Die weltweit größte urbane Downhill-Mountainbike-Rennserie endet dieses Jahr im September in Stuttgart. Foto: Bartek Wolinski / Red Bull

Während die Christdemokraten das Downhill-Rennen im Talkessel als kostenlose Werbung für die Stadt feiern, fordert der Stuttgarter Radhersteller mehr Einsatz von der Politik.

Die Stuttgarter CDU zeigt sich auf ihrer Instagram-Seite begeistert über das Red Bull Cerro Abajo, das am 5. und 6. September in der Landeshauptstadt stattfindet. Ihr Post löst kontroverse Reaktionen aus.

 

Der Abschluss der weltweit größten urbanen Downhill-Mountainbike-Rennserie mit 35 Fahrern „bringe Weltklasse-Sport dorthin, wo Stuttgart am lebendigsten ist – mitten in unsere Stadt. Genau solche Events zeigen, was in Stuttgart steckt“, so der Fraktionsvorsitzende Alexander Kotz in dem Beitrag der CDU. Es sei ein echter Coup: Der Stadt würden für die Veranstaltung selbst keine Kosten entstehen und zugleich sei es eine riesige Chance für Stuttgart. „Es ist ein Event, das dem Sportstandort Stuttgart gerecht wird“, so Kotz.

Rennen als Chance sehen

Der Radhersteller Focus Bikes mit Sitz in der Rotenwaldstraße in Stuttgart-West pflichtet den Christdemokraten zwar bei, dass das Red Bull Cerro Abajo zum Aushängeschild für Stuttgart werden könne. Der „Sportstandort Stuttgart“ dürfe sich dabei jedoch nicht auf den Lorbeeren der Marketingmaschine Red Bull und den Leistungen einzelner Top-Sportler ausruhen.

„Vielmehr muss diese Chance jetzt aktiv genutzt werden: Die Legalisierung der bereits vorhandenen, bislang nur geduldeten Trails muss gemeinsam mit dem Verein Mountainbike Stuttgart endlich vorangetrieben und durchgesetzt werden. Die einzigartige Topografie von Stuttgart bietet gerade für den Mountainbike-Sport ideale Voraussetzungen“, kommentiert Focus Bikes auf Instagram.

Neben Automobilherstellern wie Porsche und Mercedes-Benz sei Stuttgart mit Unternehmen wie Paul Lange und Bosch eBike Systems auch eine Hochburg der Fahrrad- und Bike-Technologiebranche. „Diese geballte Kompetenz verpflichtet dazu, den Mountainbike-Sport auch vor Ort sichtbar zu fördern und die passenden legalen Infrastrukturangebote zu schaffen.“

Noch schärfer fällt die Kritik der Critical Mass Stuttgart aus, die am 1. Mai in die 16. Saison startet. Die Verantwortlichen werfen der Stadt vor, Radfahrer im Alltag systematisch zu ignorieren. „Statt sich mit einmaligen Events zu brüsten, sollte die CDU endlich für sichere Radinfrastruktur im Alltag kämpfen. Oder ist das zu viel verlangt?“