Theoretisch darf man ein Balkonkraftwerk im Hochhaus-Quartier Asemwald in Stuttgart anbringen. Praktisch interessiert sich so gut wie keiner dafür. Das hat Gründe.
Auf den ersten Blick wirkt der Asemwald in Stuttgart als der perfekte Ort für Balkonkraftwerke. Die Fassaden der drei Hochhäuser mit insgesamt 1137 Wohnungen bestehen zu einem Großteil aus Balkonen. Allerdings gibt es einen großen Nachteil.
Nachdem vereinzelt Eigentümer Interesse an einem Balkonkraftwerk angemeldet hätten, hatte sich die Eigentümerversammlung im Jahr 2024 mit der Frage beschäftigt – und von einem Experten Vorgaben entwickeln lassen, erklärt Thomas Ferwagner vom Verwaltungsbeirat, einem Gremium der Asemwald-Eigentümer. Bedingungen, unter denen es möglich ist, Solarzellen an der Balkonbrüstung zu installieren im Asemwald.
Windige Ecken in Stuttgart-Asemwald
Kern der Vorgaben ist eine Unterkonstruktion. Ferwagner spricht von einer „sicheren Lösung. Wir haben hier schon windige Ecken“, sagt er. „Ich will da kein Panel runterfliegen sehen.“
Damit die Solarzellen auch im 20. Stock fest verankert sind, müssen sich Asemwald-Eigentümer, die ein Balkonkraftwerk installieren möchten, an eine vorgegebene Konstruktion halten, „es gibt eine technische Zeichnung“, so Ferwagner. Diese macht das Projekt allerdings unrentabel.
Genaue Kostenprognosen möchte Ferwagner nicht machen. Was er aber sagt: „Es wird vierstellig werden.“ Im Asemwald sei das seiner Meinung nach „eine Fehlinvestition“.
Ganz am Anfang sei eine andere Idee, die mit Photovoltaik zu tun habe, erzählt der Verwaltungsbeirat. Es gebe die Idee, Solarzellen am Kamin – zwischen Schwimmbad und Restaurant – zu installieren. „Da sind wir aber in der allerersten Konzeptphase“, so Ferwagner.