Die Antonov am Flughafen Stuttgart. Foto: Daniel Kessler

Eine historische Antonov-Maschine hat am Donnerstag in Stuttgart für Aufsehen gesorgt. Die Flugzeuge beschäftigten auch schon die Bundesregierung.

Ein historisches Frachtflugzeug war am Donnerstag am Flughafen in Stuttgart zu bestaunen. Eine rund 60 Jahre alte Antonov-Maschine der ukrainischen Fluggesellschaft Cavok Air landete in der Landeshauptstadt.

 

Der selten gewordene Frachtflieger vom Typ Antonov An-12 BP war im belgischen Ostende gestartet. Was das Flugzeug mit seiner markanten verglasten Schnauze und den vier Propellern an Bord hatte, ist nicht bekannt. Offenbar wurde die Ladung in Stuttgart umgeschlagen.

Antonovs beschäftigten schon die Bundespolitik

Nach dem Aufenthalt setzte die Maschine ihre Reise über den Atlantik fort. Ziel war die kanadische Metropole Montreal, wobei ein Stopp im isländischen Reykjavík eingelegt wurde – wohl um aufzutanken. Die ukrainische Airline bietet ausschließlich Fracht- und Charterflüge an.

Die 2011 gegründete Cavok Airlines hat ihren Sitz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und eine Basis auf dem Flughafen von Chişinău, der Hauptstadt Moldawiens. Die Flotte des Unternehmens besteht aus neun Transportmaschinen. Die in der ehemaligen Sowjetunion entwickelte An-12, deren Erstflug am 16. Dezember 1957 stattfand, gilt als robustes Frachtflugzeug für mittelgroße Lieferungen mit einer maximalen Beladung von 18 Tonnen.

Das ukrainische Flugzeug flog weiter nach Kanada. Foto: Daniel Kessler

Die Maschinen haben in der Vergangenheit auch schon den Bundestag beschäftigt – denn sie sind ziemlich laut. Dabei zeigte sich aber auch: Die historischen Flugzeuge sind wegen ihrer Unverwüstlichkeit teilweise unverzichtbar. Die AfD wollte in einer Kleinen Anfrage wissen, wofür die Flugzeuge im Auftrag der Bundesregierung regelmäßig über Thüringen fliegen. Sie hatte Klagen über „Lärmbelästigung“ aus der Bevölkerung aufgegriffen.

Aus der Antwort der Bundesregierung ging hervor, dass die Frachtfluggesellschaft damals für die Bundeswehr im Einsatz war und Güter nach Mali brachte. Die Antonov-Maschinen seien zu dieser Zeit die einzigen verfügbaren Flugzeuge gewesen, welche die erforderliche Größe hätten und geeignet seien, die unbefestigte Start- und Landebahn am Bestimmungsort Gao zu nutzen, hieß es.