Eike Immel war als Torwarttrainer für Eintracht Stadtallendorf tätig, noch immer ist er seinem Heimatverein eng verbunden. Foto: imago images/Hartenfelser/Peter Hartenfelser via www.imago-images.de

Eike Immel war Torwarttrainer und Coach der zweiten Mannschaft des TSV Eintracht Stadtallendorf und ist immer noch nah dran an seinem Heimatverein. Vor dem Aufstiegsspiel bei den Stuttgarter Kickers gibt der Ex-VfB-Meistertorwart seine Einschätzung ab.

Der TSV Eintracht Stadtallendorf ist der Heimatverein von Eike Immel. Von dort aus wechselte der ehemalige Nationalkeeper und Meistertorwart des VfB Stuttgart des Jahres 1992 als 15-Jähriger zu Borussia Dortmund. Wie schätzt der 61-Jährige den Gegner der Stuttgarter Kickers im ersten Aufstiegsspiel zur Fußball-Regionalliga an diesem Mittwoch (19 Uhr/Gazi-Stadion) ein?

 

Herr Immel, sind Sie am Mittwoch in Stuttgart dabei?

Ja, ich bin zwar nicht mehr offiziell als Torwart-Trainer der Eintracht tätig und bin auch nicht mehr für die zweite Mannschaft zuständig, doch ich bin meinem Heimatverein nach wie vor sehr eng verbunden. Er hat mich während meiner schweren Lebenskrise unterstützt und mich vor sechs Jahren gefragt, ob ich nach Hause kommen möchte, seitdem lebe ich genauso wie meine Mutter und Schwester wieder dort – und bin auch jetzt noch zwei- bis dreimal pro Woche auf dem Sportplatz. Ich werde also mitkommen, zumal Stuttgart eine wunderschöne Stadt ist und ich meinen früheren Torwart-Handschuh-Ausstatter Gebhard Reusch in Metzingen besuchen möchte.

Auf was für ein Team müssen sich die Kickers einstellen?

Auf eine technisch starke, eigentlich immer offensiv ausgerichtete Mannschaft. Trainer Dragan Sicaja legt viel Wert auf Ballbesitz, sauberes Passspiel, das ist kein Team, das hinten reinsteht. Zuletzt gab es allerdings immer wieder Probleme mit der Disziplin. Es setzte Platzverweise wegen Meckerns und unnötigen Foulspielen.

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Wie hoch schätzen Sie die Chancen der Eintracht ein?

Also die Kickers sind für mich schon der Favorit. Schon allein, wenn ich die Vereinsstrukturen vergleiche, dann sind das Riesenunterschiede. In Stadtallendorf ist nur der Trainer Profi, ansonsten sind da vom Würtstchenbrater bis hin zum Finanzchef nur Ehrenamtliche am Werk. Aber in einem Spiel ist alles möglich, von einem klaren Heimsieg bis hin zu einer Überraschung. Mal schauen, welches Team die Enttäuschung besser aus den Kleidern schütteln kann. Die Kickers fühlten sich ja 30 Sekunden lang als Meister, in Stadtallendorf waren schon die Meister-Trikots gedruckt, das Bier für die Party bereits gezapft – und dann schob sich die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz doch noch vorbei und stieg direkt auf.

Haben Sie irgendwelche Kontakte zu den Kickers, und wie geht es Ihnen persönlich aktuell?

Als ich beim VfB spielte, waren diese Stadtderbys mit den Blauen schon echte Highlights (lacht). Doch das ist lange her. Aktuell kenne ich den NLZ-Leiter Norbert Stippel sehr gut. Als ich von 1998 bis 2001 den VfR Heilbronn in der Oberliga trainiert habe, trafen wir oft auf seinen ehemaligen Verein SV Bonlanden. Seitdem sind wir befreundet. Mir persönlich geht es super. Ich eröffne demnächst zwei Torwartschulen, habe Werbeverträge und habe auch ein Buch geschrieben.