Die Ludwigsburger Volleyballer bejubeln den 3:1-Sieg gegen den VfB Friedrichshafen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Die Ludwigsburger Volleyballer zeigen ihre bisher beste Leistung und schlagen im zweiten Play-off-Viertelfinale den VfB Friedrichshafen 3:1. Die Entscheidung fällt am Mittwoch.

Jan Huber (25) misst nicht nur 2,07 Meter und ist damit der Längste im Team, der Mittelblocker hat auch sehr großen Einfluss auf das Spiel der Barock Volleys MTV Ludwigsburg: am Netz, durch seine Aufschläge, dank seiner Durchschlagskraft. Aber auch mit seinem Jubel. Nach erfolgreichen Aktionen hüpft Huber auf der Stelle, den rechten Arm über dem Kopf angewinkelt, die Faust geballt. Damit pusht er sich selbst, aber auch seine Kollegen. Wie beim jüngsten Sieg des Überraschungsteams.

 

Der Aufsteiger zog als Bundesliga-Sechster völlig überraschend in die Play-offs ein, verlor jedoch das erste Duell der Viertelfinalserie beim klaren Favoriten VfB Friedrichshafen mit 0:3. Eine Niederlage im Heimspiel am Samstag hätte das Ende der Saison bedeutet – ein Szenario, welches die Barock Volleys so abschreckend fanden, dass sie einen famosen Auftritt hinlegten. „Es war das beste Spiel, das es in Ludwigsburg jemals gegeben hat“, sagte Sportdirektor Michael Dornheim nach dem 3:1-Erfolg (25:21, 25:18, 22:25, 25:23). Und Trainer Hasse Mattila meinte: „In den ersten beiden Sätzen haben wir unsere stärkste Leistung in dieser Saison gezeigt.“ Auch dank Jan Huber.

Länderspielreife Vorstellung von Jan Huber

Der Mittelblocker aus Stuttgart, der in Vaihingen Handball spielte, ehe er mit 17 Jahren zum Volleyball wechselte, hat bereits in seiner Zeit beim Zweitligisten TV Rottenburg zwei Testpartien mit dem Nationalteam absolviert. Am Samstag zeigte er erneut eine länderspielreife Vorstellung. Völlig zu Recht wurde Jan Huber als bester Akteur des Viertelfinalduells ausgezeichnet, beim Siegerfoto durfte er auf dem Thron Platz nehmen, der bei den Barock Volleys stets neben der Bank steht. „Es war eine Partie auf superhohem Niveau. Diese zu gewinnen und dann noch MVP zu werden, ist sehr cool“, sagte Jan Huber, „wenn wir genau so gut aufschlagen und mutig sind, dann haben wir auch in Friedrichshafen eine Chance.“

Markenzeichen: Jan Huber streckt seine Faust in die Höhe. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Am Bodensee findet an diesem Mittwoch (19 Uhr) das entscheidende dritte Spiel im Play-off-Viertelfinale statt. Dann werden die Barock Volleys auf einen anderen Gegner treffen – zumindest wenn es nach Adam Swaczyna geht. Der VfB-Trainer haderte wie seine Spieler mit der niedrigen Decke in der Ludwigsburger Rundsporthalle, in der die Barock Volleys noch nie verloren haben, den vielen eigenen Fehlern und der einen oder anderen Schiedsrichter-Entscheidung. Er sagte aber auch: „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, diesmal waren die Ludwigsburger besser. Daheim wissen sie, was zu tun ist, um die meisten Bundesligisten schlagen zu können. Bis Mittwoch bleibt nicht viel Zeit, doch wir werden in Friedrichshafen ganz sicher mehr zeigen und stärker sein.“

Die Kampfansage ist angekommen, sie ändert aber nichts daran, dass die Barock Volleys den VfB erneut ärgern wollen – und auf den ganz großen Coup hoffen. „Mannschaft und Verein haben sich großartig entwickelt“, sagte Geschäftsführer Michael Bonin, „jetzt ist alles möglich.“ Sogar der Einzug ins Halbfinale gegen Berlin. „Wir müssen die gleiche Mentalität noch einmal zeigen und das Spiel einfach nur genießen“, sagte Coach Hasse Mattila, „der ganze Druck liegt beim VfB Friedrichshafen.“ Es ist ein Pluspunkt, den die Barock Volleys haben. Ein anderer ist die „Huber-Faust“.