Die Stelle, an der der Radfahrer stürzte und offenbar schwer verletzt wurde. Foto: Dirk Herrmann

Die Fahrraddemo führte auch durch den Fellbacher Kappelbergtunnel. Kurz danach stürzte ein Radler und wurde verletzt.

Die Fahrrad-Sternfahrt mit mehreren Tausend Radfahrenden, die aus allen Himmelsrichtungen gen Stuttgart strebten, wurde am Sonntagnachmittag durch einen Unfall bei Fellbach überschattet. Dabei erlitt ein Mann erheblich verletzt, wie Zeugen berichten.

 

Der Unfall ereignete sich in dem Pulk von geschätzt weit über 1000 Radlern, der vom Rems-Murr-Kreis aus in Richtung Stuttgart unterwegs war. Extra für die Radler wurde die Bundesstraße 14 inklusive des Fellbacher Kappelbergtunnels durch die Polizei für den sonstigen Verkehr gesperrt. Gegen 15 Uhr kam es dann zu dem Unfall.

Unfallstelle 200 Meter nach dem Kappelbergtunnel

Die Unfallstelle lag etwa 200 Meter nach dem Tunnel in Stuttgarter Richtung. Bei dem Radfahrer handelt es sich nach Zeugenbeobachtungen, die den Fahrradtross von einem Feldweg oberhalb der Bundesstraße verfolgten, um einen Mann mittleren Alters.

Gesehen hat diesen Unfall keiner der Zeugen direkt. Allerdings deuteten die Gesten anderer Radfahrer, die sich gegenseitig den Hergang des Unfalls schilderten, die mögliche Ursache an. Auch wurde offenkundig auch nur ein Fahrrad beschädigt, sodass es sich vermutlich eher nicht um eine Kollision zweier Radler handelte.

Ein Zeuge vermutet, dass der Mann mit seinem Fahrrad relativ weit links auf der Bundesstraße nahe der mittleren Leitplanke fuhr. Womöglich ist er gestürzt, weil er an der Seite in eine Ablaufrinne geraten war. Das ließen jedenfalls die Erläuterungen der anderen Radler vermuten.

Wegen der Raddemo und dann wegen des Unfalls (im Foto rechts hinten) gab es einen Stau auf der Bundesstraße 14. Foto: Dirk Herrmann

Wie zu beobachten war, hat der Mann Gesichtsverletzungen erlitten. Er wurde laut Zeugen später von der Besatzung eines Krankenwagens in ein Krankenhaus gefahren.

Zunächst durch die Fahrraddemo und anschließend durch den schweren Unfall war der Kappelbergtunnel rund eine halbe Stunde gesperrt. Wobei die Fahrzeuge sich bereits langsam hinter den Polizeifahrzeugen eingruppiert hatten, die den Fahrradpulk nach hinten abschirmten.

Etwa 100 Meter nach der Nordröhre war durch den Unfall eine weitere Verzögerung erforderlich, sodass die Autos bis weit in den Tunnel hinein standen – was manche verärgerte Autofahrer mit Protesthupern quittierten, offenbar in Unkenntnis der schweren Verletzung des Radlers.

Der Radunfall ereignete sich noch auf der Fellbachers Gemarkung, weshalb üblicherweise die Polizeidirektion Aalen zuständig ist. Weil es sich aber um eine Sternfahrt aus der Region in die Landeshauptstadt handelte, war die Polizei in Stuttgart federführend. Dort lagen am Sonntagnachmittag zunächst keine Erkenntnisse zu dem Unfall auf der Bundesstraße vor. Man erhalte den Bericht der Kollegen mit der Auswertung erst am Abend im Anschluss an die Radsternfahrt, so die Auskunft.

Die Sternfahrt nach Stuttgart trug den Titel: „Gemeinsam sicher ankommen“

Veranstaltet wurde die Sternfahrt vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Baden-Württemberg. Bitterer Aspekt: Die Demonstration trug den Titel: „Ab aufs Rad: Gemeinsam sicher ankommen!“ Und ausgerechnet bei einer solchen Aktion ereignete sich dann dieser Radunfall.

Bereits am Vormittag waren die Radler in Backnang und Schorndorf gestartet. In Waiblingen trafen sie sich, bei einer kleinen Kundgebung auf dem Parkplatz des Bahnhofs ergriff auch Rems-Murr-Landrat Richard Sigel das Wort, der sich anschließend auch in die Sternfahrt gen Stuttgart einreihte. Von Waiblingen ging es zunächst am Schwabenlandtower entlang in einer Schleife zum Fellbacher Bahnhof und dann weiter zur Auffahrt Fellbach-Süd der Bundesstraße und schließlich durch den Kappelbergtunnel.