Neuer Coach für die Barock Volleys: Hasse Mattila (li.) wird nach der Saison gehen, für ihn kommt Patrick Steuerwald. Foto: Baumann, Imago/Oryk Haist

Bundesligist Ludwigsburg wird den Vertrag mit dem erfolgreichen Hasse Mattila nicht verlängern – und hofft, nächste Saison mit Patrick Steuerwald ein neues Level zu erreichen.

Bundesligist Barock Volleys MTV Ludwigsburg spielt eine starke Saison. Am Sonntag gab es dank einer beeindruckenden Leistung ein 3:0 gegen den Tabellendritten SWD powervolleys Düren, nun fehlt dem Aufsteiger, der am Samstag beim Vorletzten SV Warnemünde gastiert, nur noch ein Sieg, um ganz sicher die Play-offs zu erreichen. Es wäre ein Erfolg, mit dem vor der Saison keiner gerechnet hatte. Und trotzdem stellen sich die Barock Volleys auf der wichtigsten Position neu auf – mit einem prominenten Namen.

 

Was die Ergebnisse angeht, ist Hasse Mattila (35) wenig vorzuwerfen. Und trotzdem gab es hinter den Kulissen des Tabellensiebten hin und wieder leichte Kritik an der Arbeit des Trainers zu vernehmen. Denn der Finne, für den Ludwigsburg die erste Auslandsstation ist, gilt nicht als großer Kommunikator. Zudem wechselte er, auch in den Spielen mit deutlichen Resultaten, sehr wenig. Dabei hatte zu seinem Aufgabenprofil gehört, die vielen Ludwigsburger Eigengewächse im Kader zu fördern und ihnen zu Spielpraxis zu verhelfen. Dazu kommt ein terminliches Problem. Die EM 2026 findet vom 9. bis zum 26. September in Italien, Bulgarien, Rumänien und Finnland statt. Hasse Mattila gehört zum Trainerstab des finnischen Teams, die Barock Volleys hätten sich folglich wochenlang ohne ihren Coach auf die zweite Bundesliga-Saison vorbereiten müssen. „Hasse Mattila ist ein sehr akribischer Arbeiter, der bei uns sehr viel sehr gut gemacht hat“, sagt Michael Dornheim. Und trotzdem teilte der Sportdirektor dem Coach am Freitag mit, dass der Verein seinen Vertrag nicht verlängern wird: „Wir hatten die Chance, einen Trainer zu verpflichten, von dem wir glauben, dass wir mit ihm ein anderes Level erreichen können.“

Patrick Steuerwald ist die „absolute Wunschlösung“

Den Platz auf dem Thron, der bei jedem Ludwigsburger Heimspiel am Spielfeldrand steht, wird in der nächsten Saison Patrick Steuerwald (40) einnehmen. Der 125-malige Nationalspieler war Zuspieler bei zahlreichen Bundesligisten (unter anderem VfB Friedrichshafen) sowie Clubs in Italien, Frankreich und Polen. Als Trainer führte er zuletzt den ASV Dachau von der dritten Liga ins Oberhaus, er gehört zudem zum Stab des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). „Er war unsere absolute Wunschlösung“, sagt Michael Dornheim, „seine Philosophie passt hervorragend zur Ausrichtung unseres Vereins. Dank seiner Expertise, seiner internationalen Erfahrung und seiner klaren Spielidee werden wir den nächsten Entwicklungsschritt gehen – auch wenn uns bewusst ist, dass das zweite Jahr in der Bundesliga, in dem es keinen Überraschungseffekt mehr gibt, enorm hart wird.“

Die Wege trennen sich nach der Saison: Michael Dornheim (li.) und Hasse Mattila. Foto: Baumann

Dessen ist sich auch Patrick Steuerwald bewusst. Dennoch hat er mit den Barock Volleys viel vor. „Ludwigsburg ist eines der spannendsten Projekte im deutschen Volleyball“, sagt der frühere Zuspieler, „die Barock Volleys haben gezeigt, dass sie ein ambitionierter Club sind. In Zukunft wollen wir die Mannschaft gemeinsam weiterentwickeln.“ Dazu passt, dass Patrick Steuerwald bereits in die Kaderplanung für die nächste Saison eingebunden ist – anders als Hasse Mattila.

Allerdings hat der überraschende Sieg gegen Düren am Sonntag gezeigt, dass der Finne alles dafür tun wird, um seine Zeit in Ludwigsburg erfolgreich zu beenden. „Natürlich war die Nachricht, dass wir ihm keinen neuen Vertrag anbieten, ein kurzer Schlag für ihn“, sagt Michael Dornheim, „danach ist er damit extrem professionell umgegangen.“ Sicher auch, weil Hasse Mattila nun umso mehr zeigen will, was die Barock Volleys an ihm verlieren.