Die Internationale Bauausstellung IBA’27 hat sich viel vorgenommen in Stuttgart und der Region. Das Flusspferde-Projekt der Wilhelma ist ein Elfmeter für die Stadt, kommentiert unsere Autorin.
Mit klugen und mutigen Bauprojekten will die Internationale Bauausstellung zeigen, wie Wohnen und Arbeiten in der Region Stuttgart künftig ineinander greifen. Gefragt sind die besten Ideen und greifbare Projekte, denn die IBA’27 will und muss auch unmittelbar erlebbar sein. Deshalb ist es mehr als bedauerlich, wenn gute Ideen erst gar nicht zum Zuge kommen, weil sie nicht eingereicht werden: so wie das Flusspferd-Projekt der Wilhelma. Unmittelbar am Neckar sollen die Tiere weiden – spektakulär.
Woran es hakt? Die Stadt Stuttgart verschiebt die Bewilligung des Baus. Sie ist der Auffassung, dass zuerst komplizierte Bohrungen im Untergrund des Neckars erfolgen müssten. Doch wofür? Das bleibt unklar. Deshalb zweifelt Georg Fundel, der Chef des Wilhelma-Fördervereins zurecht daran, ob das überhaupt notwendig sei. Jedoch – ohne bewilligte Bauvoranfrage keine Möglichkeit, bei der IBA‘27 dabei zu sein.
Wie lässt sich der gordische Knoten lösen? Die Kommune muss überlegen, ob die Untergrundbohrungen tatsächlich notwendig sind oder ob sie nicht doch grünes Licht für den Bau der Flusspferdeanlage geben könnte. Transparenz ist nun wichtig – und da hapert es bei der Stadtspitze gewaltig.
Doppelter Gewinn für Stuttgart und die Region
Obendrein muss sich die Stadt keine Gedanken über die Finanzierung machen. Der Förderverein der Wilhelma stemmt die Baukosten für die geplante Zwergflusspferd-Anlage von drei Millionen Euro alleine. Also warum nicht diese spannenden Pläne zum IBA‘27-Projekt machen? Für Stuttgart und die Region wäre es gleich doppelt ein Gewinn. Wilhelma und Schifffahrt werden gefördert, Besucher hätten die Chance auf neue Impulse und Erlebnisse. Und die IBA’27 hätte eine weit ins Land ausstrahlende Attraktion. Der Gemeinderat hatte die Pläne begrüßt – jetzt ist die Stadtspitze dran. Sie kann ein vielfach wirksames Zeichen setzen – für eine bevölkerungsnahe Internationale Bauausstellung 2027 ebenso wie für die nachhaltige Belebung eines wichtigen Abschnitts Neckarufer. Von der „Stadt am Fluss“ nur zu reden, reicht nicht. Der Ball liegt auf dem Punkt – die Stadt kann den Elfmeter verwandeln.