Wenn Feine Sahne Fischfilet am Montag in der Schleyerhalle spielt, dürfte ein Song bei VfB-Anhängern besonders gut ankommen. Aber wer hat wen kopiert?
Klar, der Spruch ist etwas vulgär. Aber als der VfB Stuttgart am Ende der Saison 2023/24 endlich wieder da gestanden hat, wo er nach Ansicht der Fans doch eigentlich hingehört, nämlich in der Spitzengruppe der Bundesliga, sprach er doch vielen aus der Seele: „Nach all der Scheiße, geht’s wieder auf die Reise“, sangen die Fans schon Wochen zuvor. Als alles klar war, druckte sich die Mannschaft den Satz aufs Vizemeister-T-Shirt. Und im VfB-Fanshop ging das gute Stück weg wie warme Semmeln.
Den passenden Song dazu gibt’s bisher nur im Ballermann-Stil. Doch jetzt kommen „Feine Sahne Fischfilet“. Die linke Punk-Band aus Mecklenburg-Vorpommern tritt am Montag in der Stuttgarter Porsche-Arena auf und reimt ganz ähnlich: „Nach all der Scheiße, endlich auf Reise“, heißt es bei den fünf Musikern aus Rostock. Dazu gibt es energischen Ska-Punk.
VfB und Feine Sahne Fischfilet: Unterschiedliche Reiseziele
Beim VfB sollte nach sportlich wie finanziell mageren Jahren die Rückkehr auf die internationale Bühne mit Gastspielen in London oder Istanbul gefeiert werden. Mit der Zeile verband sich also die Hoffnung auf ein neues „Normal“. Bei „Feine Sahne Fischfilet“ geht es bei „Endlich auf Reise“ hingegen eher um eine Auszeit. Bewusst will man sich von negativen Einflüssen und destruktiven Menschen — etwa „Fanatikern, Menschenfeinden, Rassisten, Scheinheiligen, Meckerern“ — distanzieren und stattdessen einen Schritt rausgehen: metaphorisch „in den Urlaub“ zu fahren.
Doch wer hat von wem abgekupfert? Fest steht, dass „Feine Sahne Fischfilet“ ihren Song erst in diesem Februar herausgebracht haben, also gute neun Monate nach der Vizemeisterschaft des VfB. Entstanden ist der Text aber wohl ziemlich gleichzeitig. Es handele sich um eine Überlandfahrt durch Deutschland im Frühjahr 2024, beschreibt die Band ihren Song. Im Text sind die Ereignisse jener Zeit aufgegriffen: „Vom Dorffest bis nach Sylt – L‘amour toujours / Stabile Spinner auf den Straßen träumen vom Kalifat / Und die Zecken sind nur im Selbstzerstören stark.“
Wie dem auch sei: als Punk-Song taugt die Zeile genauso wie im Fußballstadion, was kein Wunder ist. Sänger Jan Gorkow, genannt Monchi, bewegte sich selbst lange in der Ultra-Szene, allerdings nicht beim VfB, sondern bei Hansa Rostock. Allerdings zog er sich – aus politischen Gründen – zwischenzeitlich zurück.