Heiko Engele ist gelernter Koch und betreibt seit diesem Jahr den einstigen Kiosk mit Seeblick am Ebnisee. Foto: Phillip Weingand

Heiko Engele ist in der Gastroszene kein Unbekannter – und hat jetzt einen der beiden Biergärten am Ebnisee übernommen. Wir haben uns die neue Freiluft-Gastro angesehen.

Eine sanfte Brise weht über den Ebnisee. Unter der Woche, zur Mittagszeit, sind hier schon einige Wanderer und Angler unterwegs. Oben in der Luft zieht ein Bussard seine Kreise, ringsum bricht der Frühling aus. Kein Wunder, dass sich Heiko Engele aus Althütte in diesen Platz verguckt hat. Der gelernte Koch hat zur Saison den einstigen Kiosk mit Seeblick übernommen und im neuen „Engeles Biergarten am Ebnisee“ schon einiges auf die Beine gestellt.

 

Der 44-Jährige ist in der Gastroszene kein Unbekannter. Gelernt hat er im Hotel Sonnenhof in Aspach, das Andrea Berg und ihrem Mann Uli Ferber gehört. Zu seinen Stationen als Küchenchef gehörten das Restaurant Portofino in Althütte, das Hotel Forsthof in Steinheim und das Stadion der SG Sonnenhof Großaspach, als diese gerade in der 3. Bundesliga spielte, sowie die Brennalp Rudersberg.

Engeles Biergarten am Ebnisee setzt auf Allgäu-Flair

Engeles Biergarten liegt am Waldrand, am Westufer des Ebnisees. Foto: Phillip Weingand

Engele hat im Biergarten einiges umgestaltet und setzt auf Allgäu-Flair: „Wenn ich dürfte, würde ich hier eine richtige Almhütte hinbauen“, sagt er. Darf er aber nicht, wegen des Naturschutzes. Aber auch so macht seine Neuauflage des Biergartens einiges her: Die Gäste sitzen am Waldrand mit Seeblick, wahlweise auf Liegestühlen oder auf – ja, richtig gelesen – Sätteln.

Eigentlich sind es Kamelsättel – „schreib’ lieber Pferdesättel, das passt besser“, meint Engele und lacht. So oder so: Ein Hingucker sind die Sitzgelegenheiten allemal. Eine Hängematte und eine Liegewiese gibt es auch, den Kinderspielplatz direkt am Biergarten hat Engele ebenfalls renoviert. Ein Lokal wie dieses sei schon lange ein Traum, sagt er: „Ich bin naturverbunden und heimatverbunden, und irgendwann muss man sich als Koch doch selbstständig machen.“

Am Tisch nebenan sitzen ein paar Herren, genießen ihr Radler und spielen Schach. Aus Murrhardt seien sie hergewandert, erzählen sie. Welches der rustikalen Gerichte aus der Speisekarte man hier besonders empfehlen könne? „Vor allem den Rostbraten, und die Feuerwurst.“ Wobei auch die hausgemachte „Berg-Rote“ mit Bergkäse, Spinat und Röstzwiebeln gut bei den Gästen ankommt. Dazu serviert Engele unter anderem Maibock der Brauerei Berg aus dem Alb-Donau-Kreis.

Der Biergarten am Ebnisee soll das ganze Jahr über offen sein

Feste Öffnungszeiten oder reguläre Schließtage gibt es vorerst keine: „Ich kann mich da nicht festlegen – ich mache bei gutem Wetter auf.“ Er will sein Freiluft-Lokal auch im Winter öffnen. „Wanderer und Schlittschuhläufer können hier dann ihren Glühwein trinken“, sagt er. Der Ebnisee wird im Herbst zwar abgelassen, wegen der Algen und des Schlamms. „Die Leute werden trotzdem kommen. Und zur Not stelle ich ein paar Schwimmbecken auf“, meint er augenzwinkernd. Auch sonst hat er einige Pläne: Einmal im Monat Livemusik, an Feiertagen Sonderaktionen – an Ostern gab es eine Hüpfburg und eine Eiersuche.

Eine weitere Idee: Ein Frühstück, das Engele ab dem Sommer sonntags anbieten will. „Dafür muss man aber reservieren“, sagt er. Bei seinem Ideenreichtum ist zu erwarten, dass sich sein Biergarten bald etablieren wird. Ebnisee-Besucher haben dann die Qual der Wahl: Denn rund 300 Meter weiter lockt mit Raders Waldschänke ein weiterer, ebenfalls sehr empfehlenswerter Biergarten.

Info: 
Wer die Biergärten am Ebnisee ausprobieren möchte, kann am Parkplatz an der Winnender Straße (L 1120) am Südufer parken. Von dort aus sind es rund 600 Meter Fußweg zu Engeles Biergarten am Westufer des Sees und ein knapper Kilometer zu Raders Waldschänke an der nördlichen Spitze des Sees.