Der Waldebene-Trainer Rocco Cesarano eilt mit seiner Mannschaft weiter von Sieg zu Sieg, hat aber zumindest einen kleinen Kritikpunkt. Foto: Archiv/Günter Bergmann

Während das Spitzenquintett geschlossen siegt, feiert Makedonija Stuttgart ein Torjäger-Comeback und klärt sich in Kemnat die Trainerfrage für den Rest der Saison.

Fünf Mannschaften, fünf Siege. Die verbliebenen Aufstiegskandidaten in der Fußball-Kreisliga-A-Staffel 2 haben sich am Ostermontag keine faulen Eier ins Nest legen lassen. Das deutlichste Ergebnis gelang einmal mehr dem Spitzenreiter, dem FSV Waldebene Stuttgart-Ost. Der Blick auf alle acht Begegnungen.

 

FSV Waldebene Stuttgart-Ost – TSV Heumaden 7:0

Nächster Spieltag, nächster Schritt zum Aufstieg. Größer und größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass sich der 2019 gegründete Fusionsclub von der Waldebene in der nächsten Saison erstmals Bezirksligist nennen darf. „Im Fußball kann viel passieren. Aber klar, es werden immer weniger Spiele“, sagt der Trainer Rocco Cesarano. Und damit immer weniger Chancen für die Konkurrenz, am unverändert mächtigen Zehn-Punkte-Vorsprung des Spitzenreiters noch zu rütteln. Der aktuelle Sieg war dessen achter in Serie. Seit dem 2:3 Mitte Oktober in Stetten hat das Cesarano-Team keine Ligapartie mehr verloren.

An diesem Montag tat sich der Favorit nur gut 20 Minuten lang schwer. Dann erkannte der Coach gegen letztlich chancenlose Gäste „einen Klassenunterschied“. Als Dosenöffner betätigte sich der Co-Kapitän Alexander Schulz mit einem Toredoppelschlag – beide Male unter Mithilfe des Heumadener Keepers Yunus-Emre Gebeci. Bemerkenswert: Eigentlich ist Schulz linker Verteidiger, hat nun aber allein in den beiden vergangenen Begegnungen viermal eingenetzt. Den Treffer des Tages steuerte indes Joe Beutenmüller bei. Er jagte einen Freistoß aus gut 20 Metern in den Knick. Einziger Mini-Kritikpunkt von Cesarano, der mit seinem Trainerteam bis 2027 verlängert hat: In der Schlussphase habe seine Elf ein, zwei Gänge rausgenommen. „Kein Bayern-Style“, sagt er, „sonst wäre es zweistellig geworden.“

Dem Gegner reichte es freilich auch so. „Dass wir ein ganz schweres Spiel vor der Brust haben, war uns von vornherein klar gewesen“, sagt dessen Trainer Adnan Shakir Mannan, „dann haben wir es uns nach gutem Start selbst kaputt gemacht.“ Stichwort erwähnte Torwartfehler. Die Heumadener ihrerseits warten seit fünf Monaten auf einen Sieg (letztmals am 9. November, 2:1 gegen ABV Stuttgart). Im Abstiegskampf sieht Mannan die Seinen mittlerweile vor einer „Mammutaufgabe“. Der Rückstand zum Relegationsrang ist auf vier Punkte angewachsen.

Tore: 1:0 Schulz (24.), 2:0 Schulz (39.), 3:0 Beutenmüller (44.), 4:0 Kobuladze (52., Foulelfmeter), 5:0 Beutenmüller (65.), 6:0 Immernano (71.), 7:0 Potsou (87.)

Besonderes: –

SV Sillenbuch – ABV Stuttgart 1:2

Die Partie fand wegen Ostern bereits am Donnerstagabend statt. Die Gäste wollten eigentlich einen anderen Spieltermin, was aber nicht klappte. „Wir hatten 15 Absagen, traten mit einer Notbesetzung an“, sagt der ABV-Coach Achim Häusler. Doch die Not-Elf des Tabellenzweiten machte ihre Sache gut und gewann aus Sicht ihres Trainers „auch völlig verdient, hatten wir doch mehr Möglichkeiten und haben so gut wie nichts zugelassen“. Ausnahme in der Schlussminute, als Calvin Groh für den Gegner verkürzte. Zuvor hatten Frieder Ströbele und Blessing Omoregie für eine 2:0-Führung der Gäste gesorgt.

Im Großen und Ganzen stimmt der Sillenbucher Abteilungsleiter Hans-Georg Spies den Häusler-Aussagen zu. Auch er sah den ABV letztlich als „verdienten Sieger“. Wobei die Partie seiner Meinung nach eine andere Wendung hätte nehmen können, wenn der eingewechselte Marko Curic die „Möglichkeit zum 1:1 genutzt hätte“.

Bereits an diesem Donnerstag (19.30 Uhr) geht es für den SV Sillenbuch weiter mit der Partie bei Ermis Metanastis Stuttgart.

Tore: 0:1 Ströbele (58.), 0:2 Omoregie (85.), 1:2 Groh (90.).

Besonders: –

Sportfreunde Stuttgart – GFV Ermis Metanastis Stuttgart 1:6

Na also, das Knipsergen ist ihm nicht abhanden gekommen. In der vergangenen Saison, bei seinem Vorgänger-Verein Sportvg Feuerbach II, war Vincenzo Grillo Kreisliga-B-Torschützenkönig. Nun, eine Spielklasse höher? Waren bislang gerade mal zwei Törchen auf seinem Konto gestanden. Eine statistische Magerbilanz, die auch daraus resultiert, dass der Angreifer bei Ermis Metanastis auf einer anderen Position agiert: linker Flügel statt Spitze. Dass man aber auch von dort aus zuschlagen kann, hat Grillo an diesem Montag gezeigt. Mit einem Doppelschlag leitete er das Auswärtsschützenfest seiner Mannschaft ein. „Für mich der klassische Man of the Match“, lobt sein Trainer Jetmir Fetaj. Zumal: Hinzu kamen noch zwei Grillo-Torassists.

Ebenso zweimal traf Ardi Kryeziu, der sich damit mehr und mehr als Transfermarkt-Volltreffer entpuppt. Seine Ausbeute seit seinem Einstieg in der Winterpause: neun Tore in sechs Begegnungen. Verschmerzbar somit für Fetaj, dass in der letzten halben Stunde die offensive Geradlinigkeit etwas verloren ging. Ihre Aufstiegschancen wahrten die Seinen auch so souverän. Im Rennen um die Relegationsteilnahme bleiben sie auf zwei Punkte am zweitplatzierten ABV Stuttgart dran. „Wir haben da schon etwas Blut geleckt, müssen jetzt aber erst einmal weiter unsere Hausaufgaben machen“, sagt Fetaj. Die nächsten schon am Donnerstag (19.30 Uhr) zuhause gegen den SV Sillenbuch.

Demgegenüber sind die Sportfreunde als Tabellendrittletzter weiterhin das schlechteste Rückrundenteam. Nur ein Punkt aus sechs Spielen – wäre jetzt Schluss, müssten die Degerlocher nach acht Jahren Klassenzugehörigkeit absteigen.

Tore: 0:1 Grillo (30.), 0:2 Grillo (36.), 0:3 Martino (44.), 0:4 Kryeziu (51.), 0:5 Patitsis (62.), 0:6 Kryeziu (71., Foulelfmeter), 1:6 Deters (87.)

Besonderes: –

Spvgg Möhringen – KF Kosova Bernhausen 1:2

Der Möhringer Abwärtstrend hält an. Das Team von Kosova Bernhausen verpasste dem Tabellenzwölften die nächste Niederlage. Letzterer ist nun seit vier Spielen ohne Sieg. . „So etwas sage ich selten, aber wir haben das Spiel in den ersten 45 Minuten verloren“, fasst der Trainer Tobias Fuchs zusammen. „Wir hatten genügend Chancen, teilweise auch hochkarätige, aber nichts davon genutzt.“ Und dann, alte Fußballer-Weisheit, kommt es eben, wie es kommt. „Wenn man vorne nichts trifft, klingelt es irgendwann hinten“, sagt Fuchs lakonisch. Seine junge Mannschaft habe dem erfahrenen Gegner wenig entgegenzusetzen gehabt. „Bernhausen ist einfach abgezockter aufgetreten.“

Über dieses Lob muss der Kosova-Trainer Shefki Gjuraj schmunzeln. Er hebt seinen Torhüter Avland Hulaj hervor. „Gerade in der ersten Halbzeit hat er zwei, drei Glanzparaden gehabt und uns damit im Spiel gehalten“, sagt Gjuraj. Sein Fazit: „Insgesamt haben wir das ganz gut gemacht.“ Anders als die Gastgeber, bei denen der Coach Fuchs von einer „bitteren“ Niederlage spricht. „Aber was soll’s. Es gibt noch 24 Punkte zu verteilen. Weiter geht’s.“

Tore: 0:1 Babaj (7.), 1:1 Cakir (24.), 1:2 Jeton Elezaj (63.)

Besonderes: rote Karte für Friedrich (Möhringen, 90./Notbremse)

SV Hoffeld – Spvgg Stetten 5:3

Die torreichste Begegnung dieses 21. Spieltags fand beim SV Hoffeld statt. Und auch sonst war die Partie äußerst ereignisreich. Nach früher Stettener Führung infolge eines Abwehrmissgeschicks von Hagen Vogt „mussten wir uns kurz schütteln“, sagt der Hoffelder Trainer Grigorios Dimoulatos. Doch mit weit geschlagenen Bällen und zwei Toren aus Standardsituationen heraus, wie es Stettens Trainer Erdinc Cakir beschreibt, lagen die Gastgeber plötzlich wieder vorne. In die Pause gingen sie mit einer 2:1-Führung.

Die aus Cakirs Sicht „ominöse Szene“, die nach seiner Einschätzung den Ausschlag für die „bittere“ eigene Niederlage gab, folgte in Durchgang zwei: nämlich ein laut ihm vom Schiedsrichter übersehenes Handspiel, weshalb der 3:2-Treffer des Hoffelders Patrick Wüst zählte. „Elf Mann sehen alle dasselbe und rennen auf den Schiedsrichter los“, sagt Cakir. „Wir haben uns klar benachteiligt gefühlt.“ Freilich, auch ein Vorwurf an die eigene Adresse: „Obwohl wir von außen dagegen gesteuert haben, hat sich meine Mannschaft danach viel zu sehr auf den Schiedsrichter eingeschossen.“ Derweil legte der Gegner noch zweimal nach und festigte somit seinen fünften Tabellenplatz.

Cakirs Gegenüber schaute mit gemischten Gefühlen zu. „Mein Co-Trainer liebt solche Spiele, bei denen viele Tore fallen. Ich selbst bevorzuge Spiele, die wir zu Null gewinnen“, sagt Dimoulatos, der an der Hohen Eiche inzwischen für eine weitere Saison unterschrieben hat. In der aktuellen schiele man „jetzt noch ein wenig Richtung Platz zwei“. Aber, so Dimoulatos’ Ankündigung: „Viel mehr wollen wir uns alle weiterentwickeln und rechtzeitig die Grundsteine dafür legen.“ Hierbei sei die Vertragsverlängerung ein deutliches Zeichen.

Tore: 0:1 Lamnatos (24.), 1:1 Höhn (30.), 2:1 Vogt (39.), 2:2 Burghardt (54., Foulelfmeter), 3:2 Wüst (62.), 4:2 Vogt (69.), 5:2 Fakner (72.), 5:3 Horn (80.)

Besonderes: Gelb-Rot für Gül (Stetten, 90.+5)

TSV Rohr – FV Germania Degerloch 2:1

So beginnt man ein Fußballspiel: Zack, nach einer halben Stunde führten die Gastgeber bereits mit 2:0, ehe Marvin Kuhn für den Gegner noch vor der Pause verkürzte. „Hätte deutlicher sein können, denn wir hatten noch einen Pfostenschuss“, findet der Rohrer Trainer Klaus Kämmerer. Doch „endlich mal wieder“ gab es für die Seinen drei Punkte. Denn die Mannschaft habe es, „anders als zuletzt, geschafft, den Sieg über die Zeit zu retten“ – für Kämmerers Team der erste in der Rückrunde.

Der Degerlocher Trainer Claudio Marques sieht es so: „In der zweiten Halbzeit haben beide Teams genügend weitere Chancen gehabt, aber die Rohrer sind spielerisch unterm Strich schon besser aufgetreten.“ Die Rohrer klettern mit dem Ergebnis auf Rang acht. Die Germania bleibt Tabellensechster.

Tore: 1:0 Jennert (22.), 2:0 Seker (31.), 2:1 Kuhn (45.)

Besonderes: –

MK Makedonija Stuttgart – KV Plieningen 4:1

Balsam für die Seele im Kampf gegen den Abstieg. Balsam für die Seele nach all den Turbulenzen in der Abteilungsleitung: Das Team von MK Makedonija Stuttgart hat einen eminent wichtigen Heimsieg eingefahren. Ein weiteres Ausrufezeichen setzte dabei der Torjäger Aleksandar Stoilov, der nach elfmonatiger Verletzungspause (Adduktorenentzündung) bei seinem Comeback gleich doppelt traf. „Der Sieg ist wirklich ein Befreiungsschlag für uns alle“, sagt Stoilov, „auch wenn die Partie mit langen Bällen und vielen Zweikämpfen vielleicht keine so schöne war.“ In der Tabelle bleibt Makedonija auf dem Relegationsplatz, hat nun aber drei Punkte Luft zum ersten Abstiegsrang.

Der Gegner KV Plieningen schaffte es nicht, wie gewohnt aufzutreten. „Es hat an so vielen Kleinigkeiten gefehlt“, sagt dessen Trainer Nikolai Pozorski. Das einzig Erfreuliche des Wochenendes für ihn: Am Samstag wurde sein zweiter Sohn geboren. Pozorski fehlte deshalb beim Spiel.

Tore: 1:0 Stoilov (41., Foulelfmeter), 2:0 Vins (67.), 3:0 Stoilov (80.), 4:0 Ljupco Kolev (90.), 4:1 Eipper (90. +2.)

Besonderes: Dragusha (Plieningen) verschießt Foulelfmeter (66.)

TV Kemnat – SV Vaihingen II 3:3

Schlussphasen-Schock für den TV Kemnat. In der 90. und in der ersten Minute der Nachspielzeit kassierte der Tabellenletzte die Gegentore zum 3:3-Endstand– es trafen die Vaihinger Jesus Filipe Ferreira und Julian Borgia. Bitter gleich in zweifacher Hinsicht. „Einerseits haben wir ein sehr gutes Spiel abgeliefert, waren tonangebend und hatten die besseren Möglichkeiten“, sagt Kemnats bisheriger Interimscoach Kai Ansorge, der nun bis zum Saisonende für das Team verantwortlich sein wird und danach eine fußballerische Auszeit nimmt. „Andererseits hätten wir durch einen Sieg die Chancen auf den Klassenverbleib gewahrt, nun schwinden diese immer mehr“, konstatiert Ansorge. Ein Blick auf die Tabelle verrät: Zum Relegationsplatz fehlen bereits sieben Zähler.

Frust auf der einen, Freude auf der anderen Seite. „Für uns ist es ein gewonnener Punkt, wir waren an diesem Tag nicht griffig genug, Kemnat hatte zudem ein Chancenplus“, sagt Vahingens Spielertrainer Oliver Heringhaus. Wie es sich anfühlt, auf der Zielgeraden noch abgefangen zu werden, das wisse er mit den Seinen zur Genüge. „Häufig haben wir in dieser Runde kurz vor Schluss noch ein entscheidendes Tor kassiert, dieses Mal waren wir glücklichweise in der anderen Rolle“, sagt Heringhaus.

Tore: 1:0 Liam Kovacevic (14.), 1:1 Borgia (25.), 2:1 Eißler (63.), 3:1 Eißler (68.), 2:3 Ferreira (90.), 3:3 Borgia (90. + 1).

Besonderes: –