Anwohner des Burgholzhofs fordern Lösungen gegen Staus und Parkdruck. Sie sehen die Baustelle des Robert-Bosch-Krankenhauses als Ursache – die Klinik verweist auf Gegenmaßnahmen.
Die Anwohner des Stadtteils Burgholzhof schlagen Alarm: in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) fordert eine lokale Bürgerinitiative schnelle Abhilfe beim Verkehrsproblem des Stadtteils. Teilweise machen die Anwohner die Großbaustelle des benachbarten Robert-Bosch-Krankenhauses (RBK) für die Situation verantwortlich. Die Klinik-Leitung will das so nicht stehen lassen und verweist auf eigene Anstrengungen, die Lage auf dem Burgholzhof zu verbessern.
Zwar sehe man „in der Nachbarschaft des RBK einen großen Pluspunkt für unseren Stadtteil“, heißt es in dem Schreiben der Bürgerinitiative Burgholzhof. Aber die Verkehrssituation habe sich durch die Bauaktivitäten des Krankenhauses „erheblich verschlechtert“. In mehreren Bauphasen entstehen auf dem Klinikcampus unter anderem neue Mitarbeiterwohnungen und Krankenhausgebäude. Dies werde „noch bis mindestens 2030 andauern“, schreibt die Bürgerinitiative.
Die Anwohner monieren einen „Parkplatztourismus“ von Krankenhaus-Besucher und -Mitarbeitern. Zudem leide auch der öffentliche Nahverkehr in Form der beiden Buslinien 52 und 57 unter den häufig verstopften Straßen am Burgholzhof. Und auch die Wegeverbindungen zum Pragsattel entsprechen nicht den Vorstellungen der Bürgerinitiative.
Anwohner des Burgholzhofs fordern besseren Nahverkehr
Sie fordert vom Rathaus schnelle Abhilfe. Mehr Kontrollen und eine Ausweitung des sogenannten Parkraummanagements könnten ebenso helfen, wie ein Tempolimit und weitere Zebrastreifen. Zudem sollten die Busse auch in den Abendstunden in einem dichteren Takt unterwegs sein. Die Linie 57 solle überdies wieder bis zum Killesberg fahren und so die dortigen Einkaufsmöglichkeiten sowie die Stadtbahnhaltestelle erschließen.
Professor Mark Dominik Alscher, Geschäftsführer des RBK, weist in einem Antwortschreiben daraufhin, dass zwar tatsächlich aktuell 75 Parkplätze weggefallen seien, die Klinik aber im Gegenzug deutlich mehr Ersatzstellplätze etwa auf dem Areal des TV Cannstatt geschaffen habe. Es stünden „heute deutlich mehr Parkplätze zur Verfügung als vor dem Beginn der Bauarbeiten“. Man habe auf die vor allem vormittags auftretenden Verkehrsprobleme reagiert und Abläufe verändert sowie Shuttle-Dienste eingerichtet. Ein neues Parkhaus mit 900 Stellplätze solle rund einem Jahr fertig werden.
Klinik finanziert Studie zum Bau einer Seilbahn
Der Klinikchef erinnert auch daran, dass das RBK auf eigene Kosten eine Machbarkeitsstudie für den Bau einer Seilbahn vom Pragsattel zum Burgholzhof in Auftrag gegeben habe. Dieses Papier liegt der Rathausspitze seit kurz vor Weihnachten vor. „Wir sind zuversichtlich, dass auch die Verkehrsverantwortlichen der Stadt Stuttgart dies Möglichkeit positiv bewerten werden“, schreibt Alscher.
Eine erste Reaktion auf Anfrage unserer Redaktion im Rathaus fällt allerdings eher verhalten aus. Nach etwas Bedenkzeit schreibt ein Sprecher der Verwaltung: „Die Idee hat grundsätzlich Charme, wirft allerdings eine Vielzahl von Fragen auf, die intensiv zu prüfen und zu besprechen sind. Die Verwaltung wird sich darüber mit den Beteiligten austauschen“.