Feiern ihren Punschwald: Valentin Hillengass (links) und Geschäftspartner Philipp Hettler. Foto: /Lichtgut/Ferdinando Iannone

Elektronische Musik, Glühwein zum halben Preis und ein Mann, der gut Lachen hat. Valentin Hillengass, Punschwald-Macher und Passionsgastronom, zieht Bilanz und verrät unter anderem, was nun mit den 940 Tannen passiert.

Der Punschwald auf dem W&W-Areal am Feuersee endet an diesem Wochenende mit einem Paukenschlag – genauer: elektronischen Klängen, belebten Krippen und klirrenden Glühweingläsern. „Nach vier Monaten reicht es dann aber auch mal mit Glühwein“, witzelt Valentin Hillengass, der den „urbanen Waldweihnachtsmarkt“ gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Philipp Hettler nach Stuttgart geholt hat.

 
Genug Glühwein für diese Saison. Foto: Lichtgut / Ferdinando Iannone/Lichtgut/Ferdinando Iannone

Anfangs sei das Gastro-Duo skeptisch gewesen, ob dieses Konzept, das sich in Flensburg und Itzehoe längst etabliert hat und hinter dem die Veranstalter des Wacken-Festivals stecken, in Stuttgart überhaupt ankommen und angenommen würde. Doch das tat es.

Unerwarteter Ansturm am Anfang

Ganz nach dem Prinzip: Unverhofft kommt oft, wurde der Punschwald im vergangenen November regelrecht von feierwütigen Stuttgarter:innen überrannt. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass der Punschwald so einschlägt. Deshalb hat es am Anfang ordentlich Kritik gehagelt“, lässt uns Valentin, der im Hintergrund auch noch bei der Mozzarella Bar mitmischt, wissen. „Die Mozze ist cool, da werde ich auch nie komplett rausgehen.“ Ansonsten habe der Gastronom bei diversen anderen Gastro-Spots im Kessel seine Finger im Spiel, unter anderem im Wirtshaus Hotzenplotz.

Zurück zum Punschwald. Der unerwartete Ansturm am Anfang sei tatsächlich der einzige Wermutstropfen gewesen. Darauf hat die erfahrene Gastro-Mannschaft direkt reagiert. Man habe mehr Container gekauft, Hütten aufgestellt, mehr Sitz-und Stehplätze geschaffen und Personal eingestellt. „Der November und Dezember waren deshalb auch mega. Seit Januar ist der Besucherstrom etwas abgeflacht. Und weil die letzten zwei Wochen ziemlich zäh waren, haben wir uns gesagt: Das passt jetzt so.“

Ein Paradies für Familien und Firmenfeiern

Der Frühling kann also kommen. Und wenn die positiven Eindrücke und Erlebnisse überwiegen, was will man mehr. „Das Konzept ist cool und kam bei Groß und Klein gut an. Familien konnten ihre Kids hier toben lassen, weil es nur einen Ein-/Ausgang gibt. Firmen feierten in den beheizten Krippen als ob es kein Morgen gäbe. Es war einfach für jeden etwas dabei.“

Gute Stimmung in der Holzkrippe. Foto: Lichtgut / Ferdinando Iannone

Die Begeisterung der Besucher verbucht Valentin als absolutes Highlight. „Wir hatten immer wieder bis zu 2000 Menschen hier drin, aber es hat sich einfach immer sehr gut verteilt. Und dadurch waren alle begeistert und haben es gefeiert.“

940 Tannen zu Kleinholz verarbeiten

In diesem beliebten, urbanen Weihnachtswald stachen aber vor allem sie heraus: 940 Tannen. Und weil Valentin zu Ohren kam, dass Elefanten gern damit spielen und Affen die Bäume sogar essen, wurden direkt 30 verschieden Zoos und Tierparks angeschrieben.

Aber die hatten ihren Bedarf schon gedeckt. „Tja schade, aber völlig verständlich. Also werden die Tannen gehäckselt und kommen in die Stuttgarter Heizkraftanlage“, verrät der Gastronom. Nach vier Monaten mit einem Durchlauf von mehr als 100.000 Besuchern sei dies doch auch für die Bäume eine gute Bilanz.

Ein zweiter Punschwald ist geplant

Der Boden aus mehreren Tonnen Holzhackschnitzeln bleibt übrigens bestehen, und das aus gutem Grund. „Wir sind guter Dinge und es sieht ganz danach aus, dass wir kommenden Winter wieder den Punschwald machen dürfen“, freut sich der 37-Jährige. Irgendwann sei dann eine „Holzhackschnitzel-Abholparty“ geplant. „Bis dahin bleibt der Boden wie er ist, wird ja nicht schlecht.“

Und was passiert den Sommer über auf dem Areal? „Wir haben viele Ideen, es wird definitiv cool“, verrät Valentin mit einem Augenzwinkern. Begriffe wie Schilf, Tretboote und Liegestühle fallen, es sei aber noch nichts spruchreif.