steuerte einen Treffer und eine Vorlage bei. Im vierten Spiel der Saison zog er sich jedoch früh eine schwere Bänderverletzung im linken Fuß zu, die den 23-Jährigen zu langer Pause zwang.

Konkurrenz belebt das Spiel

Doch diese Probleme sind ausgestanden, Gebbert wie Russ sind wieder zurück und mischen im Training der SKV fleißig mit. Was das für die Hinrunden-Garanten Held und Obert bedeutet? „Konkurrenz und das tut uns gut“, sagt Trainer Baake, der sich noch nicht auf eine bevorzugte Konstellation festlegen will: „Es ist tatsächlich noch in der Schwebe, wer starten wird.“ Auch die Vorbereitung, mit der sich Baake zufrieden zeigt, lieferte kaum klare Tendenzen.

Als ehemaliger Kapitän bringt Tobias Gebbert (Mi.) viel Erfahrung mit ins Mittelfeld der SKV. Foto: Andreas Gorr

Abgesehen vom Testspielauftakt in Plattenhardt, den die SKV stark dezimiert anging, setzte Baake jeden der vier Mittelfeldspieler in den folgenden sechs Partien ein. Russ startete als einziger in jedem Spiel, während Obert viermal von der Bank kam, insgesamt aber auch drei Tore erzielte.

Vier Kandidaten, doch nicht alle sind gleich

Baake schätzt die unterschiedlichen Profile seiner Sechser: „Gegen unterschiedliche Gegner brauchst du unterschiedliche Attribute und die haben wir meiner Meinung nach gerade im zentralen Mittelfeld sehr gut. Wir können das Spiel dem Gegner entsprechend anpassen und jeder kann auch Einfluss nehmen, wenn er mal eingewechselt wird. Das ist sehr wichtig.“ Eigengewächs Gebbert, der am Freitag sein 300. Spiel für die SKV bestreitet, bringt Erfahrung und mit 1,89 Metern eine starke Physis in das Zentrum. „Er hat eine gewisse Aura auf dem Platz, er weiß, was zu tun ist und lenkt das Spiel“, lobt Baake. Die kleineren Russ und Held bringen Ballsicherheit und Stärken in direkten Duellen mit, Obert besticht durch sein Spielverständnis und seine Tiefenläufe.

Kampf um den Titel? Baake schaut nur auf das eigene Team

Für den Meisterschaftskampf wird diese volle Werkzeugkiste wichtig, nach dem Sieg im Nachholspiel gegen Neckarsulm ist der FV Löchgau wieder an der SKV vorbeigezogen. Baake betont jedoch: „Am Ende interessiert mich das nicht. Wir wollen gut starten und dann sehen, wo die Reise hingeht. Wir gucken tatsächlich nur auf uns.“

Für Christopher Baake gilt: zuerst die eigenen Hausaufgaben erledigen. Foto: Andreas Gorr

Ob es für ihn einen besseren Start in die Rückrunde als das am Freitagabend anstehende Derby gebe? „Das kann ich am Freitag um 21.15 Uhr sagen“, schmunzelt Baake.