Die Line Dancer des CWC Stammheim sind guter Dinge. Der Drehtag in Tamm war eine schöne Erfahrung. Foto: privat

Mitglieder des Country- und Western-Clubs Stammheim haben beim Dreh für die Krimiserie „Soko Stuttgart“ mitgewirkt. Die Line Dancer spielten dabei eine besondere Rolle.

Stammheim - Vom Wurfmesser in die Brust getroffen, taumelt Conny Moser durch die Schwingtür des Saloons ins Freie und stürzt sterbend zu Boden. „Eigentlich hätte er bei uns im Golden Nugget Saloon in Stammheim sterben sollen“, sagt Rainer Haerle, Vorsitzender des Country- und Western-Clubs (CWC). „Aber dann läge der Tote nicht im Freien, sondern vor der Damentoilette.“

Vor kurzem hatte sich ein Mitarbeiter der Filmproduktion „Bavaria Fiction“ bei Rainer Haerle gemeldet und angefragt, ob der Saloon des CWC an der Münchinger Straße für ein paar Tage zu mieten sei; als Drehort für die ZDF-Krimireihe „Soko Stuttgart“. Man traf sich vor Ort zur Besichtigung, alles wunderbar. „Der Szenenbildner war total begeistert von der Atmosphäre hier im Club, aber laut Drehbuch sollte das Opfer direkt vom Saloon ins Freie kommen und unser Saloon liegt eben im Untergeschoss. Das passte nicht“, erklärt Haerle. Also wurde nichts aus dem Dreh in Stammheim und die Produktion zum Reit- und Fahrverein nach Tamm verlegt. „Das Gelände dort ist deutlich größer als ein Fußballfeld, außerdem steht darauf eine leere Bar“, beschreibt Haerle die Location. Mit Stammheimer Hilfe wurde die Holzhütte zu einem authentischen Westernsaloon eingerichtet. „Wir haben Cowboy- und Indianerfiguren, eine ausgestopfte Klapperschlange, eine pfeildurchbohrte Gitarre, Revolver, Sheriffsterne und historische Fotografien von Revolverhelden sowie andere Deko-Artikel zur Verfügung gestellt.“

Den Chattahochee mit Michael „Schrotti“ Gaedt

Doch nicht nur das. Auch Mitglieder des CWC waren zum Dreh eingeladen: als Komparsen und als Line-Dancer. „Der Krimi spielt in einem fiktiven Western Club, den ,Neckar Cowboys‘, der sein 25-jähriges Bestehen feiert, mit großer Party und auch mit unseren Line-Dancern.“

Da in Stammheim rund 60 Mitglieder die amerikanische Tanzform pflegen, war es kein Problem, ausreichend viele Tänzerinnen und Tänzer zu finden, die sich einen Tag Zeit nehmen konnten. Auch ist das Repertoire der Stammheimer groß genug, um ein geeignetes Stück zu finden – optisch und musikalisch ansprechend und von der Schrittfolge her nicht zu kompliziert, damit auch Profischauspieler mittanzen können.

Drei Tage lang wurde in Tamm das Jubiläum der „Neckar-Cowboys“ gedreht; mit echten Pferden, falschem Galgen, einem Grill und Hau-den-Lukas, mit Hufeisen-Werfen, Dosen-Schießstand und freilich einem Mord. Auch ein Tanzboden für die Line-Dancer des CWC Stammheim durfte nicht fehlen.

Niemals in die Kamera schauen

„Am letzten Drehtag kamen die rund ein Dutzend Tänzerinnen und Tänzer mit unserer Trainerin Jacqueline Mikulic zum Einsatz“, erzählt Haerle. Eine Handvoll Schauspieler erhielt einen Crash-Kurs. Getanzt wurde zum Lied Chattahoochee, eine Choreografie mit einfacher Schrittfolge, geeignet auch für Einsteiger wie den Stuttgarter Tausendsassa und Entertainer Michael Gaedt, der die Rolle des „Schrotti“ spielt. Auch die Stammheimer hatten kleine Aufgaben und erhielten Aufträge wie: „Laufen Sie schräg mit einer Bierflasche an den Line Dancern vorbei und prosten den Leuten an der Bar zu!“, „Schauen Sie nicht die Kommissarin an, sehen Sie zum Polizisten“, „Machen Sie ein betroffenes Gesicht, da liegt ja ein Toter aus Ihrem Club.“ Oberste Regel: Nie in die Kamera schauen.

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