Waldebene-Coach Rocco Cesarano (links) und Hoffelds Grigorios Dimoulatos verbindet eine sportliche Freundschaft. Foto: Günter Bergmann

Das Spitzenspiel zwischen dem FSV Waldebene Ost und dem SV Hoffeld erfüllt die Erwartungen. MK Makedonija Stuttgart ist pünktlich zu seinem Spiel gegen Möhringen wieder zurück.

Auf Spektakel folgt Spektakel: MK Makedonija Stuttgart sah in Dortmund das mitreißende 3:3 des VfB Stuttgart gegen den BVB und lieferte sich dann in Möhrigen ein packendes 4:4. Derweil lieferten sich zwei Trainer-Kumpels ein packendes Topspiel auf Augenhöhe, ein Auswärtsfluch hält an und eine schwere Verletzung überschattet einen Sieg. Der Blick auf alle Begegnungen des 13. Spieltages der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen.

 

FSV Waldebene Stuttgart-Ost – SV Hoffeld 1:1

Ein Topspiel, das alles geliefert hat, was im Vorfeld erhofft wurde. Nach intensiven 90 Minuten auf Augenhöhe gab es aber keinen Sieger im Duell der Trainer-Kumpels. Seit einigen Jahren pflegen Hoffelds Grigorios Dimoulatos und sein Gegenüber Rocco Cesarano freundschaftliche Kontakte. Entsprechend wohlwollend klangen die Worte nach dem Spiel. „Die Mannschaft trägt eindeutig die Handschrift von Rocco. Er hat die Mannschaft deutlich weiterentwickelt“, sagt Dimoulatos.

Verschenkt wurde trotz der gegenseitigen Sympathie freilich nichts. Pünktlich zum Duell mit dem Tabellenführer konnte der Coach des Vizemeisters auf seinen wertvollsten Spieler zurückgreifen. Ex-Profi Marc Stein lief zum ersten Mal in dieser Saison für den SV Hoffeld auf und stabilisierte mit seiner Erfahrung die Defensive des Teams. Dennoch dominierte der FSV Waldebene Stuttgart-Ost die Anfangsphase und hatte Großchance um Großchance. Mitten in diese Drangphase traf Ali Younis nach einer schönen Kombination der Mannschaft zur überraschenden Hoffelder Führung. Nach der Pause traf Ioannis Potsou nach einem Foul an ihm per Elfmeter zum Ausgleich. „Ich bin zufrieden mit dem Punktgewinn“, sagt Dimoulatos. Wermutstropfen aus Hoffelder Sicht: Edward Azeta fiel auf dem angefrorenen Boden auf seine Schulter und droht länger auszufallen.

Einige Ausfälle hatte auch Waldebene-Coach Cesarano zu beklagen. Sein Sohn Leo fehlte krankheitsbedingt, sein Sturmpartner Andreii Shamenko fehlt aus persönlichen Gründen weiterhin. „Die anderen Jungs haben es trotzdem gut gemacht“, sagt der Trainer. Letztlich haperte es an der Chancenverwertung. „Wir hätten wahrscheinlich stundenlang weiterspielen können und hätten kein weiteres Tor gemacht“, sagt Cesarano. Dennoch ist er mit dem Punkt zufrieden. „Der gibt uns weiter Stabilität. In anderen Zeiten hätten wir so ein Spiel verloren“, berichtet der Coach.

Tore: 0:1 Ali Younis (17.), 1:1 Potsou (65., Foulelfmeter).

Besonderes:

SV Vaihingen II – ABV Stuttgart 1:2

Der ABV Stuttgart hat seine bislang durchwachsene Auswärtsbilanz aufpoliert. Gegen den SV Vaihingen II gab es im siebten Spiel den dritten Dreier. „Ein verdienter, aber auch glücklicher Sieg“, sagt der Trainer Achim Häusler. Verdient, weil der ABV Stuttgart über weite Strecken das aktivere und bessere Team war. Glücklich, weil beim knappen Spielstand am Ende durchaus der Ausgleich in der Luft lag. Die Latte und der starke Emil Matenaer brachten den Sieg über die Zeit.

Nach einer ereignisarmen ersten Hälfte hatten Alen Neskic nach einer Flanke von Marcel Hummel per Kopf und Joa Kauderer nach Vorlage von Neskic mit einem Volleyschuss die 2:0-Führung erzielt. „Danach haben sie alles riskiert“, berichtet Häusler. Sepehr Heydari gelang nach einer Zufallsproduktion ebenfalls per Kopf jedoch nur der Anschlusstreffer. „Nächste Woche wollen wir in Stetten den nächsten Auswärtsdreier“, sagt Häusler. Eine harte Nuss, denn auf dem eigenen Platz hat der Tabellensiebte alle seine Spiele gewonnen.

Beim SV Vaihingen II ist die Aufstiegseuphorie mittlerweile verflogen. Nach einem soliden Saisonstart wartet das Team seit sechs Spielen auf einen Sieg. Zuletzt gab es drei Niederlagen in Folge. „Das haben die meisten Spieler noch nicht erlebt, weil es in den vergangenen Jahren nur nach oben ging“, sagt der Spielertrainer Oliver Heringhaus. Wie in den Wochen zuvor fehlte den Gastgebern erneut die nötige Effizienz.

Tore: 0:1 Neskic (50.), 0:2 Kauderer (81.), 1:2 Heydari (84.).

Besonderes: Neskic (ABV) schießt Foulelfmeter neben das Tor (59.).

TV Kemnat – TSV Rohr 1:3

Still und heimlich ist der TSV Rohr in der Spitzengruppe der Liga angekommen. Gegen den Aufsteiger feierte das Team von Trainer Klaus Kämmerer den dritten Sieg in Folge. Insgesamt ist der Bezirksliga-Absteiger seit vier Spielen ungeschlagen und hat sich damit von Rang neun auf Platz vier hochgearbeitet. „Es ist schön, dass wir die Spiele jetzt in Ergebnisse ummünzen konnten. Mit der Tabelle müssen wir uns aber aktuell nicht beschäftigen“, sagt der Rohrer Trainer Klaus Kämmerer. Vielmehr macht die personelle Situation dem Absteiger weiter zu schaffen. Gegen Kemnat kam nun auch Marcel Ruis auf der Verletztenliste hinzu. Bei einem Eckball in der 70. Minute fiel ein Gegenspieler dem Roher unglücklich aufs Bein. Der Verteidiger musste anschließend mit einem Knöchelbruch ins Krankenhaus. „Das hat allen zu schaffen gemacht“, sagt Kämmerer.

Da fiel der Anschlusstreffer nicht ins Gewicht. Zuvor hatten Mohamed Abdouly per Kopf und Torjäger Muguel Accardi mit einem Lupfer schon in der ersten Hälfte für klare Verhältnisse gesorgt. Ismail Seker hatte mit seinem Distanzschuss dann für die Vorentscheidung gesorgt.

Tore: 0:1 Abdouly (10.), 0:2 Accardi (33.), 0:3 Seker (72.), 1:3 Bayer (74.).

Besonderes:

KF Kosova Bernhausen – GFV Ermis Metanastis Stuttgart 1:1

Hätte Stammkeeper Plator Gashi den Ausgleich gehalten oder nicht? „Ich weiß es nicht, aber ich glaube schon“, sagt der Kosova-Trainer Shefki Gjuraj. Das Gefühl lässt ihn definitiv nicht los, dass mit dem ehemaligen Regionalliga-Keeper mehr drin gewesen wäre. Gashi musste nach einer starken Vorstellung bereits nach 34 Minuten ausgewechselt werden. Zuvor hatte er in einem Zweikampf einen Schlag aufs Schlüsselbein bekommen. Für ihn kam mit Avland Hulaj, ein gelernter Feldspieler. Der Notfallkeeper machte seine Sache gut, konnte den Kopfball von Christos Siaminos nach einem Eckball in der zweiten Hälfte jedoch nicht parieren. Weil Artor Makaj sich ebenfalls noch vor dem Führungstreffer von Elvir Gashi verletzt hatte, ist Gjuraj mit dem Punkt zufrieden. „Es war schwierig für mich und die Mannschaft, weil wir die Taktik während des Spiels ändern mussten“, berichtet Gjuraj.

Anders die Sichtweise beim GFV Ermis Metanastis Stuttgart. „Wir haben zwei Punkte verloren, statt einen gewonnen“, sagt der Trainer Jetmir Fetai. Sein Team habe wenig zugelassen, aber vorne fahrlässig mehrere Großchancen liegen gelassen. Trotz einer ordentlichen Leistung gegen den Tabellendritten sind die Gäste damit auf den achten Platz abgerutscht.

Tore: 1:0 Elvir Gashi (43.), 1:1 Siaminos (56.).

Besonderes: Gelb-Rot für Babaj (Kosova/90.).

Spvgg Möhringen – MK Makedonija Stuttgart 4:4

Ereignisreiches Wochenende für die Kicker des MK Makedonija Stuttgart. Am vergangenen Freitag machte sich die Mannschaft auf den Weg ins Ruhrgebiet. Auf Einladung eines BVB-Sponsors verbrachte das Stuttgarter Team ein Wochenende inklusive Trainingseinheiten und Stadionführung in Dortmund. Als Höhepunkt sahen die Kreisliga-Fußballer, wie der VfB Stuttgart dem Champions-League-Teilnehmer in einem irren 3:3-Spektakel einen Punkt abtrotzte. „Das war wirklich ein Highlight in unserer ganzen Vereinsgeschichte“, sagt der Abteilungsleiter Jan Dimitrovski.

Die Eindrücke, die kurze Nacht und die weite Rückreise am Sonntagmorgen steckten den Spielern noch in den Knochen, als sie am Nachmittag bei der Spvgg Möhringen aufliefen. Dennoch waren sie von Beginn an fokussiert und erzielten mit ihren ersten beiden Torschüssen zwei Tore. „Dann haben wir aber zwei dumme Fehler gemacht“, berichtet Dimitrovski. Die Möhringer nutzten die Aussetzer der Gastmannschaft, bei der mit Ivan Andov ein angeschlagener Feldspieler zwischen den Pfosten stand, zum Ausgleich. Danilo Mihajlovic brachte sein Team mit einem verwandelten Foulelfmeter noch vor der Halbzeit erneut in Führung. Auch in der zweiten Hälfte blieb es ein packender Schlagabtausch. Auf den Ausgleich von Tim Breitung antwortete erneut Mihajlovic mit einem sehenswerten Freistoßtreffer. Die Gastgeber rannten in der hitzigen Schlussphase an und glichen in der Nachspielzeit abermals aus.

„Ein gerechtes 4:4-Unentschieden“, findet der Möhringer Trainer Tobias Fuchs. Wenngleich er sich über die verpassten Punkte ärgert: „Mit drei Punkten hätten wir ein ordentliches Loch in der Tabelle reißen können, so halten wir die unten weiter am Leben.“ Zu denen gehört der MK Makedonija Stuttgart, der als Tabellenvorletzter zehn Punkte gesammelt hat. Möhringen ist mit 18 Punkten auf Platz zehn abgerutscht.

Tore: 0:1 Jeremic (9.), 0:2 Ljupco Kolev (19.), 1:2 Andov (21., Eigentor), 2:2 Kacarevic (29., Eigentor), 2:3 Danilo Mihajlovic (45. +3, Foulelfmeter), 3:3 Breitung (61.), 3:4 Danilo Mihajlovic (74.), 4:4 Friedrich (90. +4).

Besonderes: Gelb-Rot für Makedonija-Trainer Zivko Kolev (70.), Möhringen-Co-Trainer Fabian Fuchs (90. +3) und Stoilov (Makedonija/90. +4).

KV Plieningen – Spvgg Stetten 1:0

Der Auswärtsfluch der Spvgg Stetten hält weiter an. Auch im siebten Anlauf konnte das Team von Trainer Erdinc Cakir auf fremden Geläuf keinen Sieg einfahren. Stattdessen gab es die vierte Auswärtsniederlage in der bisherigen Runde. „Es läuft sehr unglücklich bislang für uns. Das ist aber kein Grund zu resignieren“, sagt der Cakir.

Gegen Plieningen waren die Stettener von Beginn an gut in der Partie, ließen aber ihre Chancen liegen. „Den einzigen Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen kann, ist die fehlende Effizienz“, sagt Cakir. Kurz vor der Pause sorgte dann Yannick Stephan für die glückliche Plieninger Führung: Blaz Lucic verlängerte einen Freistoß von Noah Felthaus in den Fünfmeter-Raum, wo Yannick Stepan aus abseitsverdächtiger Position per Kopf traf (45.+1). Nach dem Seitenwechsel drängte Stetten auf den Ausgleich, doch Plieningen hielt leidenschaftlich dagegen. Die größte Chance zum Ausgleich bot sich den Gästen in der 75. Minute, als Tobias Hock einen Elfmeter für seine Mannschaft herausholte. Doch dessen Bruder Robin Hock zielte zu genau und traf nur die Unterkante der Latte, von der aus der Ball wieder ins Feld sprang. In der Schlussphase warf die Spvgg Stetten alles nach vorne, konnte die neu organisierte Plieninger Defensive aber nicht mehr überwinden.

„Das war ein Arbeitssieg“, sagt der Plieniger Trainer Nikolai Pozorski. Seine Mannschaft habe mit Leidenschaft gekämpft und die knappe Führung verwaltet.

Tore: 1:0 Stepan (45. +1).

Besonderes: Robin Hock (Stetten) schießt Foulelfmeter an die Latte (75.).

TSV Heumaden – Sportfreunde Stuttgart 1:2

Big Points für die Sportfreunde Stuttgart gegen einen direkten Konkurrenten gegen den Abstieg. Mit dem Sieg rutscht der Tabellen-14. bis auf einen Punkt an den TSV Heumaden heran. „Das waren wichtige Punkte, auch des Willens“, sagt der Interimstrainer Tim Eichler.

Die Sportfreunde kamen gut in die Partie und führten nach neun Minuten durch Frederik Deters. Nur wenig später glich Luis Grünenwald für die Gastgeber aus. In der zweiten Hälfte erzielte Jona Binder dann den Siegtreffer für die an diesem Tag etwas besseren Gäste.

Wenn es nach dem Trainer des TSV Heumaden, Adnan Shakir Mannan, geht, dann wäre das Spiel jedoch 0:0 ausgegangen. „Keines der Tore hätte zählen dürfen“, berichtet er. Bei den ersten beiden seien die Torschützen jeweils im Abseits gestanden. Beim dritten Treffer des Tages habe es im Vorfeld ein Foul gegen einen seiner Spieler gegeben. „Da hat der Schiedsrichter keinen guten Tag erwischt“, urteilt Mannan. Doch auch seine Mannschaft hatte nicht ihren besten Tag. „Das ist ein enttäuschendes Ergebnis, wir hatten uns mehr erhofft“, sagt der Coach. Die Heumadener belegen mit dem 13. Platz weiterhin den Relegationsrang.

Tore: 0:1 Deters (9.), 1:1 Grünenwald (15.), 1:2 Bader (52.).

Besonderes:

FV Germania Degerloch – SV Sillenbuch 2:1

Eigentlich lief alles nach Plan für die Gäste. Bereits nach fünf Minuten führte der SV Sillenbuch nach einem starken Weitschusstor von Fabian Geißel mit 1:0. „Dann bekommen wir unnötig das Gegentor, weil wir nicht aufpassen“, ärgert sich der Co-Trainer Nico Hering. Auch danach waren die Gäste ein kleines bisschen besser, ehe ein verschossener Elfmeter von Geißel die Partie zum Kippen brachte. Mit einem Spielzug hebelten die Gastgeber den SV Sillenbuch aus und Tibor Hofmann traf erneut per Kopf. „Das Spiel hätte keinen Sieger verdient gehabt“, sagt Hering dennoch,

Auch der Trainer des FV Germania Degerloch war mit der Partie nicht zufrieden. „Es war ein furchtbarer Kick. Von uns war es das schwächste Spiel in dieser Saison“, sagt Claudio Marques. Und dennoch behielten die Degerlocher alle drei Punkte und kletterten damit auf Rang sechs.

Tore: 0:1 Geißel (5.), 1:1 Hofmann (10.), 2:1 Hofmann (79.).

Besonderes: Geißel (Sillenbuch) schießt einen Foulelfmeter neben das Tor (73.).