Auch Rebels-Coachr Jan Melichar muss sich etwas einfallen lassen, um sein Team wieder auf Kurs zu bringen. Foto: Günter Bergmann

Nach einem schwachen Auftritt unterliegt der Eishockey-Oberligist Stuttgart Rebels in Höchstadt mit 0:7 und muss schleunigst eine andere Einstellung an den Tag legen.

Roland Schmid saß am Dienstagabend vor dem Computer, schaute sich die Partie seiner Stuttgart Rebels bei den Höchstadt Alligators via Livestream an und war nach der Partie vollkommen bedient. 0:7 unterlag der Eishockey-Oberligist von der Waldau und Geschäftsführer Schmid bilanzierte fassungslos „Das war einfach nichts.“ Bedeutet: Zwölf Spieltage vor Beendigung der Hauptrunde rangieren die Degerlocher weiterhin auf Tabellenplatz zwölf, zwei Plätze und zwei Punkte hinter dem Saisonziel, den Pre-Playoff-Plätzen. Alles zwar noch machbar, aber nur dann, wenn die Mannschaft ein anderes Gesicht als in Höchstadt zeigt und vor allem endlich mal ein Sechs-Punkte-Spiel gewinnt. Von den nun vier Niederlagen in Serie waren drei davon gegen direkte Mitstreiter um das Saisonziel.

 

Auch Rebels-Coach Jan Melichar schien bei der Pressekonferenz ratlos über den Auftritt seiner Mannschaft, den er größtenteils „als peinlich“ bezeichnete. Zudem müsse man sich bei den eigenen Fans entschuldigen, so Melichar weiter. Im ersten Drittel war noch Laufbereitschaft und Einsatz bei den Degerlochern zu erkennen und sie hielten bis zur Pausensirene ein 0:0. „Doch nur ordentliche 20 Minuten reichen nicht für die Pre-Playoffs“, hat denn auch Melichar erkannt. Denn als Jakob Fardoe die Gastgeber in der 28. Minute in Führung brachte, brachen die Stuttgarter ein, kassierten in den folgenden sechs Minuten drei weitere Tore bis Drittelende. Nach 60 Minuten und praktisch ohne Gegenwehr stand dann die 0:7-Pleite und die Erkenntnis, dass „wir uns schleunigst was einfallen lassen müssen, um die Kurve zu bekommen und die nächste Partie gegen die Passau Black Hawks zu gewinnen“.

Übrigens wieder ein direkter Pre-Playoff-Kontrahent, also ein erneutes Sechs-Punkte-Spiel, das die Stuttgarter an diesem Freitag (20 Uhr) in der heimischen Eiswelt vor sich haben.

„Wichtig, wichtig“, sagt auch Matt Pistilli über das Passau-Spiel. Der sportliche Leiter und Stürmer stand in Höchstadt als dritter Importspieler anstelle von Verteidiger Mattes Derraugh auf dem Eis, doch der Plan dahinter ging nicht auf. „Wir wollten offensiver auftreten, durch mich mehr Bullys gewinnen“, verrät Pistilli. Und? „Es war keine gute Entscheidung, auch ich habe schlecht gespielt“, sagt der Kanadier, der bis zum Freitag mehrere Gespräche vor sich hat, unter anderem mit Trainer Melichar und der Mannschaft führt und dadurch auf Besserung hofft. Die Haltung der Mannschaft müsse einer Playoff-Mentalität gleich kommen und auch das bisherige System hinterfragt werden. Denn noch ist nichts verloren. „Zwölf Partien, da können wir das Blatt noch wenden, aber nur, wenn wir ganz anders auftreten.“

Immerhin, einen Druck haben die Rebels von der Backe und hat der Deutsche Eishockey-Bund seit längerem verlauten lassen: Wie in den beiden vorangegangenen Spielzeiten, „wird es auch dieses Mal keinen Absteiger geben“, berichtet Geschäftsführer Schmid, der nach der Partie am Freitag nicht wieder fassungslos zurückbleiben möchte.

Statistik zum Spiel

Tore: 1:0 Fardoe (27:35), 2:0 Franzese (31:39), 3:0 Gron (32:48), 4:0 Swinnen (34:07), 5:0 Mastic (47:12), 6:0 Seewald (49:00), 7:0 Franzese (59:20)

Strafen: Höchstadt Alligators 2 Minuten/Stuttgart Rebels 6 Minuten

Zuschauer: 478