2024 war das erfolgreichste Jahr der Messe Stuttgart seit ihrer Gründung. 2025 wird herausfordernd, aber die Verantwortlichen betonen: Der Kurs stimmt.
Die Zahlen der Messe Stuttgart sprechen für sich: 2024 wurde ein Rekord nach dem anderen aufgestellt. Es war das erfolgreichste Geschäftsjahr in der 105-jährigen Geschichte. Der Umsatz lag bei 228,5 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuer und Abschreibung bei 49,5 Millionen Euro – und somit noch einmal um mehr als zehn Millionen Euro höher, als Mitte 2024 prognostiziert wurde. Zudem fanden insgesamt 62 Messen in Stuttgart statt – zusätzlich wurden 19 Veranstaltungen an anderen Standorten organisiert. Man war zum Beispiel in Thailand, Hamburg, Dresden oder Leipzig vertreten. Zu den Höhepunkten in Stuttgart zählten unter anderem die Leitmessen CMT, die R+T, die Intergastra mit der IKA/Olympiade der Köche sowie die AMB.
„2024 war für uns ein Ausnahmejahr – in jeder Hinsicht“, betont Roland Bleinroth, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. „Ein prall gefüllter Kalender, starke Leitmessen, eine hohe Internationalität und das großartige Engagement unserer Teams haben dieses Spitzenergebnis möglich gemacht.“ Über 1,2 Millionen Besucherinnen und Besucher kamen zu den Veranstaltungen auf dem Stuttgarter Gelände. Das waren schon fast wieder so viele wie vor Corona. 2018 wurden etwa 1,35 Millionen Gäste gezählt. Ähnlich ist es bei den Ausstellern. Die Zahlen gehen nach oben – von 16 000 in 2023 auf knapp 20 000 im vergangenen Jahr.
Anteil der ausländischen Gäste wächst
Ein zentraler Erfolgsfaktor war 2024 die internationale Strahlkraft der Veranstaltungen: Noch nie war der Anteil ausländischer Gäste und ausstellender Unternehmen so hoch wie im vergangenen Jahr. Mit über zehn Prozent ausländischer Besucherinnen und Besucher bei den Messen in den Jahren 2023/2024 wurde ein neuer Höchstwert erreicht – 2022/2023 waren es knapp neun Prozent. Und auch der Anteil internationaler, ausstellender Unternehmen wuchs spürbar auf über 30 Prozent im gleichen Zeitraum.
Dieser Trend bestätige den Kurs der Messe Stuttgart, gezielt auf Auslandsmärkte zu setzen. „Die China-Euphorie feiert ihr Comeback. Indien ist ohnehin ein guter Markt. Die Türkei ist wichtig für uns und natürlich auch die USA“, sagt Bleinroth. „Unser Anspruch ist es, Stuttgart als internationale Plattform weiter zu stärken.“ Das gilt auch für das Jahr 2025.
Die Prognose: ein Minus von 9,2 Millionen Euro
Allerdings ist der Blick auf das aktuelle Jahr ernüchternd. „Wir befinden uns im dritten Jahr der Rezession“, sagt Stefan Lohnert, Geschäftsführer der Messe Stuttgart. Zudem habe man 2025 weniger Veranstaltungen. „Die Messe-Zyklen sind so, dass die ungeraden Jahre immer schwächer sind.“ Und alle sechs Jahre sei es besonders deutlich zu spüren, ergänzt Bleinroth. Da passiere es aufgrund der unterschiedlichen Messe-Zyklen, dass einem Hoch ein großes Tief folge. „Würden wir das gerne ändern? Ja! Geht aber leider nicht.“ Deshalb sind die Messe-Verantwortlichen trotz der schlechten Prognose frohen Mutes. Aber: Man geht davon aus, dass der Umsatz um rund 95 Millionen Euro zurückgehe – auf etwa 133 Millionen Euro in 2025. Das könne dann zu einem negativen Ergebnis vor Steuer und Abschreibungen in Höhe von minus 9,2 Millionen Euro führen. „Die Grundbotschaft ist dennoch: Wir sind weiter auf einem guten Kurs“, betont Bleinroth.
Schon heute arbeitet das Messe-Team intensiv an neuen Themen und Formaten. „Als Messegesellschaft ist es unsere ureigene Aufgabe, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. Daran arbeiten wir mit viel Kreativität und Marktkenntnis“, erklärt Stefan Lohnert. Neuprodukte wie die EFX (Expo for Electronics Manufacturing), die Ende 2026 an den Markt gehen soll, oder der Ausbau bestehender Plattformen würden zeigen, dass gerade auch herausfordernde Zeiten Raum für Innovationen böten.
Weitere Informationen zur Messe und den anstehenden Veranstaltungen gibt es im Internet unter www.messe-stuttgart.de.