Anne, ganz natürlich Foto: Björn Giesbrecht

Die gebürtige Stuttgarterin und heutige Berlinerin Anne Mühlmeier ist bei der ersten Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ schnell ausgeschieden, weil sie zu dünn gewesen sei. Karriere machte sie trotzdem – und hat sie nun wieder beendet.

Berlin/Stuttgart - Wenn an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr die 13. Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ auf Pro Sieben beginnt, wird Anne Mühlmeier wohl nicht mit von der Partie sein. „Ich gucke inzwischen gar kein Fernsehen mehr“, sagt die 29-Jährige beim Facetime-Interview zwischen ihrer gemütlichen Wohnung in Berlin-Mitte und dem Pressehaus in Stuttgart, da macht sie vermutlich auch für den Startpunkt ihrer Karriere keine Ausnahme. Was nicht heißt, dass die Show sie kalt lässt. „Ich bin schon stolz, dass ich bei der ersten Staffel dabei war“, bekennt Mühlmeier, „das ist für jedes Mädchen spannend.“ Und so wünscht das langjährige Model, das seinen Job vergangenes Jahr an den Nagel gehängt hat, den Kandidatinnen „viel Stärke, denn das zerrt schon sehr an den Nerven“. Die ständige Begleitung durch Kameras, die Aufmerksamkeit an allen Fronten – „das darf man nicht zu sehr an sich ranlassen“. Alles andere sollten sie einfach aufsaugen.

Auch für Mühlmeier bedeutete die Show – sie schaffte es unter mehr als 11 600 Bewerberinnen zu den letzten 32, die dann auch ins Fernsehen durften – ein Auf und Ab. Gleich in der zweiten Runde in New York flog sie raus, weil sie den Juroren „zu dünn“ war. Mühlmeier fand sich mitten in der öffentlichen Diskussion wieder, ob die neue Show Mädchen in der Pubertät ein gefährliches Vorbild liefere. Für sie war das damals gegenüber unserer Zeitung kein großes Thema, da sie als Sportlerin – sie feierte Erfolge als rhythmische Sportgymnastin beim TSV Schmiden – immer schon ziemlich schlank gewesen sei. Heute räumt sie ein: „Man hat mir die Anstrengung schon angesehen.“ Etwa 52 Kilogramm verteilte sie auf 1,72 Körpergröße, inzwischen hat sie sich nach eigenen Angaben lange nicht mehr gewogen. Nach viel mehr sieht sie aber auch nicht aus.

Gut gelaunt und ohne jede Überheblichkeit

Gelohnt hat sich die Anstrengung damals, sagt die Frau, die in Ludwigsburg-Poppenweiler aufgewachsen ist: „Der Job ist einfach cool, und alles, was ich erreicht habe, hätte ohne die Show nie stattgefunden.“ Mühlmeier strahlt viel und kommt authentisch rüber, wie sie da in ihrem schwarz-weiß ­melierten, eng anliegenden Jäckchen und legerer Jogginghose sitzt und ohne jede Überheblichkeit von damals und heute berichtet.

„Ich bin ganz schlecht im Ausruhen“, sagt sie, die 2016 einen IT-Unternehmer heiratete und die ein Fernstudium zur Grafikdesignerin absolvierte, „und ich lebe gerne gesund.“ Das zeigt sie nun mit Rezepten, die sie im Internet auf ihrer Homepage (www.foodbyannie.com), auf Plattformen wie Refinery 29 und auf Instagram veröffentlicht.

Vielleicht hat Anne Mühlmeier auch mal ganz anders großes Glück. Kinder jedenfalls sind für sie „das Beste, und Familienplanung ist ein Thema, das für uns sicherlich in nicht mehr allzu ferner Zukunft liegt“.

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