Mona Lisa ahmt Simone Gunkel nach beziehungsweise Gunkel steuert Mona Lisa (Simone Gunkel, Philip Mahler, Clemens Junker von links) Foto: Barbara Scherer

Der Landesfilmdienst in Esslingen thematisiert bei einer Ausstellung zum Thema Künstliche Intelligenz unterschiedliche Aspekte. Die Macher zeigen Anwendungsgebiete – aber auch Risiken.

In einer interaktiven Ausstellung mit dem Titel „Alles Fake? – Medienproduktion und künstliche Intelligenz“ vom 6. bis 17. März beleuchtet der Landesfilmdienst Baden-Württemberg in seinen Räumen in der Neckarstraße 53 das System der Künstlichen Intelligenz (KI) und zeigt ihre Möglichkeiten und ihre Grenzen auf.

 

Künstliche Intelligenz (KI) bezeichnet Technologien, die in der Lage sind, Aufgaben zu erledigen, die normalerweise menschliche Intelligenz erfordern. Das erzeugt Faszination, aber auch Verunsicherung und sogar Ängste. „Es bringt nichts zu sagen, mit KI will ich nichts zu tun haben“, sagt Simone Gunkel, die Geschäftsführerin des Landesfilmdienstes. „Mit der Ausstellung wollen wir auf die beiden Seiten der KI schauen, vor allem aber zeigen, dass KI von Menschen gemacht wird, und wie sie arbeitet.“

New York nach einem Bombenangriff

An verschiedenen Stationen können sich die Besucherinnen und Besucher mit den Möglichkeiten der KI vertraut machen. So erzeugt die KI auf einem großen Bildschirm ein Bild, dessen Inhalte und Rahmen der Nutzer ihm vorgibt – New York bei Sonnenuntergang wird wiedergegeben, aber auch New York nach einem Bombenangriff. Daneben lässt sich auf einem Bildschirm verfolgen, wie sich KI an Vorgaben und eingegebene Texte hält.

„KI steht nicht nur für Fake-Bilder, sondern auch für positive Anwendungen, erklärt Clemens Junker, ein Mitarbeiter des Landesfilmdienstes und mitverantwortlich für die Ausstellung. So lassen sich beispielsweise mit Hilfe der KI alte analoge Fotos digital wiederbeleben. Simone Gunkel hat alte Familienfotos eingescannt, sie sind unscharf und verschwommen. Die KI füllt die Pixel-Lücken in den alten Ansichten mit Bildattributen, die sie aufgrund von Wahrscheinlichkeiten annimmt. Das Bild wird scharf und authentisch. Ähnlich kreativ wirkt die KI bei einem Standfoto, das die KI in ein Bewegtbild umwandelt: Auch das wirkt „echt“ und glaubhaft.

KI muss trainiert werden

An weiteren Stationen lassen sich Landschaftsbilder erzeugen, Musiktitel komponieren, ohne dass ein einziges Instrument dabei beteiligt ist, oder mit Hilfe einer VR-Brille die Esslinger Stadtkirche und ihre Umgebung vom Turm aus erleben. Besucher bekommen davor den Rat, sich zu setzen. Gunkel, Junker und ihr Kollege Philip Mahler wollen darstellen, dass KI von Menschen entwickelt und trainiert wird, und nicht eigenständig agiert. Aber KI kann auch lernen: Sie erkennt Muster in Daten und verbessert sich selbstständig. „Wir müssen uns bewusst machen, dass KI nur so gut ist wie die Daten, mit denen sie trainiert wird“, sagt Gunkel, die auch dafür plädiert, bei ChatGPT immer den freundlichen und höflichen Ton anzuschlagen, wenn man eine Auskunft oder einen Text möchte.

Das Thema wirft auch ethische Fragen auf. Wie erkenne ich Fake-Bilder, Fake-News? Das thematisieren Gunkel und ihre Kollegen nach der Ausstellung. In einzelnen Quiz können sich die Besucher und Besucherinnen testen, auf was sie „hereinfallen“ oder was sie als Fake erkennen. „Die Unterscheidung wird immer schwieriger“, gibt Gunkel zu bedenken und rät, immer nach der Quelle eines Fotos oder eines Textes zu schauen. Zur Ausstellung gehören auch Workshops wie der zur Bearbeitung analoger Fotos. Vorträge, Diskussionen und polizeiliche Ratgeber sollen die Präsentation ergänzen.

Man kann die Ausstellung nur auf Voranmeldung sehen, maximal können zwölf Personen auf einmal kommen. Termine macht man auf der Seite lfd-bw.de unter Events, der geführte Rundgang dauert etwa eine Stunde, der Eintritt ist frei.