Rote Rosen bleiben zum Valentinstag beliebt. Eine Floristin erklärt, womit ihr Betrieb punktet, worauf es beim Blumenkauf ankommt – und welcher Tag für sie noch wichtiger ist.
Es sind immer noch die roten Rosen, die zum Valentinstag als Symbol der Liebe am häufigsten gekauft und verschenkt werden. Entsprechend groß ist die Nachfrage in Blumengeschäften. Zwar kommt wohl kaum jemand an der gefühlt immer mehr zunehmenden Werbung für andere Valentinsgaben vorbei, bis hin zur romantischen Kreuzfahrt. Doch Blumen sind immer noch die Nummer eins für diesen Tag, an dem die Liebe in all ihren Facetten gefeiert wird.
So herrscht in den Blumenläden in den Tagen vor dem Valentinstag Hochbetrieb – nach den eher schwachen Wochen zum Jahresanfang. Im Blumen- und Garten-Fachgeschäft Marquardt in Renningen empfängt ein großes Herz aus vielen Luftballons die Kundinnen und Kunden. Auch rund um das bunte Blumenangebot erinnern viele rote Herzen an den anstehenden Tag der Liebe.
„Bei Discountern macht es die große Menge, die sie abnehmen“
Die Floristinnen haben alle Hände voll zu tun, sie binden je nach Kundenwunsch Sträuße oder lassen ihrer Kreativität freien Lauf, abhängig davon, welche Ware die Chefin Sabine Marquardt-Knorr vom Großmarkt in Stuttgart mitgebracht hat, zu dem sie zwei bis drei Mal die Woche frühmorgens fährt.
Doch Blühendes gibt es längst nicht mehr nur in Fachgeschäften. In Supermärkten, bei Discountern oder an der Tankstelle leuchten den Kunden Blumen in großer Menge in dicht besetzten Kübeln – und das oft zu erstaunlichen Preisen: sieben Tulpen zu 3,99 Euro etwa oder zehn Rosen für 7,99 Euro. Solche Angebote gibt es im Fachgeschäft eher nicht. „Bei den Discountern macht es die große Menge, die sie abnehmen. Die kaufen sicher nicht wie wir vor Ort im Großmarkt ein“, sagt Sabine Marquardt-Knorr.
„Wir wissen, wo unsere Ware herkommt, die Tulpen, Anemonen oder selbst die Strelitzien, die Paradiesvogelblume, beziehen wir zum Beispiel von einer Gärtnerei bei Ludwigsburg.“ Ihre Rosen kämen aus Südafrika oder aus Holland, wo europäische Umweltstandards gelten, betont sie. Die vielfach angebotenen Rosen aus Kenia, die nach wie vor umstritten seien, „genügen nicht unseren Qualitätsansprüchen“, sagt Sabine Marquardt-Knorr, die eine von zwei Geschäftsführerinnen des Betriebs mit 20 Mitarbeitenden ist.
Doch die Floristik-Fachfrau hat Verständnis für die Verbraucherinnen und Verbraucher, die sich nicht für einen zwar hübsch gebundenen, aber häufig doch ab 20 Euro aufwärts kostenden Blumenstrauß entscheiden. „Die Blumen hat man vielleicht nur eine Woche und dann sind sie weg.“ Deswegen gibt es als Reaktion auf die Discounter-Angebote auch bei ihr im Geschäft die Möglichkeit, offene Schnittblumen günstiger zu kaufen und nur, je nach Gestaltung des Straußes, extra etwas für zusätzliches Material oder das Binden durch eine Floristin zu bezahlen. „Da haben wir uns in den letzten Jahren einen guten Stand erarbeitet“, erzählt Marquardt-Knorr.
Ein Onlineshop und ein Blumenautomat gehören in Renningen dazu
Mit Stolz blickt sie auf ihre neun Fachkräfte im Floristikbereich und erwähnt die Erfolge ihrer Auszubildenden bei Wettbewerben. „Wir haben noch Spaß an dem, was wir machen. Bei uns gibt es keine 08/15-Waren, da heben wir uns einfach ab“, sagt sie mit Blick auf die Billig-Konkurrenz, „und natürlich auch durch die Beratung unserer Kunden.“
Zwar kann ein lokales Einzelhandelsgeschäft nicht die langen Öffnungszeiten bieten wie große Supermarktketten – doch mit einem Onlineshop samt Lieferservice sowie seit einiger Zeit einem rund um die Uhr zugänglichen Blumenautomaten halten die Floristen dagegen. Mit Blick auf den zweiten besonders verkaufsstarken Feiertag in Sachen Blumen, den Muttertag, erzählt Sabine Marquardt-Knorr schmunzelnd von manch jungem Mann, dem sonntagnachts um 2 Uhr einfalle, dass ja Muttertag ist.
Der Muttertag im Mai ist beim Umsatz wesentlich bedeutender
Viele bestellen dann online einen Strauß für die Frau Mama, der entweder an sie direkt oder aber auch dem Sohn geliefert werde. Überhaupt sei der Muttertag im Mai in Sachen Umsatz wesentlich bedeutender als der Valentinstag. Dann werden nicht nur Blumensträuße verschenkt, sondern auch viele Pflanzen für Balkon und Garten – was sich im Februar naturgemäß nicht anbietet.