Die Wasenboje beim Volksfest Foto: dpa

Die Wasenboje ist ein geschützter Ort für Mädchen und Frauen. Und seit 2023 Teil der Feste auf dem Wasen. Nun droht das Aus. Doch Hilfe naht. Wie soll sie aussehen?

Der Lobpreisungen gab es viele. Seit die Wasenboje 2023 in einen Container auf den Wasen zog, und beim Frühlingsfest und Volksfest Anlaufstelle für Mädchen und Frauen wurde. Rat und Tat und Hilfe bot. Doch Lob kostet nichts, der Betrieb aber schon. 80 000 Euro genauer gesagt fürs nächste Jahr.

 

Gebühr für Sitzplätze

Nun aber wird das Geld knapp. Es muss gespart werden. Aber ausgerechnet an der Wasenboje? Mehrere Fraktionen im Gemeinderat haben sich nun Gedenken gemacht, wie eine Finanzierung aussehen könne. Und alle denken sie dabei an die Festwirte. Die Stadt Stuttgart wird ihre Gebühren für die Feste auf dem Wasen anpassen. Auf die Festwirte kommt dabei ohnehin eine besondere Abgabe zu: Eine Mehrkosten-Gebühr. Diese begründe sich aus „den erhöhten Kosten durch die Festzelte (DRK, Feuerwehr, Ordnungsdienst, Reinigung, etc.) und wird von den Festwirten nach der Veranstaltung in Höhe von 1 Euro pro Sitzplatz und nur an frequentierten Tagen (Freitag, Samstag, Tag vor Feiertag) erhoben“.

Daran knüpfen Linke SÖS plus an. Und fordern diese Mehrkosten-Gebühr für Festzelte um 30 Cent je Sitzplatz € zu erhöhen. „Mit den Mehreinnahmen wird die Wasenboje finanziert“, so ihre Schlussfolgerung. Damit bleibe die Wasenboje „ein besonders wichtiger Bestandteil im Sicherheitskonzept“.

Auch Puls will die Wasenboje sichern. Um sie zu erhalten, schlägt Puls eine Art „Wasen-Cent“ vor. Genauer gesagt zwei Cent, die die Festwirte laut Puls künftig von jeder verkauften Maß als ihren Beitrag zur Wasenboje abführen sollen. Denn ein erheblicher Teil der Einsatzsituationen stehe „im Zusammenhang mit stark alkoholisierten Besuchern“.

Wasen-Cent gefordert

Die SPD und Volt hat ein ähnliches Konzept im Angebot. „Wir möchten, dass die Veranstaltungsgesellschaft in.stuttgart die Finanzierung der Wasenboje und der zugehörigen Stellenanteile bei der Vergabe der Alkoholausschanklizenzen auf dem Frühlingsfest und dem Wasen entsprechend auf die Festzeltbetreiber und sonstigen Buden, die Alkohol anbieten, umlegt.“ Hierfür soll ein Mechanismus gefunden werden, der sich an Größe und Umsatz der Betreiber bemisst.

Die Wasenboje ist ein Projekt der Kommunalen Kriminalprävention und der Abteilung für Chancengleichheit der Stadt Stuttgart. Und war bisher von der Stadt finanziert.