Im Dezember 2025 wurde die neue Sprinterverbindung von Stuttgart nach Berlin gefeiert. Nun steht sie vor einer ungewissen Zukunft. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Der erst im Dezember gestartete ICE-Sprinter von Stuttgart nach Berlin steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Bahn verweist auf Baustellen im Knoten Berlin.

Der erst seit dem vergangenen Dezember verkehrende ICE-Sprinter zwischen Stuttgart und Berlin steht womöglich schon wieder vor dem Aus. In den Auskunftsmedien der Deutschen Bahn ist die schnelle Direktverbindung aus der Landes- in die Bundeshauptstadt für die Zeit nach dem Kleinen Fahrplanwechsel am 14. Juni derzeit nicht mehr zu finden. Die Bahn bestätigt, dass die Zukunft des Angebots geprüft wird.

 

„Vom 14. Juni bis zum 12. Dezember finden umfangreiche Bauarbeiten im Knoten Berlin statt. Dadurch sind die Kapazitäten der Bahnstrecken in diesem Zeitraum stark eingeschränkt, wodurch ein Teil der Fernzüge von DB Fernverkehr nicht regulär fahren kann“, teilte eine Bahn-Sprecherin auf Anfrage mit. Auch der ICE-Sprinter Stuttgart–Berlin nutze die betroffene Infrastruktur und ist damit von den Baustellen in Berlin betroffen.

Die Bahn prüfe deshalb „aktuell sehr intensiv, ob er trotz der Baustellen weiter für unsere Kundinnen und Kunden fahren kann“. Weiter erklärte die Sprecherin: „Wir sind fest überzeugt davon, dass der ICE-Sprinter zwischen Stuttgart und Berlin eine sehr attraktive Reisemöglichkeit für die Fahrgäste ist.“ Bis zum Abschluss der Prüfung sei die Verbindung „in der Fahrplanauskunft zunächst nicht sichtbar“.

ICE-Sprinter: Von Stuttgart nach Berlin in weniger als fünf Stunden

Die schnelle Direktverbindung war erst mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 eingeführt worden. Der Zug verbindet Stuttgart und Berlin via Nürnberg in weniger als fünf Stunden. Der übliche Bahnroute von Stuttgart nach Berlin nimmt den Weg über Frankfurt/Main. Züge auf dieser Verbindung sind etwa 5 Stunden und 45 Minuten unterwegs. Zum Start des Premierenzugs im Dezember 2025 hatten sich der damalige Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), Stuttgarts OB Frank Nopper (CDU) und Anja Schöllmann, Vorstand bei DB-Fernverkehr, zu früher Stunden an den Stuttgarter Hauptbahnhof begeben.

Allerdings war schon damals das neue Angebot auch argwöhnisch betrachtet worden. Hintergrund war die Streckenführung über das Murrtal. Kommunalpolitiker und Fahrgastverbände im Rems-Murr-Kreis befürchteten Nachteile für den Regionalverkehr und zusätzliche Belastungen auf der ohnehin stark ausgelasteten Strecke.