Noch immer gibt es undichte Stellen über dem Kunstmuseum (unten rechts). Sanierungsarbeiten am Kleinen Schlossplatz sollen das Problem lösen. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski,privat (u.re.)

Trotz teurer und langwieriger Baumaßnahmen vor über 10 Jahren wird am Kleinen Schlossplatz nun wieder gebuddelt. Grund dafür sind auch undichte Stellen, die das Kunstmuseum betreffen.

Bauzäune und Absperrungen am Kleinen Schlossplatz – schon im Jahr 2014 sorgte die Baustelle rund um das einstige Lichtband hinter dem Kunstmuseum für lange Diskussionen im Stuttgarter Gemeinderat und für Unmut bei Anrainern und Passanten. Grund für die Baumaßnahmen waren damals Beschädigungen am festverglasten Oberlichtband. Indem man dieses durch eine Betonfläche mit integrierten LED-Streifen ersetzte, wollte man dieses Problem in den Griff bekommen.

 

In der Konstruktion am Kleinen Schlossplatz wurden während der Baumaßnahme zudem undichte Stellen festgestellt, über die Feuchtigkeit in die darunterliegenden Räume des Kunstmuseum gelangte.

Mittlerweile sind über 10 Jahre vergangen, das Kunstmuseum hat jedoch immer wieder mit Wasser und Feuchtigkeit in einzelnen Ausstellungsräumen zu kämpfen. Wer in den letzten Tagen eine Ausstellung im Kunstmuseum besuchte, dem könnten vereinzelt feuchte Stellen an der Wand aufgefallen sein.

Undichte Stellen am Kleinen Schlossplatz – Kunstmuseum erneut betroffen

Blick auf die Baustelle auf dem Kleinen Schlossplatz aus Richtung des Kunstmuseums. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Das Museum gibt an: Die feuchten Stellen sind auf eindringendes Wasser in Zusammenhang mit der Baustelle am Kleinen Schlossplatz zurückzuführen. „Wir sprechen von minimalen Wassermengen, die über die Wände eingedrungen sind“, erklärt Constantin Neumeister, Pressesprecher des Kunstmuseums, auf Anfrage.

Im Grunde sind aber alle Bereiche des Museums nach wie vor zugänglich. Lediglich ein Raum in der Ausstellung ,Haltung bewahren’ über die Zeichen-Künstlerin Romane Holderried Kaesdorf sei betroffen und derzeit vorübergehend gesperrt. „Die Kunstwerke wurden dort vorsorglich abgenommen.“

Nasse Wände im Ausstellungsraum: Das Museum behilft sich mit Tüchern und strenger Überwachung. Foto: privat

Auch in der Sammlung seien aus diesem Grund vorbeugend „zwei, drei“ Werke entfernt worden. „Ein Schaden an der Kunst ist aber nirgends entstanden“, so Neumeister. Um dies weiterhin zu gewährleisten, würden die betroffenen Stellen rund um die Uhr überwacht.

Baustelle am Kleinen Schlossplatz

„Was gerade am Kleinen Schlossplatz passiert, sind Vorarbeiten für die große Sanierung am Kunstmuseum“, erklärt Neumeister. Für die umfassenden Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten am Gebäude bleibt das Museum ab 13. April 2026 bis voraussichtlich zum 1. Quartal 2027 geschlossen. In dieser Zeit ziehen die Ausstellungen vorübergehend ins Kunstgebäude am Schlossplatz um.

„Ziel der Sanierung ist es, die undichten Stellen in den Griff zu bekommen.“ Zudem steht eine grundsätzliche technische Erneuerung des 2005 eröffneten Gebäudes an. Das Problem der Wasserschäden begleite das Museum bereits seit vielen Jahren, so Neumeister. „Das ist nie komplett dicht gewesen“.

Auch die Baumaßnahmen rund um die Betonfläche, die damals für circa 2,34 Millionen Euro durchgeführt wurden, haben offenbar nicht geholfen. Wieso wird erst jetzt etwas getan?

Stadt Stuttgart: „Wassereintritt wurde erst in den vergangenen Jahren stärker“

„Der Wassereintritt, ausgehend von der Platzfläche, wurde erst in den vergangenen Jahren stärker“, erklärt eine Sprecherin der Stadt Stuttgart auf Anfrage. „An dem Anschluss der Betonfertigteilkonstruktion zur Abdichtungsebene des Kleinen Schlossplatzes sind Undichtigkeiten entstanden.“ Deshalb werde momentan der Anschluss freigelegt und mit einem Schott in der Abdichtungsebene neu abgedichtet.

An der Oberfläche wird laut Angaben der Stadt jedoch nichts verändert. „Die Betonfertigteilkonstruktion inklusive Terrazzobelag und Lichtkunst bleibt unverändert.“

Für Fußgänger ist der Kleine Schlossplatz grundsätzlich weiterhin begehbar. Im Bereich der Baumaßnahme sei die Begehbarkeit allerdings nur eingeschränkt möglich, so die Sprecherin der Stadt.

Gastronomen, die in der Nähe Restaurants betreiben, sind auf Anfrage nicht begeistert davon, wieder einen Bauzaun vor der Terrasse stehen zu haben. Die Baustelle auf dem Kleinen Schlossplatz soll laut Angaben der Stadt Stuttgart bis Mai 2026 bestehen bleiben.