Am letzten Spieltag in großer Trefferlaune: Luka Milovac (MTV Stuttgart, links) und Nico Hihn (SV Möhringen, rechts). Foto: Tom Bloch

Beide Teams beenden die Runde mit Heimsiegen. Unterschiedlich fällt die Saisonbewertung aus. Ein Spieler ragt staffelweit heraus. Wie soll es nun personell weitergehen?

Ein guter Schluss ziert bekanntlich alles. Letzter Saisonspieltag, und dabei Siege vor Heimpublikum: Insofern haben sich die Regionalliga-Basketballer des MTV Stuttgart und des SV Möhringen am Wochenende aufgeräumt in die nun lange Frühjahr- und Sommerwettbewerbspause verabschiedet. Unterschiedlich fällt dagegen die Gesamtbilanz der beiden höchstklassigen Männerteams der Landeshauptstadt aus. Ein Blick auf Enttäuschungen, Highlights und einen mit seinen Punktewerten staffelweit herausragenden Spieler.

 

MTV Stuttgart

 Immerhin, der sechste Tabellenplatz ist es noch geworden. Mit dem abschließenden 95:81 gegen die Gießen Pointers haben die Stuttgarter ihren Gegner im Klassement überholt. Und einem seiner Akteure attestiert der Trainer Anestis Fesatidis sogar eine finale „Bombenpartie“. Luka Milovac steuerte 27 Zähler bei. Und das, obwohl es für ihn mehr oder weniger ein Kaltstart war. Der 31-Jährige ist vor zwei Wochen Vater geworden. Schlaf und Training kamen für ihn seither ziemlich kurz.

Das ist es dann allerdings schon mit Hurrawürdigem. Klar ist: Die ursprünglichen Ziele des Kräherwald-Teams waren andere gewesen. Die einmal mehr angepeilten Play-offs haben Fesatidis und die Seinen ebenso einmal mehr verpasst – und zwar in einiger Deutlichkeit. Zehn Punkte Abstand sind es zum hierfür benötigten vierten Rang. „Die Mannschaften, die budgettechnisch auf unserem Level sind, haben wir hinter uns gelassen. Vorne mitzumischen, wie geplant, hat leider nicht geklappt“, sagt der Coach. Warum, das benennt er so: „Qualität, Leistungskonstanz, Glück – irgendwie hat von allem ein bisschen gefehlt.“

Bezeichnend: Von den Duellen mit den Top vier der Liga (Schwenningen, Reutlingen, Ehingen, College Wizards) gewannen die MTV-Korbjäger kein einziges. Da half es auch nichts, dass man den Verlust des 120-Kilogramm-Manns unter dem Korb ganz gut kompensierte. Marko Josipovic war schon nach dem dritten Spieltag raus. Ein zeit- und studienbedingter Ausstieg. Er wirft nun nur noch in der Bezirksliga Bälle, bei KK Srbija Stuttgart. „An seiner Stelle hat sich unser zweiter Big Man, Marko Lavric, extrem entwickelt“, konstatiert Fesatidis. Insgesamt bester MTV-Schütze war indes wie gehabt Vasileios Lampropoulos. Auch für ihn steht Platz sechs, in seinem Fall in der Liga-Scorerliste (im Schnitt: 17,7 Punkte).

Wie es nächste Saison weiter geht? Fix ist bereits, dass Fesatidis bleibt. Auch im Kader erwartet er „keine großen Veränderungen“.

SV Möhringen

 Beim Filderclub wird auf dem Personalkarussell wohl ebenfalls nicht viel passieren. „Ich gehe davon aus, dass ich und der Großteil der Mannschaft weiter dabei sein werden“, sagt der Trainer Sascha Klatt. Einziger sicherer Abgang ist Valentin Knezovic, der nach Karlsruhe zieht.

Für die Möhringer lautet die Statistik: Abschlussplatz neun, 10:16 Siege. Den zehnten fuhr der Aufsteiger von vor zwei Jahren am Wochenende mit einem 84:76 gegen das Schlusslicht TSG Söflingen ein. Der angepeilte Klassenverbleib war schon zuvor festgestanden – und damit „ein super Ergebnis“, wie Klatt es formuliert. „Wir haben uns in einer Liga gehalten, die sich immer weiter professionalisiert“, sagt er. Sprich: gegen Gegner, neben denen das eigene Team von den Möglichkeiten her eher wie eine Freizeit-Feierabendtruppe wirkt. Dennoch gelang nach dem einkalkulierten Fünf-Niederlagen-Saisonstart eine Stabilisierung bis hin zum zeitweiligen Favoritenschreck-Niveau. Als Highlights sieht Klatt die Heimerfolge gegen den Dritten Ehingen/Urspringschule (81:75) und den Fünften Saarlouis (79:76).

Dass es zu alledem reichte, hat nicht zuletzt mit einem Spieler zu tun: Nico Hihn, der auch beim aktuellen Abschluss wieder herausragte. Mit 31 Punkten schraubte der 28-Jährige seine Saisonausbeute auf 467 Zähler, im Schnitt 21,2 pro Begegnung. Auf einen besseren Mittelwert kommt in der Staffel nur Lichs US-Amerikaner Jonas Harper (28,2 bei lediglich neun Einsätzen). In der Gesamtscoringliste ist Hihn damit Fünfter. Mit ziemlicher Sicherheit noch weiter vorn wäre er, hätte er nicht anfangs verletzt gefehlt.

Klatts Einschätzung: „Die anderen von uns spielen natürlich auch für ihn. Aber keine Frage: Nico hat Riesenqualität und ist ein absoluter Topspieler der Liga.“