52 Treffer in acht Partien, wilde Duelle in Cannstatt und in Wangen, zwei Vierfachtorschützen – der letzte Spieltag der A1 vor der Winterpause hat es nochmal in sich.
Von einer besinnlichen Adventszeit ist am 15. Spieltag in der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen, Staffel 1, keine Spur. Bis auf eine Ausnahme fallen in allen Partien mindestens fünf Tore. Während sich die Konstellation in der Spitzengruppe nur marginal verändert, sichert sich der bisherige Tabellenvorletzte gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf wichtige Punkte.
OFK Beograd Stuttgart – Sportvg Feuerbach 5:3
Unentschieden im Duell der Goalgetter: Sowohl Beograds Nikola Lakovic als auch Feuerbachs Marin Pranjic haben am Sonntag in Zuffenhausen doppelt getroffen. Beide stehen nun bei 19 Saisontoren und sind damit die ersten Verfolger von Türkspors Emir Dogansoys (23). Mit seinen Treffern konnte Pranjic jedoch den fünften Sieg in Folge für die bereits vor der Partie als Wintermeister feststehende Heimmannschaft nicht verhindern.
„Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht, hatten aber gegen einen cleveren Gegner das Spielglück nicht auf unserer Seite“, sagt Sportvg-Trainer Sven Damnig. Mit drei Niederlagen aus den vergangenen drei Partien hat sein Team zum Jahresende seine gute tabellarische Ausgangsposition verspielt. Feuerbach liegt nun mit sieben Punkten Rückstand auf den zweitplatzierten TSV Münster auf Rang fünf. „Es nervt, so in die Pause zu gehen“, sagt Damnig.
Tabellenführer Beograd beendet die Hinserie dagegen mit fünf Zählern Vorsprung auf Münster – und damit als Aufstiegsfavorit Nummer eins. Co-Trainer Ratko Milic warnt dennoch vor Überheblichkeit: „Das ist natürlich ein kleines Polster für die Rückrunde, aber ausruhen dürfen wir uns darauf nicht.“
Tore: 1:0 Lakovic (6., Foulelfmeter), 2:0 Lakovic (25.), 2:1 Pranjic (52.), 3:1 Sijakovic (54.), 3:2 Moissidis (71.), 4:2 Babic (74.), 5:2 Trivunovic (85.), 5:3 Pranjic (90.+4)
Besonderes: –
Türkspor Stuttgart – TSV Mühlhausen 4:4
Spektakulärer als die Schlussphase bei der Partie Türkspor gegen Mühlhausen geht es kaum. Auf dem Kunstrasen in der Benzstraße durchlebten beide Kontrahenten ein Wechselbad der Gefühle. Das Positive aus Türkspor-Sicht: Trotz Unterzahl egalisierten die Cannstatter mit einem Doppelschlag in der Nachspielzeit einen Zwei-Tore-Rückstand. Per Kopf gelang Enes Korkmaz kurz vor dem Abpfiff der Ausgleich. Dabei hatte Lorik Bytici erst vier Minuten zuvor – ebenfalls schon in der Nachspielzeit – per Strafstoß auf 4:2 für die Gäste gestellt. Über die Elfmeterentscheidung hatte sich Türkspor-Keeper Hüsrev Kop so heftig beschwert, dass er dafür vom Platz flog.
Obwohl Memik Erdogans Team also seine Comeback-Qualitäten bewiesen hatte, hadert Türkspors Trainer mit dem Spielverlauf: „Wir haben zig Chancen vergeben und den Gegner immer wieder mit unseren Fehlern eingeladen.“ Nach nur einem Punkt aus den vergangenen zwei Partien ist der Rückstand des ambitionierten Tabellendritten auf Beograd mit acht Zählern bereits beträchtlich. „Wir hatten gegen Uhlbach und Mühlhausen mit sechs Punkten gerechnet, dann wäre die Hinrunde in Ordnung gewesen“, sagt Erdogan.
Auf der Gegenseite trauert Armend Mehmeti dem verpassten Dreier hinterher. „Vor dem Spiel hätten wir das Unentschieden sofort unterschrieben“, sagt der Mühlhausener Trainer. „Aber so ärgern wir uns jetzt über zwei verlorene Punkte.“ Allerdings räumt Mehmeti ein: „Wir hatten zuvor schon öfters Glück, Türkspor hatte viel mehr Spielanteile.“ Dennoch ziehe er den Hut vor der Leistung seiner Mannschaft. Für die restliche Saison hofft der Coach auf die Rückkehr einiger verletzter Leistungsträger. Er weiß: Bereits zum Rückrundenauftakt hat der abstiegsbedrohte TSV (Rang 13) eine schwere Aufgabe vor sich – dann trifft Mühlhausen gleich wieder auf Türkspor.
Tore: 0:1 Kaufmann (9., Foulelfmeter), 0:2 Saritas (26.), 1:2 Korkmaz (32.), 1:3 Alothman (66.), 2:3 Nasser (68., Eigentor), 2:4 Bytyci (90.+1, Foulelfmeter), 3:4 Sovtic (90.+3), 4:4 Korkmaz (90.+5)
Besonderes: rote Karte für Kop (Türkspor, 90.+1./Meckern)
TSV Münster – SSV Zuffenhausen 6:1
Beograds erster Verfolger hat das Jahr mit einem Kantersieg beendet. Allerdings lag der TSV Münster gegen den SSV Zuffenhausen bis zur Stundenmarke zurück. Erst Marco Kreidls verwandelter Handelfmeter – einer von drei Strafstößen der Partie – brach den Bann. Danach ließ der formstarke Tabellenzweite noch fünf Treffer folgen. „Wir sind konditionell auf einem Top-Niveau“, lobt TSV-Coach Uwe Braun seine Spieler. „Auf dem tiefen Rasen war mir deshalb klar, dass wir spät noch zu Chancen kommen.“
Für die Rückrunde gibt Braun nun das Ziel aus, bis zum 24. Spieltag am Spitzenreiter dran zu bleiben. Dann reist Beograd nach Münster – und zuhause musste der TSV bislang erst zwei Punkte abgeben. Zuffenhausen überwintert derweil im Tabellenmittelfeld. Trainer Nevzat Dursun nimmt seine Spieler trotz des deutlichen Endstands in Schutz:„Das war spielerisch 60 Minuten lang gut von uns.“ Ansgesichts von zuletzt zwei Niederlagen räumt der Coach aber auch ein: „Die Pause tut uns jetzt gut.“
Tore: 0:1 Klose (45.+1, Handelfmeter), 1:1 Kreidl (61., Handelfmeter), 2:1 Weiß (63.), 3:1 Kreidl (82., Foulelfmeter), 4:1 Sorgic (85.), 5:1 Reu (87.), 6:1 Reu (90.+1)
Besonderes: –
SportKultur Stuttgart – SC Stammheim 4:3
Ein Lebenszeichen von der SportKultur: Nach zuvor vier Niederlagen in Serie hat die Elf von Ender Mermer auf dem heimischen Kunstrasen den Abstiegskampf-Kracher gegen Stammheim spät für sich entschieden. Spätestens in der Nachspielzeit wurde Elias Tweneboa dabei zum umjubelten Helden für die Mannschaft aus Wangen. Nach starker Vorarbeit von Kapitän Mert Sönmez schob der Angreifer kurz vor Schluss zum 4:3 und damit zum Endstand ein – sein vierter Treffer des Tages.
Lob erhielt der Matchwinner anschließend von seinem Trainer. „Elias hat überragend gespielt“, sagt Mermer. Dem Coach zufolge hätte es die SportKultur allerdings gar nicht so spannend machen dürfen. „Das Spiel war lange ein Sinnbild unserer Hinrunde.“ Bedeutet: zahlreiche vergebene Topchancen und viele Gegentore per Standard. Umso wichtiger sei, dass es letztlich doch noch für die drei Punkte reichte. „Man hat nach Abpfiff gemerkt, welcher Druck von den Spielern abgefallen ist“, sagt Mermer.
Für die Rückrunde zeigt sich der Übungsleiter nun optimistisch: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir im neuen Jahr die nötigen Punkte für den Klassenverbleib holen.“ Der Weg dorthin dürfte zwar kein einfacher werden, aber immerhin konnte sich die SportKultur (acht Punkte) durch den Sieg an Stammheim (sieben Punkte) vorbei auf Platz 14 schieben. Für den SC indes sieht die Lage nach sieben Pleiten in Folge düster aus.
Tore: 0:1 Skordoulis (15.), 1:1 Tweneboa (49.), 1:2 Skordoulis (60., Handelfmeter), 2:2 Tweneboa (74.), 3:2 Tweneboa (77.), 3:3 Tuzi (83.), 4:3 Tweneboa (90.+1)
Besonderes: –
TV Zazenhausen – SV Prag 3:6
SportKulturs Spielentscheider Tweneboa war am 15. Spieltag der A1 nicht der einzige Viererpacker. Auch Prags ohnehin bestem Torschützen Otis Raiser gelang in Zazenhausen dieses Kunststück. Ganze drei Mal schlug der Angreifer per Kopf zu, dazu noch ein Mal mit dem Fuß. „Das war natürlich ein brutaler Auftritt von Otis“, sagt sein Trainer Frederik Bruder. Er freue sich für seinen Kapitän, weil dieser zuletzt „für seine Verhältnisse eine kleine Durststrecke hatte“. Nicht nur für Raiser, sondern für das ganze Team habe der Sieg in Zazenhausen eine deutlich Leistungssteigerung dargestellt. Bruder spricht deshalb von einem „versöhnlichen Abschluss einer Hinrunde, mit der wir nicht immer ganz so zufrieden waren“.
Die Qualität der Gäste erkennt auch TV-Coach Stefan Schuon neidlos an: „Prag war einfach besser.“ Immerhin konnte sein Team in den letzten sechs Spielen vor der Pause neun Punkte sammeln und überwintert dadurch auf Platz zwölf. Zazenhausen steckt somit zwar noch immer tief im Abstiegskampf. Schuon sagt aber auch: „Diese Situation ist für uns nichts Neues, damit hatten wir vor der Saison schon gerechnet.“
Tore: 0:1 Raiser (3.), 0:2 Raiser (7.), 0:3 Raiser (53.), 1:3 Wandawi (55.), 2:3 Scholpp (74.), 2:4 Raiser (74.), 2:5 Klein (83.), 2:6 Klein (87.), 3:6 Tanik (90.)
Besonderes: –
SG West – TSV Uhlbach 5:0
Spielertrainer Benedikt Goos ist nach dem klaren Heimsieg seiner SG West gegen den TSV Uhlbach selbst ein wenig überrascht: „In dieser Deutlichkeit hätten wir damit nicht gerechnet.“ Schließlich hatten die Gäste am Wochenende zuvor überraschend das Spitzenteam Türkspor mit 5:2 geschlagen. Umso mehr freut sich Goos über die Leistung seiner Elf: „Heute hat man gesehen, was für eine starke Mannschaft wir haben, wenn alles funktioniert.“
Das Spielglück, das West in den vergangenen Wochen etwas gefehlt habe, sei diesmal zurückgekehrt. „Jetzt sind wir super happy, so in die Pause zu gehen“, fügt Goos hinzu. Sein Gegenüber Joshua Menger sah dagegen einen schwachen Auftritt der Auswärtsmannschaft. „Das Ergebnis ist in der Höhe natürlich sehr enttäuschend“, sagt der Uhlbacher Spielertrainer. In der Tabelle fielen die Götzenberg-Kicker durch die Niederlage hinter West und den SV Prag auf Platz elf zurück.
Tore: 1:0 Henke (2.), 2:0 Aichele (38.), 3:0 Blaser (51.), 4:0 Mayr (73.), 5:0 Mayr (86.)
Besonderes: gelb-rot für Ogayo (Uhlbach, 73.)
TV89 Zuffenhausen – TSV Weilimdorf II 1:1
Gemessen an den Partien auf den anderen Plätzen, war auf der Schlotwiese in Zuffenhausen nicht viel los. Jeweils ein Treffer erzielten dort die Heimmannschaft und die Gäste aus Weilimdorf. „Wir haben eine super erste Hälfte hingelegt, dann aber den Faden verloren“, sagt TSV-Trainer Jürgen Zeyer. Sein Fazit: „Das Unentschieden war letzlich leistungsgerecht.“ Insgesamt freut sich Zeyer über eine „fast überragende Hinrunde“ des Aufsteigers. „Wir liegen voll im Plan und haben uns in der Liga ein Stück weit etabliert.“
Beim Gegner aus Zuffenhausen hätte sich Coach Umut Yürük ein paar Zähler mehr bis zur Pause erhofft. Sein Kommentar zum bisherigen Saisonverlauf: „Wir haben stark angefangen, aber dann leider auch stark nachgelassen.“ Dennoch ist der Übungsleiter „im Großen und Ganzen zufrieden“ mit einer Hinserie, in der Zuffenhausen zuletzt stark von Personalproblemen geplagt war. Zwei Punkte trennen den Achtplatzierten TV89 vom TSV Weilimdorf II auf Rang sechs.
Tore: 0:1 Kugiumtzidis (36.), 1:1 Erarslan (48.)
Besonderes: –
Vorverlegt: SG Weilimdorf – TB Untertürkheim 3:3
Das Schlusslicht aus Untertürkheim hatte dem Vierten aus Weilimdorf in einer vorgezogenen Partie bereits am Donnerstag einen Punkt abgetrotzt.
Der Start in die Rückrunde erfolgt in der Fußball-Kreisliga A Stuttgart/Böblingen, Staffel 1, am Sonntag, 1. März.