Mit S-Bahnen und Regionalzügen kommt man von Mittwoch an in Stuttgart unter Umständen nicht weit. Wie man trotzdem ans Ziel kommen kann, lesen Sie hier. Foto: www.7aktuell.de | Robert Dyhringer

Taxi, Carsharing oder die sportliche Variante mit dem (Miet-)Fahrrad? Wir stellen hier Möglichkeiten vor, wie man an Streiktagen trotz Lokführerstreik ans Ziel kommt.

Stuttgart - Von Mittwoch an geht der Streik der Lokführer bei der Deutschen Bahn in eine weitere Runde. Neben Fern- und Regionalzügen werden von Mittwoch, 2 Uhr, an auch die S-Bahn-Züge in und um Stuttgart nur eingeschränkt fahren.

Bereits ab 15 Uhr am Dienstagnachmittag steht der Güterverkehr still. Wann der Ausstand im Personenverkehr diesmal enden wird, will die GDL erst 48 Stunden vorher bekannt geben. Über das Pfingstwochenende wird der Streik aber wohl auf jeden Fall andauern.

Wie schon beim letzten, fast sechstägigen, Ausstand vom 10. Mai an, müssen sich unzählige Stuttgarter um Ausweichmöglichkeiten bemühen, um ihr Ziel zu erreichen.

Neben den Alternativen, die man in Eigenregie auf die Beine stellen kann -  Fahrgemeinschaften bilden oder - für ganz sportliche Zeitgenossen - mit dem Fahrrad zum Zielort gelangen - gibt es noch weitere Möglichkeiten, ohne eigenen Pkw zum Zielort zu gelangen. Allerdings werden die Straßen erfahrungsgemäß noch voller sein, als ohnehin schon. Also, auf jeden Fall mehr Zeit einplanen!

Wir stellen Ihnen hier einige Alternativen zu S-Bahn und Regionalzug vor.

Mögliche Alternative: Stadtbahnen und Busse

In Stuttgart und der Region werden auch die S-Bahnen bestreikt. Voraussichtlich wird die Bahn wieder einen Notfahrplan einrichten. Die S-Bahnen könnten dann nur im Stundentakt verkehren, wie es an den letzten Streiktagen der Fall war.

Die Stadtbahnen und Busse der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) in und um Stuttgart sind nicht von dem Streik betroffen.

Auskünfte über alternative Fahrtmöglichkeiten gibt es auf der Homepage der SSB.  

Mögliche Alternative: Taxi

Eine Alternative zur S-Bahn ist eine Fahrt mit dem Taxi. Dabei bietet es sich an, ein Taxi unter der Telefonnummer 0711/55-10000, per Mail oder über die Taxi-App so früh wie möglich vorzubestellen. Allerdings ist zu bedenken, dass Taxis natürlich auch in den Staus in und um Stuttgart stecken bleiben – und wenn ein Taxi steht, läuft der Taxameter beharrlich weiter.

Wenn ein Kunde das Taxi besteigt, steht der Taxameter bei 3,10 Euro. Die ersten vier Kilometer kosten jeweils 1,90 Euro, ab dem fünften Kilometer muss der Kunde 1,60 Euro pro Kilometer berappen. So ergibt sich bei einer Fahrstrecke von zehn Kilometern ein Preis von rund 20 Euro - vorausgesetzt, der Taxifahrer hat freie Fahrt. Das wird an einem Streiktag allerdings kaum der Fall sein. Wenn ein Taxi im Stau steht, muss der Kunde pro Stunde Stillstand 30 Euro zahlen.

Wer also nicht unbedingt auf ein Taxi angewiesen ist, der sollte sich nach anderen Fortbewegungsmöglichkeiten umschauen.

Hier geht es zu den Taxi-Ständen in Stuttgart

Mögliche Alternative: Carsharing mit Stadtmobil

Ist man nicht bereits Kunde bei Stadtmobil Carsharing, muss man sich für einen fahrbaren Untersatz am Streiktag mit der Anmeldung sputen, um eines der insgesamt rund 430 Autos an 200 Stationen in 29 Städten der Region Stuttgart zu ergattern. "Anmelden muss man sich als Neukunde spätestens bis zum Nachmittag des Vortages, an dem man das Auto nutzen möchte. In der Regel wird der Kunde dann bis 19 Uhr am selben Tag freigeschaltet und kann auf unseren Fuhrpark zugreifen“, sagt Edgar Augel, Marketing-Leiter bei Stadtmobil. Schließlich müssten Personalausweis und Führerschein der Neukunden überprüft werden, das dauere seine Zeit. 50 Euro fallen für die Anmeldung an.

Ist man bereits Kunde des Carsharing-Anbieters, kann man sich auch kurzfristig noch um ein Fahrzeug bemühen.

Aber Vorsicht: Da Stadtmobil-Fahrzeuge an festen Stationen abgeholt und wieder abgestellt werden müssen, bietet sich der Carsharing-Service für Pendler weniger an. Denn um mit dem Fahrzeug die Heimreise antreten zu können, müssten sie das Auto bis zum nächsten Tag mieten. Für die kleinste Fahrzeugklasse (Toyota Aygo) fällt eine Tagesgebühr von 21 Euro an, dazu kommt eine Kilometerpauschale. Außerdem muss man als Kunde eine monatliche Gebühr von mindestens 7,50 Euro bezahlen.

Nähere Informationen zu Fahrzeugen und Preisen finden Sie hier.

Mögliche Alternative: Carsharing mit Flinkster

"Bei Flinkster können Sie sich jederzeit anmelden", sagt eine Sprecherin des DB Fuhrparks. Und das kostet für Kunden ohne Bahncard 50 Euro. Der Carsharing-Service der Deutschen Bahn hält 74 Autos an 40 Stationen in Stuttgart bereit. Muss es - wie im Falle des Streiks - schnell gehen mit der Anmeldung, kann man mit Führerschein und Ausweis die Anmeldung direkt am Serviceschalter Hauptbahnhof oder im Reisebüro der Deutschen Bahn vornehmen lassen und gleich mit einem der Autos losfahren. Die Verfügbarkeit ist über die Homepage oder die App des Anbieters abrufbar.

Auch hier gilt: Flinkster-Fahrzeuge müssen an der Stelle wieder zurückgegeben werden, an der man in den Wagen eingestiegen ist. Sollte der Zielort also nicht unweit eines Flinkster-Parkplatzes liegen, ist das Modell weniger geeignet. Einen Smart kann man zum Beispiel ab 39 Euro für den ganzen Tag mieten, dazu kommt noch eine Verbrauchspauschale pro Kilometer.

Nähere Informationen zu Fahrzeugen und Preisen finden Sie hier

Mögliche Alternative: Carsharing mit Car2Go

Bei den blau-weißen Elektro-Flitzern der Daimlertochter Car2Go steht nach der Online-Registrierung auch der persönliche Gang zu einer der Registrierungsstellen an. Der Schalter im Hauptbahnhof Stuttgart hat unter der Woche von 7.30 Uhr bis 21 Uhr geöffnet. Die Anmeldegebühr beträgt 19 Euro. Mit der Anmeldung erhält man seine Mitgliedskarte und kann sofort ein Fahrzeug anmieten.

Da die Autos überall in der Stadt verteilt sind, sollte man das für sich am günstigsten geparkte Fahrzeug eine halbe Stunde vorher über die Website oder das Smartphone aussuchen und reservieren – dabei sollte auch gleich der Stromstand gecheckt werden.

Aber Achtung: Der nächste blau-weiße Flitzer muss nicht unbedingt in nächster Nähe geparkt sein. Ist man innerhalb des Geschäftsgebiets der Elektrosmart-Flotte unterwegs, ist es kein Problem, das Auto einfach auf einem öffentlichen Parkplatz abzustellen. Außer Stuttgart gehören auch Esslingen, Böblingen, Sindelfingen und Gerlingen zum Geschäftsgebiet.

Ab 0,29 Cent in der Minute kann man das Auto mieten, eine Stunde kostet 14,90 Euro, der ganze Tag schlägt mit 59 Euro zu Buche.

Nähere Informationen zu Fahrzeugen und Preisen finden Sie hier.

Mögliche Alternative: Fahrrad mieten

Die Alternative für Sportliche: Mit einem Leih-Fahrrad zum Ziel. Drei große Fahrrad-Verleihservices bieten in Stuttgart Mietfahrräder an - Call a Bike, Rent a Bike und die Fahrrad-Service-Stationen in Möhringen, Vaihingen, Bad Cannstatt und Feuerbach.

Die Bahn-Tochter DB Rent stellt unter dem Namen Call a Bike an insgesamt 45 Standorten in der Innenstadt, Stuttgart-West, Stuttgart-Süd, Stuttgart-Nord, Stuttgart-Ost und Bad Cannstatt rund 400 Mietfahrräder zur Verfügung - sowohl normale Fahrräder als auch E-Bikes.

Die Fahrräder können nicht vorreserviert werden. Eine Registrierung ist erforderlich, die allerdings auch kurzfristig im Internet, per Call-a-Bike-App oder an einem der Stuttgarter Terminals durchgeführt werden kann. Hier geht es zur aktuellen Stationskarte von Call a Bike.

In der Nähe des Hauptbahnhofs gibt es den Fahrradverleih Rent a Bike. Im Gegensatz zu Call a Bike kann man bei diesem Verleih auch Fahrräder vorreservieren und diese sogar nach Hause liefern lassen.

Die Fahrrad-Service-Stationen in Möhringen, Vaihingen, Bad Cannstatt und Feuerbach verleihen zwar ebenfalls Fahrräder, doch das Kontingent an Bikes ist in allen vier Stationen sehr überschaubar.

Falls Sie nicht genau wissen sollten, auf welchen Wegen Sie mit dem Fahrrad durch Stuttgart kommen: Hier geht es zum Tourenplaner.

Mögliche Alternative: Fernbus für überregionale Strecken

Wer während der Dauer des Streiks eine überregionale Städtereise etwa nach München, Hamburg oder Köln geplant hatte und jetzt ohne Zugverbindung dasteht, könnte auf eine der Fernbuslinien umsteigen. Anbieter wie "Mein Fernbus" oder "ADAC Postbus" machen es möglich - allerdings waren die Webseiten der Anbieter schon beim letzten Streik dem Ansturm der Kunden kaum gewachsen, da sich die Buchungen verdopplen oder verdreifachen. Also, rechtzeitig buchen!

Bei der Suche nach der günstigsten Verbindung versprechen Internetportale wie Busliniensuche, Fernbusse.de oder Fernbus24.de Hilfe. Auch das Vergleichsportal fernbus.vergleich.org listet diverse Anbieter auf.

Schon an den vergangenen Streiktagen haben die Bahnkonkurrenten nach eigener Aussage einen spürbaren Zuwachs verzeichnet.

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